Kandidaten Porträt zur Landtagswahl: Friedemann Meyer Musik und Kunst als Ausgleich zum stressigen Alltag

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Friedemann Mayer ist im Wahlkreis Vaihingen Kandidat für die Landtagswahl 2021 der AfD. Aktuell ist er Referent im Stuttgarter Landtag und ist gerne mal im daneben liegenden Oberen Schlossgarten. ⇥ Foto: Ann-Catrin Drossel

Friedemann Meyer von der AfD hat seine innere Ruhe gefunden, das sei nicht immer so gewesen. Geholfen haben Musik, Kunst und Literatur.

Überlegt, ruhig, mit einem Hang zur Melancholie, so beschreibt sich Friedemann Meyer selbst. Er habe gelernt, seine innere Ruhe zu finden und sie auch zu bewahren. Denn daraus ziehe er Kraft. Und die benötigt er auch: Um 5 Uhr beginnt sein Tag mit der Pflege seiner dementen Mutter, dann geht es in den Stuttgarter Landtag, wo er seit Dezember 2018 als Referent der AfD-Fraktion für Verkehr, Umwelt, Energie und Klima arbeitet – nebenher läuft der durch die Pandemie eingeschränkte Wahlkampf für die Landtagswahl. Abends geht es nach Hause zu „Muttern“ wie er sagt – gegen 22 Uhr ist der arbeitsreiche Tag vorbei.

Mit Musik, Kunst und Literatur entspannt der 55-Jährige und erlangt die genannte innere Ruhe. „Ich habe mit fünf Jahren begonnen, Klavier zu spielen“, sagt Friedemann Meyer. Zudem könne er Kirchenorgel, Posaune und Trompete spielen. „Musik entspannt mich und ich brauche das.“ Was er nun seit einiger Zeit neu angefangen hat, ist Zeichnen und Malen. Das sei ein Ausgleich, so Meyer. „In meinem jetzigen Job als persönlicher Referent gibt es relativ viel Stress und Arbeit.“

Für die AfD tritt er nun im Wahlkreis 13 (Vaihingen) sowie im Wahlkreis 12 (Ludwigsburg) als Kandidat bei der diesjährigen Landtagswahl an. Es wäre das erste politische Amt Meyers. Als Kind wollte er hingegen Arzt werden, doch das scheiterte am großen Latinum und so begann seine berufliche Karriere nach dem Abitur 1985 zunächst in einem ganz anderen Bereich: als Zeitsoldat in der Offizierslaufbahn. „Ich bin im Herzen und in vielen Einstellungssachen immer noch Soldat.“ Doch das Soldatendasein und die Bundeswehr seien sehr enge Welten. „Ich wollte das Größere kennenlernen. Es ist von klein auf mein ewiges Streben, die Welt zu verstehen.“ Das sei seine Lebensaufgabe und ein Grund, warum er nach der Bundeswehr anfing, in München Geologie und Paläontologie zu studieren.

Durch diese berufliche Vielfalt habe er zwei völlig unterschiedliche Weltsichten: „Wenn ich beispielsweise die Landschaft betrachte, sehe ich diese einmal als Soldat“, erklärt der gebürtige Pforzheimer, taktisch betrachtet er die Beschaffenheit des Gebiets. „Dann sehe ich es gleichzeitig unter dem Blick des Geologen und überlege mir, wie die Landschaft entstanden ist.“ Zudem arbeitete er bereits im Vermessungsbereich und habe somit auch einen Blick für Infrastruktur. Außerdem liebe er die Natur. Deswegen traf die BZ ihn im Oberen Schlossgarten in Stuttgart. Er verbringe hier gerne seine Mittagspausen. „Ich bin ein großer Fan der Natur und habe immer einen kleinen Hammer dabei.“ Damit könne er Steine aufklopfen.

Als Mensch geprägt habe ihn auch seine Zeit im Sicherheitsgewerbe. Rund 15 Jahre lang war er zunächst als Partner und später als alleiniger Geschäftsführer eines Sicherheitsunternehmens in München tätig. Ständige Erreichbarkeit, kein Urlaub – Meyer erlitt einen Burn-out. Das wolle er nicht wieder erleben und betont erneut die Wichtigkeit einer inneren Ruhe. Die wünscht er sich auch für seine Mitmenschen und dafür weniger Angst, auch vonseiten der Politik.

Da sei einer der Gründe, warum es ihn in die Politik zieht. „Haltet euch fern von der Politik, außer es ist eine Notwendigkeit da“, hält er es wie der Philosoph Epikur. Diese Notwendigkeit hält er inzwischen für gegeben. Rückhalt erhalte der 55-Jährige unter anderem von seiner Ex-Frau und den beiden gemeinsamen Söhnen. Er lebe danach, immer zu überlegen, wozu seine Handlungen führen können. Daher sei seine Kandidatur keine spontane Idee, sagt Meyer. „Ich kann mein ganzes Wissen und meine breite Weltsicht einbringen“, sagt er zu seiner Kandidatur, „es erfüllt mich.“

 

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