Kirchheim Ein Jahrzehnt schnelle Hilfe

Von Hannah Reuter
Helfer vor Ort der ersten Stunde im DRK Kirchheim: Bürgermeister Uwe Seibold (links) und Hans Müller. Foto: /Oliver Bürkle

Helfer vor Ort des DRK Kirchheim leisteten in zehn Jahren fast 1400 Einsätze.

– Ob „Helfer vor Ort“ oder, wie Gemeinderat Stephan Henning (WGK) es treffend formulierte, „Helden vor Ort“ – seit zehn Jahren sind sie eine tragende Säule der Notfallrettung in Kirchheim. Die als „Helfer vor Ort“ (HvO) bekannte Gruppe des DRK-Ortsvereins feiert ihr Jubiläum und blickt auf eine beeindruckende Bilanz zurück.

Der erste Einsatz am 31. Juli 2015 um 22.15 Uhr markierte den Beginn einer Erfolgsgeschichte. Damals noch mit Lampenfieber und dem Privat-Pkw unterwegs, sind die ehrenamtlichen Sanitäter heute nicht mehr aus dem Rettungswesen der Gemeinde wegzudenken. „Niemand wusste, was da kommt“, erinnert sich Bürgermeister Uwe Seibold, der selbst als Helfer aktiv ist, an die Anfänge. Heute, nach knapp 1400 Einsätzen, ist die Bilanz eindeutig. Allein im Jahr 2024 rückten die Helfer zu 183 Einsätzen aus, eine deutliche Steigerung gegenüber den 41 Einsätzen im ersten Jahr.

Das Team, bestehend aus Bürgermeister Uwe Seibold, Betriebswirt Nino Blavustyak und Schreinermeister Hans Müller, deckt die ständige Bereitschaft ehrenamtlich neben ihren Berufen ab. Eine „gute Truppe mit viel Erfahrung und Empathie“, die sich über Verstärkung freuen würde. Die Ausbildung und Ausstattung für neue Helfer wird vom Ortsverein sichergestellt.

Anfangsinvestition von 30.000 Euro

Seit Februar 2016 sind die Helfer mit ihrem Einsatzfahrzeug „Adam“ unterwegs, was den Transport der notwendigen Ausrüstung erleichtert und schnellere Reaktionszeiten ermöglicht. Die Anfangsinvestitionen von rund 30.000 Euro für Fahrzeug und Ausrüstung wurden durch zahlreiche Spenden und die Unterstützung des Gemeinderates gestemmt. Die laufenden Kosten werden weiterhin durch Spenden und kommunale Zuschüsse gedeckt.

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes unterstreicht die Bedeutung der HvO: „Dann ist klar: wenn es hier gelingt, ein Leben zu retten, dann durch das schnelle und kompetente Handeln der HvO“. Die Helfer sind oft die Ersten am Einsatzort, klären die Lage und leiten lebensrettende Sofortmaßnahmen ein, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft.

Die Einsatzzahlen steigen stetig, was auf eine älter werdende Gesellschaft, aber auch auf eine zunehmende Unsicherheit in medizinischen Fragen zurückzuführen ist. „Bei hohem Fieber ruft man den Krankenwagen anstatt Wadenwickel anzulegen“, merkt Müller kritisch an.

Zum zehnjährigen Jubiläum hat Hans Müller, Helfer der ersten Stunde, einen besonderen Wunsch: „Mein Wunsch zum Zehnjährigen ist, die Herzdruckmassage fest in der Bevölkerung zu verankern.“ Geplant sind Aktionstage zur Wiederbelebung, bei denen auch die Gemeinderäte als Vorbilder agieren sollen. Bürgermeister Seibold hat bereits zugesagt, einen Termin zu vereinbaren.  Hannah Reuter

 
 
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