Kirbachschule Sachsenheim Kosten erhöhen sich auf 44,6 Millionen Euro

Von Michaela Glemser
Die Kosten für die Erweiterung und Sanierung der Kirbachschule in Sachsenheim steigen erneut. Der Gemeinderat hält aber trotzdem am Vorhaben fest. Foto: /Martin Kalb

Die Erweiterung und Sanierung der Kirbachschule in Sachsenheim wird erneut teurer. Der Gemeinderat will aber trotzdem am Bauprojekt festhalten.

Die Vorplanungen für das laut Bürgermeister Holger Albrich „große und wichtige“ Zukunftsprojekt der Stadt Sachsenheim sind weitgehend abgeschlossen und ihre Ergebnisse konnten die beauftragten Planer der Büros Tusker Ströhle Architekten aus Stuttgart in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellen. Die Kosten für die Sanierung und den Erweiterungsneubau der Kirbachschule mit der benachbarten Kirbachtalhalle haben sich allerdings deutlich erhöht.

Kostensteigerung von 28 Prozent

„Im März dieses Jahres sind wir noch von rund 35 Millionen Euro für das Gesamtvorhaben ausgegangen. Jetzt liegen wir im Zuge der Kostenschätzung bei rund 44,6 Millionen Euro“, machte Architekt Matthias Tusker deutlich. Ursache für diese Kostensteigerung von 28 Prozent seien keine wesentlichen Vergrößerungen der geplanten Flächen, sondern bei den Schadstofferkundungen sei mehr entdeckt worden als erwartet, und zudem habe die Ertüchtigung des Tragwerks für Steigerungen bei den Ausgaben gesorgt, so Architekt Tusker.

Inzwischen favorisieren die Planer auch die Sanierung des Bestandsgebäudes der Kirbachschule in einem einzigen Bauabschnitt, sodass Interimslösungen geschaffen werden müssen, die ebenfalls die Investitionen erhöhen. Auch die Maßnahmen für den Artenschutz lassen die Kosten nach oben tendieren. „Im Zuge der genauen Kostenberechnung kann sich die Summe noch einmal erhöhen. Das werden die weiteren Planungsergebnisse zeigen“, warnte Projektsteuerer Matthias Propp von der Ingérop Deutschland GmbH in der Gemeinderatssitzung. Er erwartet sich aber auch Zuschüsse für dieses Bauvorhaben in Millionenhöhe.

Planer Tusker verwies darauf, dass bei den Vorplanungen keine großen Änderungen vorgenommen wurden und alle bisher geäußerten Anregungen auch umgesetzt wurden. „Im Bestandsgebäude der Schule wollen wir die bisherige Kultur erhalten und es um einen Aufzug und zwei Fluchttreppen als Stahlkonstruktionen ergänzen. Es bleibt bei einem Schulcampus, der sich um einen Freiraum herum anordnet, an dem alle Zugänge liegen“, erläuterte Tusker. Auch das Grundgerüst der Kirbachtalhalle werde beibehalten und diese um eine notwendige Prallwand ergänzt. Der Neubau für die Grundschule zeichnet sich durch seine sogenannte Clusterbildung mit jeweils vier Klassen um eine pädagogische Mittelinsel herum aus.

Allerdings sind die Planer inzwischen von der Holzschalenkonstruktion für die Fassade des Bestandsgebäudes der Schule abgerückt. „Der vorhandene Sichtbeton hat zu viele Ausformulierungen, sodass wir uns für eine Dämmung und Putz aussprechen. Der Neubau und die Kirbachtalhalle aber werden mit einer Holzverschalung versehen“, so Tusker, der mit seinen Kollegen nur das absolut Notwendigste erneuern und austauschen möchte. Dazu gehören beispielsweise die Fenster, die auch ein zentraler Bestandteil in den Planungen für das Gebäudeklima von Fachmann Jochen Lam spielen, der für sein Klimakonzept die Anforderungen vor Ort genau ermittelt hat.

Luftaustausch durch Klappen

Klappen in der Außenfassade sollen für einen Austausch der Luft in den Nachtstunden sorgen, und die Fenster mit bestimmten Beschlägen für eine zeitgemäße Lüftung ausgestattet werden. Niedertemperaturheizkörper und eine Wärmepumpe sind für die Beheizung der Schule vorgesehen. Gemeinderat Hans-Günther Neumann gab zu bedenken, ob die Fenster, zumindest im später erbauten Anbau der Schule, unbedingt ausgetauscht werden müssten. Darüber wollen die Planer noch im Laufe der weiteren Entwicklung des Projekts entscheiden.

Noch keine Interimsräume

Gemeinderat Thomas Wörner regte an, kostengünstige Lösungen für eine Zwischenunterbringung in der Nähe der Kirbachschule, wie beispielsweise im Schützenhaus, anzufragen. Der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit, Christopher King, erwiderte, dass die bisher geführten Gespräche keine neuen Räume zur Interimsunterbringungen erschlossen hätten. Gemeinderat Markus Seyfang warnte vor erheblichen Störungen bei einer Sanierung im laufenden Unterrichtsbetrieb. Projektsteuerer Propp versprach, dass die gegenseitige Rücksichtnahme bei einem solchen Projekt von Bedeutung sei, er aber gewisse Einschränkungen nicht ausschließen könne.

Der Baubeschluss für den Neubau der Grundschule und der Ganztagsbetreuung soll nach dem aktualisierten Zeitplan nicht mehr im März 2026, sondern im September 2026 erfolgen. Die Bauarbeiten sollen im Februar 2028 starten und bis August 2029 andauern. Im September 2029 soll die Übergabe für diesen ersten Bauabschnitt sein. Der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung des Bestandsgebäudes der Schule soll von August 2029 bis Januar 2031 umgesetzt werden. Schließlich stehen von April 2032 bis Juli 2032 noch die Baumaßnahmen an der Kirbachtalhalle an.

 
 
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