Kirchheim Bildungsnetzwerk für alle Kinder

Von Susanne Yvette Walter
Es besteht ein Bildungsnetzwerk zwischen dem Kinderhaus Klecks und der Schule auf dem Laiern (auf dem Foto) in Kirchheim. Das Pilotprojekt wird noch durch den Bund gefördert. Foto: /Helmut Pangerl

Das Kinderbildungszentrum wirkt in Kirchheim als Brücke zwischen Kindergarten und Grundschule. Die Bildungschancen aller Kinder sollen dadurch optimiert werden. Der Gemeinderat steht weiter hinter diesem Projekt.

Schulvorbereitung beginnt nicht erst im letzten Kindergartenjahr, sondern mit vielen Entwicklungsschritten und Entdeckungen, die schon jüngere Kinder machen. Mit diesem Wissen im Gepäck öffnete das Kinderbildungszentrum in Kirchheim seine Pforten. Es ist ein Pilotprojekt des Landes: 19 Modellstandorte für Kinderbildungszentren wurden vor zwei Jahren mit bis zu 200 000 Euro pro Standort von der Bundesregierung subventioniert. Das Ziel: Kindern eine stabile Brücke zu bauen auf ihrem Weg von der Kita in die Schule und damit ihre Bildungschancen von Anfang an zu optimieren.

Kinderbetreuung verbessern

Im Rahmen des „Gute-Kita-Gesetzes“ standen bundesweit 5,5 Milliarden Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Kinderbetreuung und zur finanziellen Entlastung von Eltern von Gebühren zur Verfügung. 180 000 Euro dieser Fördergelder des Landes ermöglichten den Start eines solchen Zentrums in Kirchheim. Erzieherin Stephanie Sojka vom Kinderhaus Klecks, als Kopf des Kinderbildungszentrums, gab jetzt einen Erfahrungsbericht im Kirchheimer Gemeinderat.

Die Kooperation zwischen Kinderhaus Klecks und der Schule auf dem Laiern bildete zunächst die Basis dieser Förderung. Jetzt, wo es um die Zukunft des Modellprojekts geht, will die Stadtverwaltung am Kinderbildungszentrum festhalten. Es soll Anlaufstelle für jeden Kirchheimer Kindergarten werden.

Kinderhaus 2019 ausgezeichnet

Das Kinderhaus Klecks, das an die Schule auf dem Laiern angrenzt, wurde bereits vor drei Jahren als Early-Excellence-Einrichtung (siehe Infobox) ausgezeichnet und bietet Betreuungsangebote von 7 Uhr bis 17 Uhr für mittlerweile mehr als 200 Kinder. Dabei sind die Eltern fest mit im Boot, die sich in der Kita engagieren, berichtet Sojka.

Allgemein orientiere sich die Idee der Kinderbildungszentren an den Erkenntnissen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die einen Bedarf an Unterstützung und Stärkung für Vorschulkinder festgestellt hatte. Erzieher und Lehrer, Eltern und Erziehende arbeiten gemeinsam an einer dauerhaften Förderung schon der kleinsten Kita-Besucher, um einen reibungslosen Übergang in die Grundschule hinzubekommen. Dazu gehöre die Förderung von Basiskompetenzen, die Fähigkeit, in sämtlichen Situationen zurechtzukommen, die Förderung von emotionalen und sozialen Bindungen, Förderung im Bereich Sprache und Kommunikation, Bewegung und Gesundheit, Ästhetik und Gestaltung sowie Natur und Technik. „Die Ich-Stärke des Kindes soll gefördert werden. Dazu gehören die gezielte Förderung des Selbstvertrauens, des Zu- und Vertrauens, die Förderung von Selbstregulation und Eigenmotivation“, macht Stephanie Sojka deutlich.

Besuche in der Grundschule

Auch ganz praktisch werden Brücken gebaut für Kita-Kinder durch gemeinsame Besuche in der Grundschule, institutionenübergreifende Angebote und engen Kontakt zwischen den Kooperationspartnern Kinderhaus Klecks und Schule auf dem Laiern. Die Form des Kinderbildungszentrums, das in Kirchheim sehr gut angenommen wurde, ist vorgegeben: Auch wenn Kindertageseinrichtungen mit Ü3-Bereich und Grundschule auf einem Gelände als eigenständige Institutionen wirken, gibt es ein gemeinsam erarbeitetes Bildungskonzept, Flächen, die allen dienen, gemeinsame Betreuungsmöglichkeiten und Bildungsangebote für Familien.

In Kirchheim bietet das Schulgelände auf dem Laiern zusammen mit dem Kinderhaus Klecks die Möglichkeiten, jedes Kind individuell ins Zentrum seiner persönlichen Entwicklung zu stellen. Pädagogen schauen im Kinderbildungszentrum genau hin, wo die Stärken des Einzelnen liegen und wo er Unterstützung braucht. Die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte können dessen Stärken und Bedürfnisse von Anfang an in den Blick nehmen, so sollen Bildungschancen verbessert werden.

Förderung endet noch dieses Jahr

Da die Förderung nur noch bis Ende des Jahres geht, sprachen sich der Kirchheimer Gemeinderat und Stephanie Sojka für eine Zukunft des Kinderbildungszentrums aus.

Einstimmig beschloss das Gremium, einen Antrag auf weitere finanzielle Unterstützung beim Land zu stellen. Als letzte Instanz will die Gemeinde selbst dafür Sorge tragen, dass das Kinderbildungszentrum seine Pforten nicht wieder schließen muss, sondern sich mit weiteren Kitas in Kirchheim vernetzt.  

Informationen zum Early-Excellence-Ansatz

Der Early-Excellence-Ansatz ist ein in Großbritannien entwickeltes pädagogisches Konzept für Kindertageseinrichtungen, bei dem Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung und familienunterstützende Angebote integriert werden. Dabei handelt es sich nicht um eine elitäre Förderung von privilegierten Kindern, sondern um ein Konzept, bei dem jedes Kind als exzellent angesehen, bestmöglich gefördert wird, und die Familien Anerkennung sowie geeignete Unterstützung erfahren.

 
 
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