Kirchheim Geist des Dorfladens soll weiterleben

Von Jürgen Kunz
Bürgermeister Uwe Seibold (rechts) freut sich, dass mit dem künftigen Laden von Rosa und Stylianos Papadopoulos  der „Geist der Dorfladens“ im Kirchheimer Ortskern weiterleben soll. Foto: /Oliver Bürkle

Rosa und Stylianos Papadopoulos wollen mit griechischen, italienischen und regionalen Produkten die Grundversorgung ab September im Ortskern in Kirchheim wiederbeleben.

Seit März ist das genossenschaftliche Projekt „Kirchheimer Dorfladen“ Geschichte. Doch wenn es nach Bürgermeister Uwe Seibold und vor allem nach der Idee des griechisch-italienischen Ehepaars Stylianos und Rosa Papadopoulos geht, soll der „Geist des Dorfladens“ im Ortskern weiterleben, mit einem vielfältigeren und mediterranem Angebot, wie die beiden erklären. „Das selbstbestimmte Einkaufen und das Café fehlen schon“, sagt der Kirchheimer Bürgermeister mit Blick auf die älteren Bewohner im Ortskern nach dem Ende des Dorfladens. Er hofft, dass eine „ideale Kombination“ nun entsteht, die auch andere Kunden bringen wird.

Die Begeisterung, der Ideenreichtum und die Vorfreude auf ihren neuen Laden auf einer Verkaufsfläche von 320 Quadratmetern neben dem Kirchheimer Rathaus im Ortskern der Gemeinde – die sich mit Nebenräumen und Lagerflächen auf knapp 600 Quadratmetern summieren – merkt man den beiden 63-Jährigen an. „Die erste Besichtigung war eine schöne Überraschung durch die Größe des Ladens. Ich habe Gänsehaut bekommen“, bekannte gestern Stylianos Papadopoulos bei der öffentlichen Vorstellung ihres Ladenkonzepts im Kirchheimer Rathaus.

Erfahrener Kaufmann

„Ich bin ein griechischer Schwabe“, sagt Stylianos Papadopoulos, der seit 1968 in Deutschland lebt und rund 60 Kilometer von Saloniki, in Katerini geboren wurde. So wird der Kirchheimer Laden auch den Namen „Katerini’s“ bekommen. Rosa und Stylianos Papadopoulos, die in Gemmrigheim wohnen, haben Erfahrung im Verkauf von griechischen und italienischen Lebensmitteln sowie mit dem Import von Produkten.

Bis zum vergangenen Jahr hatten sie einen kleinen Laden in Ludwigsburg, die dortige Verkaufsflächen von rund 30 Quadratmetern wurde aber zu klein. Zurzeit vertreiben sie ihre mediterranen Spezialitäten im Direktvertrieb nach ganz Deutschland, auch auf dem Sternlesmarkt in Bietigheim-Bissingen haben sie bis zu zehn verschiedene griechische Honigsorten verkauft. „Es ist wichtig, dass die Erfahrung vorhanden ist“, betont Bürgermeister Seibold, so habe das Markt-Konzept auch den Gemeinderat überzeugt.

Als Familienbetrieb „mit einigen Angestellten“ wird „Katerini’s“ in Kirchheim geführt. „Mit freundlichen Gesichtern, das ist wichtig“, verspricht Stylianos Papadopoulos. Die Größe des Laden mache das große Angebot möglich, betont er. So wird es griechische und italienische Lebensmittel sowie regionale Produkte geben.

Griechische Backwaren werden von einem Bäcker in Stuttgart geliefert, italienische kommen aus Gemmrigheim. Auch das beliebte Tagescafé soll es wieder geben. Für Bäckerei und Café ist eine Fläche von rund 30 Quadratmetern vorgesehen. Lieferungen von regionalen Bauern, Mehl aus der Region, Eier aus Hohenhaslach und Gemüse von einer hiesigen Gärtnerei wurden bereits vereinbart. Das Sortiment wird nach den Plänen von Rosa und Stylianos Papadopoulos rund 600 Produkte umfassen, darunter auch griechische Milch- und Joghurt-Spezialitäten.

Ein umfangreiches Sortiment

Das italienische Angebot wird 200 Produkte umfassen, mit mindesten 30 verschiedenen Nudeln. Neben mediterranen Weinen gibt es auch Weine von den Weingärtner Stromberg-Zabergäu. Man werde zehn verschiedene Honig aus seiner Heimat anbieten, aber auch unterschiedliche Käse und Hülsenfrüchte – „wie beim Griechen, nur etwas mehr“, wie Papadopoulos mit einem verschmitzten Lächeln sagt. Im Winter wird er Orangen und Mandarinen aus Griechenland anbieten.

Zurzeit wird das letzte Mobiliar des Dorfladens ausgeräumt, dann geht’s ans Renovieren und Einrichten, auch mit neuen Kühltruhen. Papadopoulos macht jetzt schon neugierig: „Ich habe meine genauen Vorstellungen, wie der Laden aussehen soll.“ Besonders für die regionalen Produkte soll es einen eigenen Bereich geben, wo auch die Produzenten besonders vorgestellt werden.

Wenn alles klappt wollen Rosa und Stylianos Papadopoulos am Samstag, 13. September, ihren Laden eröffnen. „Ich wäre dankbar, wenn es eine langfristige Lösung geben würde. Das wäre für den Ort sehr wichtig“, betont Seibold.

 
 
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