Kirchheim Zu viele Wohnmobile auf dem Markt

Von Uwe Mollenkopf
Die Firma Schafhäutle in Kirchheim ist insolvent. Foto: /Martin Kalb

Schafhäutle Reisemobile aus Kirchheim ist insolvent. Noch hofft man auf einen Investor.

Während der Corona-Krise erlebte die Wohnmobilbranche einen regelrechten Boom. Doch inzwischen ist das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen: Es gibt Überkapazitäten, die Verkaufszahlen sind eingebrochen, Händler haben mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen. Erwischt hat es jetzt auch die Schafhäutle Reisemobile GmbH aus Kirchheim mit den Geschäftsführern Sven Friedrich und Marco Sauter.

Betrieb lief zunächst weiter

Das Unternehmen, das auf eine über 45-jährige Branchenerfahrung verweist, musste Ende April dieses Jahres den Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Heilbronn stellen. Vor wenigen Tagen, am 26. Juni, wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, bei dem die Gläubiger ihre Forderungen stellen können. Als Insolvenzverwalter wurde Dr. Sebastian Mielke aus Stuttgart eingesetzt. Schafhäutle verkauft und vermietet Wohnmobile, zudem wird eine Werkstatt betrieben.

Nach dem Insolvenzantrag ist der Betrieb zunächst weitergelaufen. „Im sogenannten vorläufigen Insolvenzverfahren können die Löhne der Mitarbeiter über das Insolvenzgeld finanziert werden. Daher ermöglicht uns der Insolvenzgeldbezug von maximal drei Monaten, eine Lösung für das Unternehmen zu suchen und den Geschäftsbetrieb in dieser Zeit aufrecht zu erhalten“, beschreibt Mielke das Prozedere. Schafhäutle Reisemobile beschäftigt derzeit circa 20 Mitarbeiter.

Als Hauptgrund dafür, dass es zu der Insolvenz kam, nennt der Stuttgarter Insolvenzverwalter eine übersättigte Marktlage. Mielke: „Nach Corona kamen zu viele Mobile auf den Markt, mit dem Ergebnis eines Preisverfalls und großer Absatzschwierigkeiten.“ Auf die Frage, wie er die Chancen einschätzt, den Betrieb zu retten, meint Mielke: „Wir bereiten derzeit eine Schließung vor, streben aber nach wie vor eine Investorenlösung an.“

 
 
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