Jahresgespräch Langfristige Vorhaben stehen auf dem Arbeitsplan

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Bürgermeister Albrecht Dautel formuliert seine persönlichen Wünsche für 2020, „dass der Gemeinderat weiterhin mit den Themen, die anstehen, sich konstruktiv auseinandersetzt und zukunftsfähige Entscheidung trifft“.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Bürgermeister Albrecht Dautel ist seit 20 Monaten in Bönnigheim im Amt und hat erste Prioritäten gesetzt.

Bürgermeister Albrecht Dautel hat sich in Bönnigheim etabliert, nachdem er im April 2018 mit 96,5 Prozent der Stimmen gewählt worden war. Was er schon in knapp 13 Jahren als Rathauschef in Walheim bewiesen hat, dies zeigt er auch im Landstädtchen am nördlichen Rand des Landkreises – er ist ein pragmatischer Verwaltungsfachmann und Arbeiter, der in seiner Stadt nach den ersten 20 Monaten seine Prioritäten gesetzt hat. Im Gespräch zum Jahresende gibt der 43-Jährige eine Einschätzung.

Gesamtbilanz für 2019: „Sehr zufriedenstellend“, konstatiert Dautel im BZ-Gespräch. Die interne Herausforderung sei die Umstrukturierung der Verwaltung gewesen. Insgesamt sei es ein arbeitsreiches Jahr gewesen, mit vielen internen Entscheidungen, die ins neue Jahr hineinwirken. Unter anderem sind in der Karlschule zwei Kindergartengruppen eingerichtet worden, und zum Jahresende wird die Betriebsführungen und das Netz der Gasversorgung an die Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG) übergeben.

Die wichtigsten Investitionen 2019: Es sind weniger spektakuläre Großprojekte, die Dautel für das Jahr 2019 in Bönnigheim benennt. So konnten mit dem Grundstückskauf am Hofener Wäldle die Voraussetzungen für die Umsiedlung des Reit- und Fahrvereins getroffen werden. Bekanntlich brauchen die Hohenstein Institute Platz für ihre Erweiterung, weshalb der Reit- und Fahrverein Bönnigheim seine bisherige Anlage in Hohenstein aufgeben musste. Eine Fläche von vier Hektar wird im Wohngebiet Schlossfeld II Süd erschlossen, und auch mit dem Abbruch des Kirchberg-Areal in der Altstadt bei der Stadtkirche wird Platz für Neues geschaffen. Die Ufersanierung am Mühlbach nennt Dautel als weitere Investition, ebenso den Kauf der Alten Kelter am Burgplatz. „Was man nicht so sieht“, so der Bönnigheimer Bürgermeister, aber für die Stadt wichtig sei, ist der Einstieg in die Kanalsanierung in einigen Stadtbereichen.

Die Haushaltslage zum Jahresende: Für den Bönnigheimer Rathauschef sind die Finanzen derzeit gut. „Das gute Steueraufkommen ist aber auch der geringen Arbeitslosigkeit geschuldet“, sagt Dautel. So sind, wie er betont, auch im neuen Jahr keine Steuererhöhungen geplant, und man werde auch 2020 keine neuen Schulden aufnehmen müssen. Allerdings verweist Dautel auch auf Planungen, die sich auf die Folgejahre auswirken werden und nennt dabei die notwendige Erweiterung des Schulzentrums und die der Kindergärten im Bönnigheimer Stadtgebiet.

Aussichten für 2020: Nach Einschätzung von Dautel, hängen die Aussichten für das kommende Jahr „im kommunalen Bereich hauptsächlich von der wirtschaftlichen Lage ab, und damit von der Auftragsentwicklung in unseren Unternehmen“. Sein Ergebnis: „Ich schätze die Aussichten für uns als gut ein.“ Bönnigheim sei mit den Angeboten, die man als Kommune für die Bürger bereitstelle, gut aufgestellt. „Es stellt sich aber die Frage, in welcher Qualität wir diese Angebote mittelfristig anbieten können“, so Dautel. Das Finanzierungsinstrument Grundstücksverkäufe sei natürlich nicht dauerhaft vorhanden, stellt der Bönnigheimer Bürgermeister fest: „Wir haben, wie die meisten Kommunen, ein strukturelles Problem – wir geben mehr aus, als wir aus dem laufenden Betrieb einnehmen.“ Als Beispiele nennt er das Mineralfreibad und auch das Schulzentrum.

Die wichtigsten Projekte 2020: Viele langfristige Projekte kennzeichnen für Dautel das kommende Jahr. So stehen die Planungen für das Schulzentrum und Kinderbetreuung auf der Agenda, dazu gehört auch die Weiterentwicklung der Kita im Schlossfeld zum Kinder- und Familienzentrum in dem Bönnigheimer Wohngebiet. Für das Pflegeheim auf dem Amann-Areal, das von der Evangelischen Heimstiftung gebauten wird, stehen weitere Planungen an. Außerdem sollen Überlegungen angestellt werden, ob und wie der Wohnmobilstandort am Freibad erweitert werden kann.

Die weitere Sanierung der Industriestraße ist für 2020 vorgesehen. Darüber hinaus sei der Antrag zur Aufnahme ins Landessanierungsprogramm für die Innenstadt gestellt worden.

Ganz persönliche Wünsche? „Dass wir es schaffen miteinander, auch hier vor Ort, unser Zusammenleben so zu gestalten, dass die Menschen eine Zufriedenheit haben und sich gerne in ihrer Stadt einbringen“, so formuliert Dautel seine persönlichen Wünsche für das kommende Jahr. Weiterhin wünscht er sich, „dass der Gemeinderat weiterhin mit den Themen, die anstehen, sich konstruktiv auseinandersetzt und zukunftsfähige Entscheidung trifft“.

Das Sorgenkind in der Stadt, gibt es natürlich auch in Bönnigheim: das Stadionsche Schloss. Nachdem Susanne Zander sich entschlossen hat, den Mietvertrag für das Schloss, in dem die Sammlung Zander mit Bildern der Art Brut untergebracht ist, nicht zu verlängern, sieht Dautel darin eine „enorme Herausforderung“, dass der Gemeinderat überlegen muss, wie es mit dem prägenden Gebäude der historischen Altstadt weitergeht.

 
 
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