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Kirchheim Das Apfelfest ist und bleibt ein Renner
Tausende von Gästen genießen im Kirchheimer Gewann „Krümmling“ hoch über dem Neckar die neue Ernte und vieles andere mehr.
och überm Neckar gab es am Sonntag in Kirchheim einmal mehr ein herausragendes, seit den 1970er-Jahren traditionelles Ereignis, das Apfelfest. Tausende von Gästen aus der ganzen Region nutzten dabei die Gelegenheit, im Umfeld von fast 100.000 Bäumen ein vielseitiges Angebot mitzuerleben, insbesondere aber das Hauptprodukt des Obstbauvereins Kirchheim zu kaufen, zu genießen: Äpfel waren quasi in aller Munde.
Beginn mit einem ökumenischen Gottesdienst
Bei „Kaiserwetter“ konnte sich der Veranstalter Obstbauverein im Schulterschluss mit dem Gesangverein Liederkranz bereits am Morgen beim ökumenischen Gottesdienst über zahlreichen Besuch freuen. Eine Resonanz, die bis zum Abend noch gesteigert wurde.
„Schön und toll, dass sich unser großer Aufwand wieder gelohnt hat“, freuten sich Vorstandsmitglied Michael Nollenberger und Vorstandsvorsitzender Frank Braun um die Wette. Ebenso Stammgast Bürgermeister Uwe Seibold, für den es wie seit 27 Jahren der Fall auch diesmal eine Ehre war, „bei diesem Stück Kirchheimer Identität mit tollem Ambiente und guter Stimmung dabei zu sein“. In der Tat war der Auftakt für die von September bis Oktober andauernde Haupterntezeit (begonnen wurde bereits Mitte Juli und somit 14 Tage früher als sonst) vielversprechend und kam sehr gut an.
Hier die Kinder, die wie Äpfelbutzen aus dem originellen Erntezügle strahlten. Dort ein üppiges Angebot im während der Erntezeit nun auch sonntags geöffneten Hofladen, das von knackigen, frisch duftenden Neue-Ernte-Prachtexemplaren beispielsweise der Apfel-Sorte „Delbar Estival“ bis hin zu Birnen, Trauben und Zwetschgen reichte. Kuchen, Apfelküchle oder etwa Spinatwaffeln dabei ebenso wenig zu vergessen wie zum Beispiel spezielle Spielstätten für Kinder. Rundum also eitel Sonnenschein über den Dächern Kirchheims – auch wenn die gute Laune durch bundesweite Ernte-Einbußen bei den Obstanbauern durchaus etwas getrübt wird.
Kleinere Früchte wegen der extremen Trockenheit
Ist nach Experten-Prognosen in Deutschland klimabedingt mit einem Ertragsminus um die 20 Prozent gegenüber dem satten Vorjahr und auch mit kleineren Früchten zu rechnen, so muss man beim Obstbauverein der Neckar-Gemeinde wohl etwas weniger in den sauren Apfel beißen.
Der Vorstandsvorsitzende Frank Braun geht hier von Einbußen von diesmal etwa zehn Prozent gegenüber 2025 aus, zu denen noch 10 bis 15 Prozent mehr Absortierungen (mit Schäden) dazu gerechnet werden müssten.
„Das bedeutet, dass wir nun eine Erntemenge von 1200 bis 1250 Tonnen erwarten können, während es im besonders ertragsreichen Vorjahr 1600 Tonnen waren.“ Allerdings seien die Früchte heuer hervorragend geschmackvoll und besonders süß. Dass die Kirchheimer aller Voraussicht nach glimpflicher von Sonnenbrand, Insektenbefall und kleinerem Obst davonkommen werden, hängt laut Braun damit zusammen, dass man die Situation „Im Krümmling“ dank des vom Ortsbrunnen hochgepumpten Wassers und einer Hagelschutzdecke über den Bäumen, die rund 40 Prozent beschützt beziehungsweise beschattet, kompensieren kann.
Wichtig ist es den Betroffenen, wie Braun betonte, dass die Verbraucher bewusster werden. Wolle man dazu beitragen, dass der deutsche Obstbau eine Zukunft habe, die Landschaft nicht weiter verbusche und von den ungefähr 6000 Obstanbaubetrieben in Deutschland jährlich 150 bis 200 aufgeben, dann solle man bitte schön eben auch heimische Produkte kaufen.
