Kirchenmusik Besigheim Der Kantorals Veranstalter

Von Gabriele Szczegulski
Tobias Horn macht sich viele Gedanken zum Kirchenmusik-Programm. Foto: /Dekanat

Tobias Horn stellt das Jahresprogramm 2026 vor, das aus neuen Formaten und kreativen Konzerten besteht.

Tobias Horn ist seit 25 Jahren Bezirkskantor des Kirchenbezirks Besigheim und der Stadtkirche. Sein Auftrag zu Amtsbeginn vom damaligen Dekan Wolfgang Schieber war: „Machen Sie starke Kirchenmusik, die viele Zuhörer findet“, erzählt Horn. Und das macht er bis heute. Die kirchenmusikalischen Konzerte in Besigheim sind beliebt im ganzen Umkreis. 2025 untersuchte das Dekanat, woher die Besucher der Konzerte kommen: aus Besigheim, aber auch dem gesamten Kreis und sogar den Nachbarkreisen.

Eigengewächse und internationale Künstler

Sein Geheimnis? Die Mischung der Angebote und deren Qualität, sagt Horn. „Bei uns treten die Eigengewächse Kantorei und Kinderkantorei auf, aber auch internationale Musiker“. Zudem die Vielfalt des musikalischen Angebots, das weit über die reine Kirchenmusik hinaus geht, aber „immer kernkirchliche Arbeit bleibt“, so Horn. Die Kirchenmusik in Besigheim habe ein Alleinstellungsmerkmal, weil die Angebote konzeptionell durch ihn gemacht werden, „es gibt keine beliebigen Anbieter“, sagt er.

Beweis dafür sind auch die Beiträge der renommierten Kirchenmusiker, die zum Internationalen Orgelzyklus kommen. Das diesjährige Motto der Kirchenmusik in Besigheim lautet „Siehe, ich mache alles neu“. „Es geht mir darum, neue Impulse zu setzen, zu zeigen, dass auch in der Geschichte der Kirchenmusik immer wieder Neues, Unbekanntes entstand.“ Und so haben sich auch die Organisten aus ganz Europa, die nach Besigheim kommen, Gedanken dazu gemacht und ihr Programm entsprechend konzipiert, wie Prof. Wolfgang Seifen, der in Berlin und Kevelaer arbeitet. Sein Programm heißt „Ganz neu – aus dem Augenblick und für den Augenblick“ am 29. März. Prof. Martin Schmeding von der Musikhochschule Leipzig wird „Aufbrüche in Neues“ am 30. August auf der Orgel präsentieren. Zehn Orgelkonzerte sind es insgesamt.

Die kirchenmusikalische Reihe beginnt aber schon am Sonntag, 1. Februar, 19 Uhr, in der Hippolytkirche in Ottmarsheim. „Auch das ein neuer Impuls, wir wollen mehr neue Spielstätten einbeziehen und dafür Programme gestalten“, sagt Horn. In Ottmarsheim ist das Motto „Und singen uns solch neues Jahr“ mit Sandra Bildmann und Thomas Scharr. Eigens dafür wurde das Hippolyt-Ensemble gegründet. 2028 soll das neue Gesangbuch der württembergischen Landeskirche erscheinen, auch das etwas Neues. Einblicke gibt es am 3. März im Paul-Gerhardt-Haus.

Ein Höhepunkt, so Horn, wird die Aufführung der „Petite Messe Solennelle“ von Gioachino Rossini am Sonntag, 9. Mai, sein. Das Werk ist keine Kirchenmusik im eigentlichen Sinne, keine Messe. Die Musik ist heiter, spielerisch, tänzerisch.

Die Kinderkantorei tritt natürlich auch auf: Am 3. Oktober führt sie Karl-Peter Chillas „Noah und die Sintflut“ auf. Es soll mitgesungen und mitgespielt werden. Neu ist auch, dass der Jazz in das kirchenmusikalische Programm aufgenommen wird: Am 21. Juni gibt es Cross-over-Jazz des Duos „Horn and Pipe“ mit Saxofonist Peter Dußling und Stephan Lenz am Flügel. Auf neuen Wegen wandelt der Kantor auch mit dem Kirchenmusiktag am 12. Juli in Stadtkirche und Kirchgarten mit dem Klezmer-Ensemble „Schpiln mit Freyd“, dem Duo Axel Schwesig und Clara Hahn sowie dem Dennis-Müller-Flow-Trio. Am 20. Dezember werden aus dem Bachschen Oratorium die Kantaten 1, 4 und 6 aufgeführt. Beendet wird das Jahr mit der festlichen Musik für drei Trompeten und Orgel am 29. Dezember.

Gesunde finanzielle Basis aus mehreren Säulen

Die meisten Konzerte kosten keinen Eintritt, weil Horn die Veranstaltungen mit mehreren Säulen auf eine gesunde finanzielle Basis gestellt hat: Es gibt Kooperationsmodelle wie in diesem Jahr mit der katholischen Gemeinde Besigheim, „dies ist ein zukunftsträchtiges Modell“, so Horn. Finanzielle Grundlage ist natürlich das Kirchenmusik-Budget von Kirchenbezirk und Gemeinde. Einige Konzerte kosten Eintritt, die Defizite übernimmt der Förderverein Kirchenmusik, der durch starkes ehrenamtliches Engagement, so Horn, Spenden sammelt und „einen beträchtlichen Teil durch das Kirchgartencafé im Sommer erwirtschaftet“, so Horn. zudem seien, sagt er, die Besucher durchaus großzügig, was die Spenden für die Konzerte betrifft.

 
 
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