Kirchheim Co-Working, Gastronomie, Start-ups und Wohnraum

Von Jonathan Lung
Zwischen Bahnhofstraße (links) und Wilhelmstraße soll in Kirchheim ein neues Quartier entstehen. Foto: Martin Kalb

In Kirchheim soll ein neues Quartier entstehen: die Pläne sehen eine Mischnutzung vor.

Noch erhebt sich ein senfgelbes Industriegebäude in den Abendhimmel an der Kirchheimer Bahnhofstraße. Eine Lagerhalle schließt sich an, ein Wohnhaus dahinter, vor dem ein Lieferwagen steht. Anwohner und Berufstätige sind auf dem Areal nicht zu sehen.

Ehrgeizige Pläne für das Areal

Doch die Ruhe trügt: nur wenige Minuten vor dieser Szene hatte am Donnerstagabend der Gemeinderat einstimmig ehrgeizige Pläne für das Areal im Bereich zwischen Wilhelms- und der südlicher Bahnhofstraße, zwischen Marktkauf und Neckar, beschlossen.

Durch die Aufgabe des dortigen Unternehmens wird eine neue städtebauliche Konzeption erforderlich: Man wolle „die Ecke neu gestalten“, brachte es Bürgermeister Uwe Seibold auf den Punkt, auch, „bevor es eine Entwicklung gibt, die unseren Händen entgleitet.“ Mit der Entscheidung des Gemeinderats soll durch den Leerstand von den gewerblichen Gebäuden so für Kirchheim ein ganz neues Quartier entstehen. So stelle man die „Weichen für Zukunft“, sagt Seibold. Die Pläne sehen eine große Neugestaltung vor: In der Innerortslage sollen Wohngebäude entstehen, die auf kleinstem Raum Angebote für junge Familien und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten für Beschäftigte im Homeoffice geschaffen werden, die dort tageweise Räume mit entsprechender Infrastruktur anmieten können (Co-Working), um so nicht in der eigenen Wohnung Arbeitsfläche schaffen zu müssen.

Und schließlich sieht sich Kirchheim, zwischen den Hochschulstandorten Stuttgart und Heilbronn gelegen, auch als Raum für Start-ups, die mit ihren Ideen aus dem Hochschulbetrieb heraus den Schritt in die berufliche Welt wagen. Gekoppelt werden soll diese Nutzung mit der Möglichkeit zur Kombination von Arbeiten und Wohnen. Auch studentisches Wohnen sei möglich, denn der Bahnhof ist nah, so Seibold.

So soll ein Quartier entstehen, in dem auch die tägliche Aufenthaltsqualität berücksichtigt und den Bewohnerinnen und Bewohnern angepasst wird. Hierzu gehört auch ein Angebot an Gastronomie für den täglichen Bedarf. Der Flächennutzungsplan sieht für den Geltungsbereich dementsprechend sowohl eine gemischte Baufläche als auch eine gewerbliche Baufläche vor. Der Grundstückseigentümer, so der Bürgermeister, sei an diesen Plänen auch interessiert, auch für den sei es „eine gute Perspektive“.

„Visionen darf man haben“

„Visionen darf man haben“, fand Gemeinderat Jürgen Brückner (WGK) und dachte schon an eine Brücke über den Neckar, um das Areal noch zu erweitern. Auch Roland Gamnitzer (Die Unabhängigen) sah das Areal als „ideal für Wohnbebauung“, gerade mit seiner Nähe zum Bahnhof. Der Rat billigte den Bebauungsplan, ebenso wie eine Veränderungssperre für das Areal, einstimmig.   Jonathan Lung

 
 
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