Kirchheim Heiße Phase für viele Planungen

Von Gabriele Szczegulski
Uwe Seibold, Kirchheims Bürgermeister, stellt die Planungen für das Cronimed-Gelände 2026 in den Fokus. Foto: /Oliver Bürkle

Kirchheim wird 2026 das weiterplanen, was 2025 beschlossen wurde – vor allem geht es ums Bahnhofsareal.

„Es ist die größte Quartiersentwicklung, die Kirchheim je erlebte“, sagte Kirchheim Bürgermeister Uwe Seibold im Gespräch mit der BZ. Er meinte damit das Gebiet um den Kirchheimer Bahnhof, dessen Neugestaltung im Dezember mit dem Spatenstich für den Vorplatz und das Fahrradparkhaus den Startschuss fand.  

Damit begann eine fünf Jahre dauernde Bauzeit, die das Areal ganz neu ordnet. In einer Fläche von 450 Quadratmetern wird das Gebiet neu gestaltet. Der erste Bauabschnitt, so Seibold, wird rund vier Millionen Euro kosten, zwei Millionen Euro bekommt die Gemeinde aus der Städtebauförderung. 600.000 Euro erbrachte der Verkauf des Postgebäudes, das ein Investor umgestalten wird. „Wenn alles gut geht, der Idealfall eintritt, dann geht das finanziell auf 0 aus“, so Seibold.

Für die Zukunft rüsten

2026 werde vor allem ein Jahr der Planung, sagte Seibold. Nüssen II sei zwar planerisch abgeschlossen und vieles sei baureif, aber die Sanierung der Aussegnungshalle müsse geplant werden und ein neuer Urnengarten auf dem Friedhof. Zudem soll eine neue Nahwärmezentrale im Gewerbegebiet gebaut werden, das Feuerwehrhaus müsse auch neu gebaut werden.

„Wir müssen uns für die Zukunft rüsten“, sagte Seibold. „In der Hinterhand haben wir noch das Geld aus dem Investitionsfonds des Bundes“, sagte er. 4,1 Millionen Euro bekommt Kirchheim, 335.000 Euro pro Jahr die nächsten zwölf Jahre. Die ersten Planungen, wie das Geld investiert werden soll, gebe es schon. Die sieben Kinderspielplätze der Gemeinde, so Seibold, sollen überprüft und saniert oder neu gestaltet werden. Schon 2026 soll der „Lost Place“, so Seibold, an der Gemeindehalle zur Brunnenstraße hin neu geplant werden. Die Realisierung soll auch schon 2026 passieren.

Viele Ideen für Cronimed

Größte planerische Aufgabe werde wohl das ehemalige Cronimed-Areal. Die Gestaltung und das Konzept sollen in diesem Jahr vorangehen. „Ein großes Problem ist der Höhenunterschied, sieben Meter müssen überbrückt werden“, sagt Seibold. Das ganze Gebiet habe „komplexe“ Anforderungen. Eventuell müsse eine Brücke gebaut werden.

Potenzielle Investoren hätten schon Interesse bekundet. Seibold schwebt auch eine Wohnbebauung vor. In der Innerortslage sollen Wohngebäude entstehen, die auf kleinstem Raum Angebote für junge Familien oder Studierende und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten für Beschäftigte im Homeoffice geschaffen werden, die dort tageweise Räume mit entsprechender Infrastruktur anmieten können (Co-Working), um so nicht in der eigenen Wohnung Arbeitsfläche schaffen zu müssen. „Die Planungen werden in diesem Jahr in die heiße Phase gehen“, so Seibold, so stelle man die „Weichen für Zukunft“.

Natürlich sei die finanzielle Situation der Gemeinde nicht die beste, man sei 2025 mit einem Defizit gestartet, aber ohne neue Schulden, das hoffe man auch für 2026. „Dieses Defizit ist nicht das Ergebnis einer hausgemachten Kirchheimer Misere oder gar das Ergebnis unserer großen Investitionen, sondern einzig und allein das Ergebnis einer mittlerweile katastrophalen Finanzausstattung des gesamten kommunalen Sektors“, sagt Seibold und appelliert an die Landespolitik, die Kommunen nicht zu vergessen und besser mit Geld auszustatten.

 
 
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