Am vergangenen Freitagabend fand in der Bartholomäuskirche ein Kirchenkonzert der Sängerin Sefora Nelson statt. Ein Teil des Erlöses kommt der Kirchensanierung zugute.
Kirchenkonzert Markgröningen Wenn die grüne Aue plötzlich zum Nutellaglas wird
Sefora Nelson überzeugt in der Bartholomäuskirche mit ihrer expressiven Stimme und mit viel Humor.
Sefora – ein Name, so melodisch wie ihre Lieder. Im roten Glitzerkleid mit passendem Federhütchen betritt die Künstlerin die Bühne unter den jahrhundertealten Fresken der Bartholomäuskirche, setzt sich an ihren weißen Flügel und singt. „Lege deine Sorgen nieder, lass einfach los“, denn „nichts ist für deinen Gott zu groß.“
Müheloser Wechsel der Sprachen
Mühelos wechselt Nelson in verschiedene Sprachen, trägt mal laut, mal leise, volltönend oder dezent vor. Ihr Team sorgt für farbig wechselnde Lichteffekte im Hintergrund, die sich perfekt den einzelnen Passagen anpassen. Sefora – Liedermacherin, Sängerin und Autorin – berührt mit ihren Songs die Seele, sie trifft mitten ins Herz und in jedem Text tritt die Gewissheit von Gottes Existenz.
Nelsons Stücke handeln von allen Wundern dieser Welt, von Sehnsucht, Hoffnung und Gottes Vergebung. Als sie einen neuen Tag, einen neuen Morgen besingt, fallen viele Zuhörer mit ein. Seforas klare Stimme erhebt sich und scheint die Kirche mit tiefem Frieden zu erfüllen. „Im Vertrauen schau ich zu Dir – neue Hoffnung ist hier,“ verkündet die Sängerin in ihrem Lied. In harmonischem Tonfall spricht sie von Zweifeln, von Resignation und von Jesus, der mit einem schlichten „Komm, gib mir deine Hand“ reagiert. Oft sind ihre zum Teil gesprochenen Texte von der leichten Musik ihres Flügels untermalt. Nur das Vaterunser, das sie innig vorträgt, wird von ihrer Ukulele begleitet.
Doch Sefora Nelson kann auch anders. Mit reichlich Witz geht die in Backnang lebende Sängerin mit ihrer Botschaft um. „Petrus war der Klassensprecher der Jünger“, erklärt die studierte Theologin dem amüsierten Publikum. Judith De Jong aus Vaihingen gefällt dieser „coole Humor – er ist so authentisch.“ Aber auch schwäbisch ist der Italo-Deutschen durchaus geläufig. So beteuert sie in breitestem Dialekt, wie „schee es isch in Markgreninga, bei aich on de Schäfla.“ Durch den Abend hinweg bildet der Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ ein Thema, das Nelson in einer neuen Version aufbereitet hat. Für sie ist die grüne Aue „wie ein Nutellaglas ganz für mich alleine – eines, das sich immer wieder auffüllt.“ Ihre Songs sind ergreifend und lassen nachdenken, sie locken ein Lächeln und sanfte Tränen in die Gesichter der Zuhörer.
Tiefe Verbundenheit der Besucher
Eine tiefe Verbundenheit unter den Besuchern wird spürbar, und Sefora Nelson singt weiter vom himmlischen Vater: „Komm, vertraue mir nochmal. Ich hab dich nie verlassen und ich werd’ es niemals tun.“ Es stimmt, wenn sie frohlockt, „dann jauchzt mein Herz, Dir großer Herrscher zu,“ denn auch ihre Stimme jubelt und erhebt sich kraftvoll bis in den letzten Winkel des historischen Gotteshauses.
Carsten und Miriam Buhr aus Bietigheim besuchen bereits zum dritten Mal ein Konzert der Musikerin und bestätigen die Aussage von Nelsons Manager Bertram Szymanowski: „Der Ablauf der Konzerte wird von Sefora nicht im Detail geplant, alles ist spontan. Und somit ist jedes anders.“
