Kinderbetreuung Bönnigheim Ein Lichtblick für die Kinderbetreuung

Von Birgit Riecker
In der Kindertagesstätte im Schlossfeld in Bönnigheim wird eine Krippengruppe in eine Kindergartengruppe umgewandelt. Foto: /Oliver Bürkle

In der Kindertagesstätte Schlossfeld wird eine Krippengruppe in eine Kindergartengruppe umgewandelt.

Auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz sind derzeit 29 Kinder. 372 Kindergartenplätze gibt es in Bönnigheim. Doch auch mittelfristig werden über 400 Kinder einen Betreuungsplatz benötigen. Daher beschloss der Verwaltungsausschuss auf Vorschlag der Verwaltung eine „Bedarfsanpassung“: In der Kindertagesstätte Schlossfeld wird eine Krippengruppe in eine Kindergartengruppe umgewandelt.

Clevere Idee: Umwandlung der U3-Gruppen

Eltern und Erzieherinnen warteten im Sitzungssaal auf den befreienden Beschluss: Wird die Kommunalpolitik zustimmen? Teil der cleveren Idee ist eine Umwandlung der U3-Gruppen, also der Krippengruppen. Derzeit werden 44 Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren in fünf Gruppen betreut.

Birgit Papendorf aus dem Fachgebiet Kindertagesstättenverwaltung schlug eine Umwandlung vor, da der Bedarf ja noch Luft nach oben aufweise. In zwei Gruppen mit jeweils zehn Kindern könnten Ein- bis Dreijährige betreut werden, in zwei weiteren Gruppen könnten die Zwei- bis Dreijährigen unterkommen. Die Betriebserlaubnis gilt dann bei Letzteren für jeweils zwölf Kinder. Somit wäre der derzeitige Bedarf gedeckt.

Und so könnten umgerechnet 2,2 Vollzeitäquivalentstellen anderweitig eingesetzt werden. Was natürlich erst einmal sehr theoretisch klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Der Gemeinderat hat in seinem Konsolidierungskonzept für die Stadtfinanzen festgelegt, dass keine weiteren Personalstellen geschaffen werden dürfen. Doch mit den nunmehr frei gewordenen Stellen könnte eine fünfte Ü3-Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten von sechs Betreuungsstunden pro Tag funktionieren. Denn gefordert werden hierfür lediglich 1,98 Stellen.

Platz ist im ersten Obergeschoss vorhanden

Die Umwandlung könnte zum neuen Kindergartenjahr in Kraft treten, wenn Erzieherinnen und Eltern einverstanden sind. Das Platzangebot sei im ersten Obergeschoss vorhanden, lediglich Mobiliar und Spielsachen müssten noch für rund 15.000 Euro beschafft werden. „Können wir da nicht auch Sachen aus dem ehemaligen Kindergarten in der Karlstraße nutzen?“ wollte Stadtrat Michael Gerdes (UWG) wissen. Das sei bereits im Einsatz, versicherte Birgit Papendorf. Sie sprach von „fast identischen Kosten“ bei der Umwandlung und dem großen Vorteil, dass die Warteliste abgearbeitet werden kann. „Diesen Vorschlag kann ich nur voll unterstützen“, sagte Stadträtin Karin Brenzke-Rösinger (Bündnis 90/Die Grünen). Ihre SPD-Kollegin im Rat, Dorothea Bechtle-Rüster, lobte ebenfalls die „gute Lösung“, schränkte aber ein, dass damit nicht alle Probleme vollständig gelöst seien.

Für Christa Häußer (FWV/CDU) war die Idee „völlig logisch“. Es sei wichtig, die Warteliste abzubauen. Und sie appellierte an das Personal, flexibel zu sein. ABö-Rätin Ulrike Staudenrausch fand die Lösung „knapp kalkuliert“ und schlug erneut vor, Eltern in die Betreuung miteinzubinden. Sie zögerte, ohne Rückmeldung von den Eltern zuzustimmen und enthielt sich bei der Abstimmung als Einzige, während alle anderen zustimmten.

Personalsituation hat sich entspannt

Birgit Papendorf versicherte ihr, dass die vorgeschlagene Lösung den Anforderungen des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) entspreche. Und sie konnte auch sagen, dass sich die Personalsituation entspannt habe. Es gebe wieder Rückmeldungen auf Ausschreibungen und die Stadt verfüge über vier Springerinnen, die kurzfristig verfügbar seien.

 
 
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