„Kirchheim muss halt dran glauben, wenn irgendwo im Umkreis eine Straße oder Brücke gesperrt wird“, sagt Bürgermeister Uwe Seibold. Derzeit leiden die 6000 Bewohner der Gemeinde und die Autofahrer vor allem wegen der Sperrung der Neckarbrücke in Besigheim, der Straße zwischen Ottmarsheim und dem Besigheimer Stadtteil Neusatz sowie der Sperrung zwischen Bietigheim-Bissingen und Löchgau.
Kirchheim „6000 Menschen müssen mit der Belastung leben“
Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold beschäftigt derzeit vor allem der Verkehr in seiner Kommune.
Pförtnerampel entzerrt die Staus etwas
„6000 Menschen müssen mit der Belastung leben“, so Seibold, „schon ohne zusätzlichen Verkehr durch die B 10 und bald durch den Lieferverkehr der Klärschlamm-Verbrennungsanlage der EnBW in Walheim“. Die Sperrung der Besigheimer Neckarbrücke sei „das Tüpfelchen auf dem i“. Nach dem 13. Juli, als die Neckarbrücke Besigheim vollends für den Verkehr gesperrt wurde – vorher durften schon keine Lkws mehr über sie fahren und mussten durch Kirchheim – war es zu langen Staus in allen Richtungen gekommen. Vor allem betroffen war die Kreuzung beim Marktkauf, wo es sich bis auf die Neckarbrücke und in Richtung Neckarwestheim und Ottmarsheim Rückstaus bildeten.
Nach Intervention von Seibold wurde eine Pförtnerampel oberhalb des Gemmrigheimer Kreisels installiert, der den von Ottmarsheim kommenden Verkehr stoppt und für kurze Zeit zurückhält. „Es werden Lücken hergestellt, der Rückstau hat sich verlagert und der Verkehr fließt in Kirchheim etwas leichter“, sagt Seibold. Er hoffe dennoch, dass die Besigheimer Neckarbrücke bald wenigstens für Pkws wieder geöffnet werden, das wäre „ein großer Segen für Kirchheim“.
Denn in absehbarer Zeit erwarte den Ort die zusätzliche Belastung durch 75 Lkw pro Tag, also 150 Fahrten hin und zurück, durch Kirchheim, wenn die Klärschlamm-Verbrennungsanlage in Walheim eröffnet wird. „Der Lkw-Verkehr durch unseren Ort ist sowieso eine Plage, aber an der werden wir nichts ändern können“, so Seibold.
Schließung der Firma Blatt beschäftigt den Bürgermeister
Den Bürgermeister beschäftigt in diesem Sommer auch die Schließung der Betonwerke Blatt zu Jahresende. Die Firma schließt ihre Niederlassungen in Kirchheim und Gemmrigheim. Die Lage direkt am Neckar ist für Seibold „eine durchaus wichtige“. Zwar werden Nachfolger oder Investoren für das Werk gesucht, Seibold glaubt aber, dass der modernere Standort mit modernen Fertigungsstraßen in Gemmrigheim eher eine Chance zur Weiterführung hat als der in Kirchheim.
Zudem habe, so Seibold, die gesamte Betonwerke schwere wirtschaftliche Probleme, wie man auch an der drohenden Insolvenz der Firma Lutz in Bönnigheim sehen könne (die BZ berichtete). Dass die Gemeinde das Grundstück kaufe, um es einem anderen Nutzungszweck zuzuführen, sei „ausgeschlossen“. „Aber wir werden mit dem Bebauungsplan und einem Vorverkaufsrecht sowie einem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan die Hand drauf haben“, so Seibold. Schließlich fließe auch der Mühlbach durch das Fabrikgelände, in einer betonierten Rinne. die Abflusssituation in den Neckar müsse unbedingt verbessert werden, das liege im öffentlichen Interesse, da der Mühlbach zur Zeit bei Überschwemmung ohne sich ausbreiten zu können, in den Ort fließe.
Etwas Gutes könne er noch verkünden, so Seibold, was auch den Verkehr im Ort entzerren könne: Am 31. August wird die Freigabe des ersten Bauabschnitts des Bahnhofs erfolgen, die Busse können dann wieder über die Bahnhofstraße zum neuen Busbahnhof fahren, dadurch würde die „geplagte Wilhelmstraße“ eine deutliche Entlastung erfahren. Im Anschluss erfolge dann der zweite Bauabschnitt mit den Tiefbauarbeiten, der Platzgestaltung und auch der Investor fängt mit dem Umbau der Alten Post an.
