Irish Folk in der Bietigheimer Kelter Lebensfroh mit Musik von der grünen Insel

Von Susanne Yvette Walter
Das Herz der Grünen Insel Irland pocht auch in der Corona-Zeit wild und lebensfroh. Dies bewiesen die vier Musiker von Cara in der Bietigheimer Kelter.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Feinen Irish Folk bietet die Band Cara in der Bietigheimer Kelter.

 Das Herz der grünen Insel, das ist Irish Folk vom Feinsten mit Geige, Keyboard, Flöten und einigen Traditionsinstrumenten mehr. Es pochte am Mittwochabend in der Bietigheimer Kelter und setzte damit den pulsierenden Grundrhythmus für eine feurig-fröhliche Tanzmusik. Cara, die Band, die den Abend gestaltet, hat bereits Preise bekommen für ihre Kunst, unter anderem bei der Internationalen Freiburger Kulturbörse die „Freiburger Leiter.

Seit 2003 auf der Bühne

Cara hat sich ganz dem Irish Folk verschrieben und zwar in seiner reinen traditionsreichen Art und Weise. Seit 2003 streut die Band ihre Klänge unters Volk. Alle sind bestens aufeinander eingespielt. Wer die Geigerin Gudrun Walther erlebt und mit ihr Gitarrist Jürgen Treyz, weiß warum die Band so bekannt und beliebt ist. Gudrun Walther mit roter wallender Mähne strahlt selbst dann, wenn Melancholie die Fiddle-Tunes verdrängt und die Band mit Balladen auf die Bühne kommt. Denn natürlich ist nicht alles heiter und vergnügt auf der Grünen Insel. Schicksalsschläge sind auch hier Thema in der Musik.

Dann hält Gudrun Walther die Finger am Geigenhals still und lässt poesievoll und schön ihre Stimme hören. Claus Steinort klinkt sich ein mit den Uilleann Pipes oder der Flöte. Melodiestimmen und Gesangstimmen reiben sich. Es sind Musik gewordene melancholische Beobachtungen über den Winter, der naht. Für diese Gegenstücke zu den Fiddle-Tunes im Programm ist die schottische Singer/Songwriterin Kim Edgar zuständig zum Beispiel mit dem schottischen Traditional „The spell of winter“.

Geschichten über Legenden

Es gibt auch Geschichten über Legende gewordene Menschen, die hier vertont sind, festgehalten auf der neuen CD, die zusammen mit Biskuits aus Schottland am Stand gekauft werden kann. Eine dieser Legenden ist True Tom, der tatsächlich die Eiskönigin küssen darf. Sie lockt ihn in ihr Reich. Sieben Jahre darf er ihr zu Diensten sein, bevor er wieder gehen muss. Zum Lohn für seine Liebesmühen verleiht sie ihm seherische Fähigkeiten, daher sein Beiname True Tom, wahrer Tom. „Es gibt Schlimmeres“, sind sich die Männer in der Band Cara, Jürgen Treyz und Claus Steinort, einig.

Ist die Geschichte verklungen, funkelt Gudrun Walther mit den Augen und lässt erste leise, dann immer lauter einen Fiddletune hören, der alle lockt auch die Menschen im Publikum, die sofort mitwippen und später mitklatschen. Sie tanzt dabei. Ihre Finger finden die Töne blind. Irish Folk zeichnet sich durch rhythmische Stolpersteine aus. Gudrun Walther stolpert gekonnt mit und lacht dabei. Dazu setzt sie wie nebenbei kleine Triller, genauso wie ihre Vorbilder aus Irland.

Viele Länder haben die Musiker schon zusammen bereist. Man spürt, hier verschmelzen Könner, die es allesamt faustdick hinter den Ohren haben. Da kann der Nachthimmel draußen noch so schwarz sein. „Diese Fröhlichkeit steckt an, und das hält hoffentlich lange“, schmunzelt Zuhörerin Regina Bauer aus Besigheim mit Blick auf graue Novembertage.

Internationale Besetzung

In schönster Regelmäßigkeit wechseln hier in der Musik Sonne und Regen als Spiegel für das Leben selbst. Das ist gut eingefädelt von der international zusammengesetzten Band Cara. Die Kunst ist dabei für die Musiker, die Gefühle im Gleichgewicht zu halten, denn nur die Mischung macht es. Im Laufe des Abends kommen sich Publikum und Band nah, sehr nah. Aus anfänglicher Unsicherheit wegen den Pandemiebestimmungen wurde ein rauschendes Konzert, fast ein Fest unter Masken. „Das kann schon wieder das letzte Mal gewesen sein. Man muss zurzeit erst recht die Feste feiern wie sie fallen und froh sein über alles, was man kulturell mitnehmen kann“, bringt es Lydia Gerst aus Bietigheim-Bissingen auf den Punkt. ⇥

 
 
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