Ist die Dschunke ein chinesisches Lasten- oder ein Handelsschiff? Nicht in Walheim. Vielmehr ist sie seit 9. Juli 2005 das Jugendhaus am Neckarufer. Ihr damaliger fantasievoller Bau war ein sehr bemerkenswertes Werk: Mit nur 50.000 Euro und vielen helfenden Händen wurde sie unter Architekt Gert Bechtle erbaut.
Jugendhaus Walheim Seit 20 Jahren auf großer Fahrt
Am 9. Juli 2005 wurde die Dschunke am Neckarufer in Walheim als fantasievoller Bau eröffnet.
Initiator Martin Gerlach erinnert an die spannende Zeit
Dass sie auch heute noch sehens- und erlebenswert ist, konnten die Festbesucher beim 20. Geburtstag am vergangenen Mittwoch sehen. Neben Bürgermeister Christoph Herre waren auch zwei seiner Vorgänger, Albrecht Dautel und Martin Gerlach, sowie ehemalige und aktive Gemeinderäte, Nachbarn und interessierte Bürger zu den Jugendlichen in die Dschunke gekommen.
Initiator Martin Gerlach erinnerte sich an die spannende Bauzeit, bei der fast alles in Eigenleistung gemacht wurde. Schüler wurden dabei von Rentnern, Vereinen, Unternehmern und Jugendlichen aus aller Welt unterstützt. Der Kontakt zu zwei der Jugendlichen von damals, Vitaut aus Weißrussland und Andrii aus der Ukraine, bestehe noch heute. Sie übermittelten ihre Glückwünsche und erinnerten sich an eine glückliche Zeit in Walheim.
Auch für Martin Gerlach war die Bauzeit eine lehrreiche Zeit. Noch heute weiß er, was eine Anstoßkante ist und in Erinnerung ist ihm am Ende der Bauzeit, die seine Wochenenden ausfüllten, auch eine Aussage seiner Frau geblieben: „Jetzt ist deine Dschunke fertig. Und was ist mit meinem Schlafzimmer?“
Neben den Anekdoten aus den Anfängen galt der Blick von Jugendhausleiter Tim Schuster natürlich vor allem seinen jugendlichen Besuchern, die sich mit der Dschunke identifizierten und sogar vor dem Fest sauber geputzt haben. „Hier ist ein Freiraum für sie, wo sie ihre Fähigkeiten entdecken, ihre Talente üben und Energie tanken können“, zog er nach zweijähriger Tätigkeit Bilanz. Die Dschunke zeige, was man erreichen könne, wenn man zusammenhalte, so Bürgermeister Christoph Herre. Er betonte, dass es keine Selbstverständlichkeit angesichts leerer Kassen sei, an der offenen Jugendarbeit festzuhalten und dankte dem Gemeinderat für diese Entscheidung, die bewusst offen, niederschwellig und an den Lebensrealitäten der Jugendlichen orientiert sei.
Die Jugendlichen bedankten sich für ihr Haus und die damit verbundenen Möglichkeiten. Ihre begeisterte Reaktion auf die Ankündigung, dass aus Spendengeldern noch in diesem Sommer ein Beachvolleyballfeld angelegt werde, brachte alle zum Schmunzeln und leitete zum Fest über.
