Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den aktuellen Stand der Katzenschutzverordnung in Ingersheim zur Kenntnis genommen. Demnach wurden bis November 2025 insgesamt 15 Katzen kastriert. Im Jahr 2024 waren es neun Tiere, darunter sieben Kater und zwei Kätzinnen, mit Ausgaben in Höhe von 1193 Euro für die Gemeinde. Im Jahr 2025 wurden sechs Katzen kastriert, mit Kosten von 1040 Euro. Zusätzlich wurden auch bereits kastrierte Katzen eingefangen und überprüft. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Vermisste Tiere Kreis Ludwigsburg“ konnten auch schwierige Fälle mit uneinsichtigen Tierhaltern erfolgreich gelöst werden. Zudem haben zwei weitere Besitzer ihre Katzen aufgrund der Verordnung kastrieren lassen, wie Colin Cichy vom Hauptamt erläuterte.
Ingersheim Weniger Streuner, mehr Tierschutz
Ingersheim zieht eine positive Bilanz der Katzenschutzverordnung.
Ziel: Zahl streunender Katzen eindämmen
Die Verordnung wurde auf Grundlage des Tierschutzgesetzes erlassen und dient dazu, den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen und Kater zu regulieren. Ziel ist es, die stetig wachsende Zahl streunender Katzen einzudämmen und gleichzeitig ehrenamtliche Tierschützer rechtlich abzusichern, die sich um das Einfangen, Kastrieren und Kennzeichnen frei laufender Tiere kümmern. Der Erlass der Katzenschutzverordnung wurde in mehreren Gesprächsrunden mit Bürgerinnen und Bürgern, ehrenamtlichen Tierschützern, Gemeinderat und Verwaltung vorbereitet und schließlich am 19. März 2024 beschlossen. Die Verordnung trat zum 1. April 2024 in Kraft.
Andere Gemeinden fragen in Ingersheim nach
Inzwischen würden auch andere Gemeinden über eine Katzen-Verordnung nachdenken und in Ingersheim nachfragen, so Bürgermeisterin Simone Lehnert. Hintergrund in Ingersheim war der deutliche Anstieg streunender Katzen. Ursachen hierfür seien unter anderem mitgebrachte Tiere von geflüchteten Personen aus der Ukraine sowie gestiegene Tierarztkosten infolge der Inflation, die dazu führen, dass Katzen häufiger ausgesetzt oder nicht mehr versorgt wurden.
Derzeit wird die Zahl der streunenden Katzen in Ingersheim auf rund 150 Tiere geschätzt. Geht man davon aus, dass etwa die Hälfte davon weiblich ist und sich unkontrolliert fortpflanzt, würde die Population in den kommenden Jahren stark anwachsen. Ohne eine rechtliche Grundlage war es bislang nicht zulässig, frei laufende und ungechipte Katzen einzufangen und kastrieren zu lassen. Die Katzenschutzverordnung schafft nun Rechtssicherheit.
Um die Umsetzung der Verordnung sicherzustellen, werden ehrenamtlich tätige Vereine unterstützt. Sie können mit einem jährlichen Budget von bis zu 2000 Euro von der Gemeinde ausgestattet werden. Ihre Aufgaben umfassen das Einfangen streunender oder nicht gekennzeichneter Katzen, deren Kastration und Kennzeichnung . Kann bei einer gechipten Katze der Besitzer ermittelt werden, wird dieser zunächst aufgefordert, die Kastration selbst vornehmen zu lassen. Erfolgt dies nicht, kann die Katze eingefangen und kastriert werden; die Kosten können anschließend per Bescheid vom Halter zurückgefordert werden.
Der finanzielle Aufwand für die Gemeindeverwaltung beschränkt sich auf das Verfassen von Abmahnungen und die Koordination. Das jährliche Budget von 2000 Euro ist als Höchstbetrag angesetzt, darüber hinausgehende Kosten können durch Spenden gedeckt werden. Langfristig wird mit sinkenden Kosten gerechnet, da die Zahl fortpflanzungsfähiger Tiere kontinuierlich abnehmen soll. Jörg Palitzsch
