Kindergarten in Ingersheim eröffnet Kinderlachen bei den Senioren

Von Jörg Palitzsch
Täglich soll es raus ins Freie gehen, findet Leiterin Christine Schwiderek.⇥ Foto: Oliver Bürkle

In der Residenz wurde ein neuer Kindergarten in Betrieb genommen. Ein Ziel ist die Begegnung zwischen Kindern und Senioren.

Unter dem Dach der „Residenz“, ein Seniorenheim der Evangelischen Heimstiftung in Großingersheim, in dem es unter anderem Betreutes Wohnen und Tagespflege gibt, wird künftig Kinderlachen zu hören sein. Von Anfang an war es ein Ziel in dieser Einrichtung in der Wilhelmstraße, die Begegnung zwischen den Generationen zu fördern, wobei die Kinder Toleranz und Respekt lernen können. Am Dienstag stand nun der Beginn des Kindergartens „Wurzelwerk“ im Mittelpunkt. Acht Kinder kommen vom Mörikekindergarten, nach und nach werden weitere Kinder hinzukommen, so die Leiterin Christine Schwiderek. Platz soll es einmal für insgesamt 32 Kinder haben, maximal 22 im Bereich der altersgemischten Form für zwei bis sechs Jahre, maximal zehn Kinder im Alter von elf Monaten bis drei Jahre im Krippenbereich. Für jede Gruppe gibt es drei Erzieherinnen.

Zwischen den Generationen

Die hellen Räume wurden am Dienstag von der Sonne durchflutet und zeigten sich von ihrer besten funktionalen Seite. Im Schlafraum gibt es für die Kleinen Betten und die ganz kleinen Kinder Schlafkörbe. Ein Waschzimmer, Toiletten und Badezimmer schließen sich an. Es gibt ein Mitarbeiterzimmer, ein Bewegungsraum, eine behindertengerechte Toilette, ein Büro für die Leiterin des Kindergartens und ein Raum, der als Begegnungsstätte zwischen den Generationen dient und mit einer beweglichen Wand vergrößert werden kann.

Mit Beratern verschiedener Fachfirmen hatten vor der Eröffnung für die Ausstattung und Raumgestaltung Termine stattgefunden. Dann wurden die Möbel ausgesucht und bestellt, hinzu kam Spielmaterial für die Krippe und den Kindergarten sowie Geschirr und Küchenutensilien. Vorher stattgefunden haben auch Gespräche mit Eltern, die sich bei einem Infoabend von den Räumen und dem Angebot ein Bild machen konnten.

Inzwischen habe man einen Tagesablauf und eine Wochenstruktur erarbeitet, so Christine Schwiderek. Zum Ablauf gehört der Aufenthalt im Freien, wo im Garten viel Platz zum Spielen ist. Es gibt Sandkästen, einen Quellstein, hier soll später der „Matschbereich“ sein, Rutschen und Schaukeln. In den Stockwerken über dem Kindergarten hat das Betreute Wohnen seinen Platz, von den Balkonen aus können die Senioren den Kindern beim Spielen zuschauen. Neben diesem intergenerativen Schwerpunkt, gibt es noch die Naturpädagogik und Sinneswahrnehmung.

Im „Wurzelwerk“ wird großen Wert daraufgelegt, dass sich die Kinder täglich im Freien aufhalten. Den Klein- und Vorschulkindern sollen Naturerlebnisse ermöglicht werden, entweder im Garten oder rund um Ingersheim. Praktisch ist die nahegelegene Bushaltestelle, die die Möglichkeit bietet, weitere Erkundungen zu unternehmen. Den Kindern soll außerdem ein geschützter Rahmen geboten werden, in den sie sich in ihrem eigenen Tempo entfalten können, so das Ingersheimer Konzept.

 
 
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