Kein Risiko Corona zwingt zu Umplanungen

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In der Marktstrasse, hier von der Besigheimer Straße aus gesehen, wird bis bis zur Wilhelmstraße eine neue Wasserleitung verlegt. Baubeginn ist der 15. Juni. Foto: Martin Kalb

Die Verwaltung will „In den Beeten“ wegen der Pandemie kein Risiko eingehen – und zieht Mitte Juni die Sanierung der Wasserleitung in der Marktstraße vor.

Die Ingersheimer Verwaltung und der Gemeinderat stellen sich auf die sichere Seite. Geplant war, die Tiefbauarbeiten für eine neue Wasserleitung im Wohngebiet „In den Beeten“, nach der Vergabe Ende März, am 20. April zu beginnen. Doch Corana machte diesem Zeitablauf einen Strich durch die Rechnung. Der Grund: Sollte ein Corona-Fall im Wohngebiet eine 14-tägige Quarantäne auslösen, könnte die im ungüstigsten Fall zu einer ebenso langen Unterbrechung der Tiefbauarbeiten führen. Dies sei den Anwohnern nicht zu vermitteln und man laufe Gefahr, sich der Kritik auszusetzen, ein solches Risiko falsch eingeschätzt zu haben.

Von 10 auf 15 Zentimeter

Gleichwohl legt man in Ingersheim nicht die Hände in den Schoß, und hat sich in der ersten Ratssitzung unter Leitung der neuen Bürgermeisterin Simone Haist bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung dazu entschlossen, die Verlegung der Wasserleitung in der Marktstraße vorzuziehen. Dabei geht es um die Verlegung neuer Rohre mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern in dem Teilstück von der Einfahrt in die Besigheimer Straße bis zur Wilhelmstraße, dort liegen noch alte Rohre mit zehn Zentimetern im Boden. Vom Rathaus bis zur Wilhelmstraße liegen bereits 15er-Rohre, ebenso von der Gärtnerei Willmann bis ins Gewerbegebiet. Mit dem geplanten Austausch „In den Beeten“ und der Marktstraße kommt es zu einer insgesamt weiteren Verbesserung des bestehenden Wassernetzes.

Im Gegensatz zum Wohngebiet „In den Beeten“ besteht in der Marktstraße keine Notwendigkeit, Hausanschlüsse zu erneuern, was für die ausführende Firma die Gefahr einer Corona-Situation stark mindert. Die Kosten für die Sanierung der Leitung in der Marktstraße belaufen sich auf rund 270 000 Euro. Der federführende Diplom-Ingenieur Axel Westram sagte, man wolle auf dem Teilstück der Marktstraße im Gesamten auch einen neuen Asphaltbelag einbauen, wenn nötig, Schächte erneuern und schadhafte Randsteine austauschen. Die Mehrkosten dafür belaufen sich auf 55 000 Euro.

Als Baubeginn nannte Westram den 15. Juni, die Bauzeit soll sechs Wochen betragen. Die Rohre werden abschnittsweise verlegt, die Anwohner sollen so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. „Kein Anwohner wird abgeschnitten“, so Westram. Nach Fertigstellung in der Marktstraße soll es ohne Pause mit den Tiefbauarbeiten „In den Beeten“ weitergehen.

„Muss so gemacht werden“

Man habe keine andere Option, „es muss so gemacht werden“, sagte Jürgen Fleischmann, FWG-Fraktionsvorsitzender. Eine Anregung von Karin Zimmer (WIR), nur einen breiten Gehweg für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren auf einer Seite in der Marktstraße zu bauen, stellte Amtsleiter Harald Schnabel das Argument entgegen, dies würde einen Bebauungsplanänderung mit Zeitverzögerungen nach sich ziehen.

Axel Westram ergänzte, die Gehwege auf beiden Seiten dienten mit den Zugängen zu Häusern und Garagen auch der Verkehrssicherheit. Somit werde es schwierig, zu bestimmen, auf welcher Seite der Gehweg wegfallen solle.

 
 
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