Interview Sebastian Heymann will die Euphorie mitnehmen

Von Fragen von Niklas Braiger
Eine Urgewalt aus dem Rückraum und in der Abwehr: Sebastian Heymann überzeugte bei der EM. Foto: IMAGO/Maximilian Koch

Der EM-Fahrer erzählt von seinen Eindrücken des Turniers, den kommenden Aufgaben und einem eventuellen Aufstieg der SG BBM Bietigheim.

Der gebürtige Horkheimer war gegen die SG zwar noch nicht mit im Kader, saß aber bereits wieder auf der Bank. Nach seiner EM-Reise ist Sebastian Heymann zurück bei der Mannschaft angekommen und damit auch im Ligaalltag. Der BZ steht er nach dem unglaublichen Turnier Frage und Antwort.

Hallo Sebastian, wie war das Erlebnis „Heim-EM“ für dich? Wurdest du geflutet mit Nachrichten?

Sebastian Heymann: „Das war natürlich was ganz ganz besonderes, vor allem mit meiner Verletzungshistorie. Im Sommer noch mal operiert worden und dann erst seit Oktober wieder richtig gespielt. Aber ich habe nie aufgehört zu kämpfen und als dann die Nominierung für den Tag des Handballs kam war ich natürlich unheimlich stolz. Ich habe mich natürlich wahnsinnig darüber gefreut, die Möglichkeit zu bekommen, im eigenen Land ein großes Turnier spielen zu dürfen. Die Nachrichten waren natürlich wahnsinnig, was da für ein positiver Vibe entstanden ist. Da können wir einfach nur dankbar drüber sein.“

Kannst du die Leistung jetzt auch in die Rückrunde mitnehmen?

„Ja natürlich, grad nach so einer Langen Zeit braucht es natürlich seine Zeit um wieder Vertrauen zu bekommen, Erstens in den Körper, Zweitens in die eigenen Stärken. Da habe ich letztes Jahr in den letzten Wochen schon große Schritte gemacht und mich im Turnier auch noch mal ein bisschen gesteigert. Die Leistung auf dem aufsteigenden Ast möchte ich natürlich mitnehmen um als Mensch und Sportler besser zu werden und zur alten Stärke zurück zu finden. Ich möchte jetzt natürlich die gute Leistung mit in den Ligaalltag nehmen, um der Mannschaft zu helfen.“

Wie ist es für dich, aus den großen Kulissen in Köln oder Düsseldorf hier in Bietigheim wieder in so eine „Amateursporthalle“ zu kommen?

„Das ist Alltag. Das andere ist eine Wucht, die man nicht allzu oft erlebt. Das war natürlich was ganz besonderes, aber die Liga ist unser Alltag und unser täglich Brot. Hier müssen wir uns zeigen und uns empfehlen, um dann solche Erlebnisse wie die Heim-EM möglich zu machen. Auf der einen Seite war es ein Wahnsinnsereignis , auf der anderen Seite sind wir glaube ich auch wieder froh wieder im Alltag angekommen sind. Das ist nichts ungewohntes.“

Für dich geht es nächste Saison zu den Rhein-Neckar Löwen. Glaubst du, dass du mit ihnen zwei Mal im Ligaalltag auf die SG BBM triffst? Traust du ihnen den Aufstieg zu?

„Mich würde es auf jeden Fall extrem freuen. Da ich selbst extrem viel mit Handball zu tun habe, verfolge ich die ganzen Spiele nicht so. Aber man schaut sich schon das ein oder andere Spiel an. Das Bietigheim da dabei ist, kommt nicht von heut auf morgen. Man hat heute gesehen, die Bietigheimer haben eine extrem hungrige und junge Mannschaft, die einen extrem guten schnellen Ball spielen, die als Einheit gut funktionieren. Wenn sie die Leistung aus der Hinrunde bestätigen können, traue ich es ihnen auf jeden Fall zu, dass sie den Sprung in die erste Liga schaffen können. Als Schwabe fahr ich auch am Ende lieber nach Bietigheim, als nach Hamm.“

 
 
- Anzeige -