Jahresgespräch in Löchgau „Für junge Familien attraktiver werden“

Von Helena Hadzic
Bürgermeister Robert Feil im Hof des Gasthauses Krone und der anliegenden Scheune: „Gemeinsam können wir alles erreichen, auch in schwierigen Zeiten“, ist er überzeugt. Foto: /Martin Kalb

Bürgermeister Robert Feil zieht im Jahresgespräch Bilanz: Bezahlbaren Wohnraum und attraktive Bedingungen für junge Familien zu schaffen, standen 2022 ganz oben auf der To-do-Liste der Gemeinde.

Im Jahr 2022 wurden viele Weichen für wichtige Projekte in den nächsten Jahren gestellt – das ist die Bilanz des Löchgauer Bürgermeisters Robert Feil. Ein solche Weichenstellung sei beispielsweise die Planung des Begegnungszentrums um die Gasthäuser Krone und Adler im Rahmen der Ortskernsanierung gewesen. Aber auch mit der Hausarztpraxis und den seniorengerechten Wohnungen in der Nonnengasse könne Ende 2023 nun endlich begonnen werden, sobald die Rettungsgrabungen abgeschlossen sind. „Auch wenn uns externe Einflüsse die Rahmenbedingungen erschwert haben, können wir im Großen und Ganzen zufrieden sein“, so der Bürgermeister im Gespräch mit der BZ.

Aber es wurden nicht nur künftige Vorhaben vorangetrieben – in der Gemeinde konnten im vergangenen Jahr auch einige Projekte abgeschlossen werden.

Projekte und Investitionen des Jahres 2022

Feil freut es besonders, dass der vier Millionen Euro teure Bau der 18 mietgebundenen Wohneinheiten in der Löfflerstraße beendet wurde. „Das ist unsere gesellschaftliche Verantwortung“, sagt er in Bezug auf das Projekt. Ihm sei es wichtig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und so seiner Aufgabe als Bürgermeister nachzukommen.

Auch beim Löchgauer Schulareal seien die Umbauarbeiten in vollem Gange. Das Projekt habe die Gemeinde nun über einige Jahre begleitet: Das alte Hauptgebäude der Jakob-Löffler-Schule wird zu einem Kindergarten umgebaut. Damit sei die Grundlage gelegt für den gestiegenen Bedarf an Plätzen bei der Kinderbetreuung, was Feil sehr begrüßt – „Die Gemeinde soll für junge Familien attraktiver werden“, betont er.

Neben diversen kleinen zählt er diese zwei Projekte zu den wichtigen des Jahres 2022. Aber nicht nur positive Ereignisse prägten Löchgau in den vergangenen zwölf Monaten – auch überraschende Herausforderungen mussten bewältigt werden: Die Folgen des Ukraine-Konflikts und die Energiekrise, die durch verschiedene Vorgaben seitens der Bundesregierung aufgefangen werden sollten. „Da hatten wir als Kommune wenig Einfluss, aber wir haben unser Möglichstes getan, dem Problem zu begegnen“, sagt Bürgermeister Feil.

Energiesparende Maßnahmen und Flüchtlingsunterkünfte

Die Gemeinde Löchgau kam den vorgeschriebenen Maßnahmen nach: Die Temperatur in den Räumen der Verwaltung wurde herabgesenkt, die Beleuchtung verschiedener Gebäude minimiert. Auch wegen der Preissteigerungen für Strom und Gas habe sich die Gemeinde intensiv mit Alternativen beschäftigt, um die Einwohner langfristig mit Wärme versorgen zu können, erklärt Löchgaus Bürgermeister. „Nicht nur der klimaneutrale Aspekt spielt hierbei eine Rolle, sondern auch der ökonomische“, so Feil.

Auch in Anbetracht der geflüchteten Neuankömmlinge aus der Ukraine musste umgedacht werden. Um die 80 Flüchtlinge wurden aufgenommen. „Das war eine Herkulesaufgabe, die uns viel Mühe gekostet hat“, betont er. Es mussten „zum Glück“ keine Hallen für die Unterbringung belegt werden, aber dies hatte zur Folge, dass Wohnraum weggefallen ist. „Das ist die Kehrseite einer dezentralen Unterbringung“, schlussfolgert Feil. Dennoch sei er froh, dass er Wohnraum für die Flüchtlinge akquirieren konnte. Die Gemeinde habe mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet – dies werde sich auch im neuen Jahr nicht ändern, er rechne mit weiteren Flüchtlingen.

Ein anderes Sorgenkind sei der Fachkräftemangel gewesen. „Diesen Mangel werden wir nicht so einfach bewältigen können“, macht Feil deutlich. „Wir als Gemeinde sind aber sehr stolz auf die Fachkräfte, die wir haben“. Einen Lösungsansatz sieht er in der guten Ausstattung von Arbeitsplätzen und guten Bedingungen für die Mitarbeiter.

Ein gutes Polster im Haushalt und künftige Projekte

Was die finanzielle Situation der Gemeinde angeht, ist Feil zufrieden. Mit einem ordentlichen Ergebnis von 600 000 Euro habe die Gemeinde 2022 mit einem „guten Polster“ verabschiedet. Trotz steigender Energie- und Personalkosten sei gut gewirtschaftet worden – eine gute Grundlage für die Projekte im neuen Jahr: Der Glasfaserausbau startet, das alte Hauptgebäude der Jakob-Löffler-Schule wird zum Kindergarten und die Liegenschaften Löchgaus, wie etwa die Sporthalle Greuth und die Gemeindehalle, werden klimaneutral saniert. Auf die Ortskernsanierung freut sich Bürgermeister Feil besonders: „Das stärkt die Gemeinschaft“.

Sein Wunsch für 2023 ist der gesellschaftliche Zusammenhalt in der Gemeinde und eine weitere gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Gemeinderat und den Ehrenamtlichen. Feil: „Gemeinsam können wir alles erreichen, auch in schwierigen Zeiten.“

 
 
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