Jahresgespräch 1,5 Millionen Euro mehr eingenommen

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Markgröningens Bürgermeister Rudolf Kürner mag den Ratssaal im Rathaus.⇥ Foto: Martin Kalb

Die gute Haushaltslage der Gemeinde freut Bürgermeister Rudolf Kürner, Sorgen macht er sich über nicht besetzte Stellen in den Kindergärten und der Verwaltung.

Markgröningens Bürgermeister Rudolf Kürner zieht ein positives Fazit der vergangenen Monate und freut sich auf die Aufgaben, die ihn 2020 erwarten, sagt er.

Die Gesamtbilanz 2019: Blickt der Bürgermeister der Schäferlaufstadtauf das Jahr 2019 zurück, ist er sehr zufrieden. „Wir haben unsere wichtigen strategischen Ziele erreicht. In den Kindertagesstätten können wir neue Plätze zur Verfügung stellen und die Zuweisungsquote für die Flüchtlinge in der Erstunterbringung erfüllen. Zudem haben wir neuen Wohnraum in unserer Stadt geschaffen, einen Sportstättenentwicklungsplan erarbeitet, die Anbindung Markgröningens an das Schienennetz weiter forciert und die Struktur unserer Musikschule dauerhaft gesichert“, betont Kürner. Natürlich haben die Verantwortlichen der Stadt nicht alle Wünsche aus der Bürgerschaft erfüllen können. Die Mitglieder des Fußballvereins Markgröningen hätten sich eine schnellere Umsetzung des zweiten Bauabschnitts am Sportzentrum am Benzberg gewünscht. „Dies wird mindestens noch 15 Jahre dauern. Darüber gab es Diskussionen im Fußballverein, der noch länger im Glemstal verbleiben muss, aber wir können uns nicht alles sofort leisten“, erklärt Kürner.

Die wichtigsten Investitionen 2019: Trotz angespannter Finanzlage wurden in den zurückliegenden Monaten auch viele Projekte umgesetzt. So läuft das aktuelle Sanierungsgebiet „Stadtkern V“ sehr erfolgreich. Auch die Mensa in der Sudetenstraße für die Kindertagesstätte und die Landerngrundschule wurde fertiggestellt ebenso wie Räume für die Ganztagsbetreuung. Die Sanierung des Bildungszentrums am Benzberg wurde endgültig abgeschlossen. Besonders wichtig ist dem Bürgermeister auch die Umsetzung des „Green City Plans“. Dies sei zwar finanziell gesehen keine der größten Investitionen, aber wichtig für Klima und Umwelt. „Nicht nur unsere Amtsboten sind mit E-Fahrzeugen unterwegs, sondern auch ich selbst werde im kommenden Jahr ein umweltfreundliches Hybrid-Fahrzeug fahren. Wir haben die Lade-Infrastruktur in der gesamten Stadt ausgebaut. Die Mitarbeiter der Verwaltung sollen künftig auch ein E-Bike-Leasing-Modell nutzen können“, so Kürner. Weiterhin wurde im Jahr 2019 der umfassende Ausbau der Bahnhofstraße abgeschlossen. Die Gesamtausgaben dafür blieben sogar 60 000 Euro unter der Kostenschätzung.

Die Haushaltslage 2019: Finanziell erfreulich verliefen die vergangenen Monate vor allem bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer für die Schäferlaufstadt. „Wir haben bei dieser Position im Etat 1,5 Millionen Euro mehr eingenommen als geplant. Die Jahresbilanz schließt mit einem Plus in Höhe von 2,1 Millionen ab“, zeigt sich Kürner erfreut. Auch ihre Verschuldung kann die Stadt von noch 15 Millionen Euro im Jahr 2016 auf geplante 12,9 Millionen Euro Ende 2020 reduzieren.

Die Aussichten für 2020: Auch der Haushaltsplan für das Jahr 2020 steht, selbst wenn der Ausgleich schwierig war. „Wir werden in den kommenden Monaten wieder viele Projekte verwirklichen können. Mehr Sorgen bereiten mir die Schwierigkeiten bei der Besetzung der offenen Personalstellen in den Kindertagesstätten und in der Verwaltung“, erläutert Kürner. „Wir müssen überlegen, ob wir den Erzieherinnen nicht künftig anbieten, dass sie auch ihre Kinder mit in den Kindergarten bringen können, wie das in anderen Gemeinden schon praktiziert wird“, sagt er. Mit der Fachgebietsleiterin für Bildung, Kultur und Freizeit, Andrea Hartmann, verlässt 2020 zudem eine langjährige Führungskraft die Stadtverwaltung in Richtung Remseck. „Wir hoffen, dass wir alle offenen Stellen zeitnah besetzen können“, so Kürner.

Die wichtigsten Projekte 2020: Die Sanierung des Markt- und des Kirchplatzes, der Bau der geplanten neuen Kindertagesstätten beispielsweise im Schäferweg sowie die Detailplanung der Bebauung des Glemstalareals in Unterriexingen, wo im April 2021 Baubeginn sein soll, zählen zu den wichtigsten Projekten der Schäferlaufstadt in den kommenden Monaten. Beim neuen Wohngebiet „Alte Ziegelei“ und der Schienenanbindung möchte Kürner 2020 ebenfalls entscheidend vorankommen. „Ich hoffe, dass die beteiligten Kommunen bei der Schienenanbindung einen gemeinsamen Zweckverband gründen“, so Kürner.

Persönliche Erwartungen für 2020: Auf den Markgröninger Bürgermeister wartet nach eigenen Aussagen ein spannendes Jahr mit vielen Unwägbarkeiten, sei es bei den Sanierungsmaßnahmen oder der Besetzung der offenen Stellen. „Wir müssen abwarten, wie sich alles entwickelt“, unterstreicht Kürner.

Das Sorgenkind der Kommune: Die Unterbringung der Mitarbeiter der Stadtverwaltung in drei Gebäuden verteilt in der Altstadt, in denen das Raumangebot knapp wird, ist für Kürner kein dauerhafter Zustand. „Entweder wir nutzen die Untere Kelter ganz allein oder nur teilweise gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein oder wir finden ein anderes neues Gebäude für die Unterbringung der Verwaltung. Wir werden demnächst über dieses Thema im Gemeinderat diskutieren“, so der Bürgermeister, der dabei auf eine zeitnahe Lösung setzt.

 
 
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