Kandidaten Porträt zur Landtagswahl: Nikolaos Boutakoglou Atempause im Bürgergarten

Von Frank Ruppert
Vom Bürgergarten aus, Nikolaos Boutakoglous Lieblingsort, hat man einen schönen Blick auf die Altstadt mit Stadtkirche.⇥ Foto: Martin Kalb

AfD-Mann Nikolaos Boutakoglou erzählt der BZ von einem prägenden Hausmeister, seiner Berufung und warum er Rammstein nur bei Zimmerlautstärke hört

Nikolaos Boutakoglou hat sich für das BZ-Porträt den Bürgergarten in Bietigheim ausgesucht. Der AfD-Landtagskandidat für den Wahlkreis 14 (Bietigheim-Bissingen) wohnt in Vaihingen. „Aber beruflich bin ich oft bei Kunden in Bietigheim und im Anschluss setze ich mich gerne in den Bürgergarten, schalte mein Handy aus und entspanne für 30 Minuten“, sagt der selbständige Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Boutakoglou ist 1983 in Serres Griechenland geboren. 1989 entschloss sich die Familie nach Deutschland zu gehen. „Mein Vater wollte eine sichere Rente haben“, sagt Boutakoglou zum Beweggrund für die Auswanderung.

In Deutschland angekommen, lernt der kleine Boutakoglou viel über die Schwaben von einem Hausmeister: „Wir haben damals in einem Hochhaus gewohnt und er hat mich immer zum Rasenmähen oder ähnlichem mitgenommen. Da hab ich die schwäbische Mentalität mitbekommen.“ Auch zu Hause habe man sich früh an die neue Heimat gewöhnt: „Meine Mutter hat schon immer neben griechischem Essen auch Schnitzel gemacht, und gesprochen wurden zu Hause auch beide Sprachen“, erinnert sich der 37-Jährige.

Nach der Schule fand er als Anlagenmechaniker seine Berufung. „Ich habe ein Praktikum gemacht und schnell gemerkt, dass mir die Arbeit Spaß macht. Noch heute stehe ich keinen Tag auf und muss mich zur Arbeit quälen.“ Vor einigen Jahren machte er sich selbstständig und hat nun fünf Mitarbeiter in seinem Betrieb.

Außerdem ist er Familienvater mit zwei kleinen Kindern. „Das alles und jetzt den Wahlkampf kriege ich nur auf die Reihe mit einem festen Terminplan“, erklärt der gebürtige Grieche, der mittlerweile den deutschen Pass hat. Eine wichtige Rolle spiele dabei natürlich auch seine Ehefrau. „Ohne ihr Okay würde ich mich nicht politisch engagieren. Das ist quasi mein Hobby derzeit“, sagt der Vaihinger, der nach eigenen Angabe jeden Tag dreieinhalb Stunden lang Wahlkampf-Flyer verteilt.

Neben dem Beruf, der Familie und dem Wahlkampf bleibt nicht viel Zeit für anderes. „Früher war ich mal im Fußballverein. Ich habe auch Taekwondo gemacht und war mal im Schachverein“, dazu fehle jetzt aber die Zeit. Auch gereist sei der VfB-Fan früher gerne, unter anderem jedes Jahr einmal in die alte Heimat nach Griechenland.

Der aktuelle Wahlkampf ist sein zweiter als Kandidat. Er wollte schon 2019 in Kreistag einziehen, ebenfalls für die AfD. Dabei hat Boutakoglou eine CDU-Vergangenheit, war acht Jahre lang Mitglied, bevor er seine Werte besser bei der AfD vertreten sah und wechselte.

Diskussionen in der Familie

In seiner Familie gibt es dabei auch andere Strömungen. Nikolaos Boutakoglous Eltern seien politisch anders orientiert. Streit gebe es deswegen aber nicht: „Ich bin dafür, dass man miteinander reden sollte, immer“, sagt der Handwerksmeister. Der respektvolle Umgang auch mit Menschen anderer Ansicht sei ihm sehr wichtig.

Bei seinem Musikgeschmack gibt sich der AfD-Mann ganz heimatverbunden: „Ich höre alles von Schlager wie Andrea Berg bis Popmusik von Nena.“ Musik sei für ihn wichtig, auf der Baustelle drehe er gerne das Radio auf. Und im Büro, wenn er abends noch über Schreibkram sitze, dann läuft schon mal Rammstein. Das helfe bei der Arbeit, verrät der Vaihinger. Die für Rammstein typische Lautstärke ist dabei tabu, „sonst würden meine Kinder wach und da würde mir meine Frau was erzählen“, grinst Boutakoglou.

 

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