Kandidaten-Porträts zur Landtagswahl Bachpächter und Ex-Soldat

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Roland Zitzmanns Lieblingspaltz in Bietigheim ist das Viadukt.⇥ Foto: Martin Kalb

FDP-Kandidat Roland Zitzmann war früher Fallschirmjäger, später Parfümverkäufer. In seiner Freizeit engagiert er sich in Vereinen.

Mit einer Sache hat sich Roland Zitzmann selbst überrascht: mit seinem politischen Engagement. Das sagt er selbst. Doch je mehr er erzählt, desto klarer wird, dass es für ihn die logische Konsequenz aus seiner Auffassung von Leben in der Gesellschaft ist. Auf seiner Homepage nimmt er Bezug auf das alte Griechenland: Wer sich damals nicht für das Gemeinwohl einsetzte, sich aus öffentlich-politischen Angelegenheiten heraushielt, wurde als „idiotes“ (Privatmensch) bezeichnet.  Zitzmann will kein „Idiot“ sein.

Seit 2006 in der Partei

„Meckern kann jeder. Wenn mir etwas nicht gefällt, muss ich versuchen, es auf legalem Weg zu ändern“, sagt der 56-Jährige im Gespräch mit der BZ. Bei einem Ortsfest in Aurich hat er vor 15 Jahren mit Kindern Bootle gebaut, als Helga Eberle, Ortsvorsteherin damals wie heute, ihn auf sein Engagement ansprach und zu mehr motivieren wollte. Zunächst sei er skeptisch gewesen, erinnert sich Zitzmann. Überzeugt habe ihn jedoch, dass es in der FDP keinen Fraktionszwang gebe. 2006 trat er in die Partei ein.

In Stuttgart geboren, verbrachte Zitzmann seine ersten elf Lebensjahre in Feuerbach, ehe seine Eltern in Aurich ein Haus bauten und die Familie nach Vaihingen umzog. Nach dem Hauptschulabschluss in Enzweihingen düste er täglich mit dem Mofa nach Münchingen für die Berufsausbildung zum Landschaftsgärtner. 1984 folgte der Wehrdienst  in Calw, nach der Grundausbildung war er in Nagold und später in Münsingen stationiert. Die Zeit bei der Bundeswehr „hat viel Spaß gemacht“, erzählt Zitzmann, dessen Ziel damals Berufssoldat war. Nach dem Wehrdienst hatte er sich immer wieder neu für die Bundeswehr entschieden, machte den Lehrgang zum Feldwebel und verbrachte die meiste Zeit bei den Fallschirmjägern. Nach einem Unfall bei einem Fallschirmsprung 1989 wurde eine Neuorientierung notwendig.

Roland Zitzmann kehrte der Bundeswehr den Rücken und arbeitete eine Zeitlang als Kosmetik- und Parfümverkäufer. Auf einer Kosmetikparty traf er vor 26 Jahren Birgit wieder, die er aus Schulzeiten kannte. Sie wurde seine Ehefrau und brachte die Söhne Matthias und Patrik mit. Vor 24 Jahren wurde die gemeinsame Tochter Janina geboren. „Ich habe eine tolle, große Familie“, sagt Roland Zitzmann, der sich selbst als bodenständigen Familienmenschen bezeichnet und in Horrheim in einem Mehrgenerationenhaus wohnt.

Natur genießen

Nach seinem Sehnsuchtsort gefragt, nennt er seinen Garten und die drei Kilometer Bach in Aurich, die er gepachtet hat, „um die Natur zu genießen“ und wo er auch gerne mit dem Hund spazieren geht. Statt Venedig oder Karibik fährt er mit seiner Frau lieber in den Schwarzwald oder nach Norddeutschland in den Urlaub. Fernweh? „Wenn wir am Esstisch sitzen, haben wir die Weinberge direkt vor uns – was will man denn mehr?“

Hauptberuflich ist der 56-Jährige derzeit bei einem Allgäuer Logistikunternehmen angestellt, wo er für die Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern verantwortlich ist. Sein Schreibtisch steht allerdings in Ensingen, denn Zitzmann kann auch in Nicht-Corona-Zeiten überwiegend im Homeoffice arbeiten. Zuvor war er bereits über 20 Jahre in verschiedenen Positionen in der Transportlogistik tätig.

„Politik sortiere ich momentan noch in der Freizeit ein, Wahlkampf ist dann schon wieder Arbeit. Aber unterm Strich ist Politik für mich Hobby“, sagt Zitzmann. Sich zu engagieren gehört für das vielfache Vereinsmitglied dazu: „Ich kann nicht daheim rumsitzen.“ Das sei für ihn aber ein „Darf“, kein „Muss“.

 

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