Kleeblatt Pflegeangebot komplettiert

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Foto: Bietigheimer Zeitung

Mit der Tagespflege und betreutem Wohnen wird in Löchgau das Pflegeangebot ausgebaut.

Ein lang gehegtes Projekt wird langsam Wirklichkeit. Schon seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Robert Feil suchte die Gemeinde nach einem Investor für das Grundstück neben dem Nagelmuseum südlich des bestehenden Kleeblatt-Heims. Im Juli 2018 wurde man endlich fündig und es gab den Spatenstich zur Erweiterung der Wohngruppe für Demenzkranke (die BZ berichtete). Nun soll auch der untere Teil des Grundstücks an der Oberen Straße bebaut werden.

Nach Sachsenheim und Markgröningen wird hier auf dem gemeindeeigenen Grundstück eine Kleeblatt-Tagespflege im Erdgeschoss angeboten werden, darüber entstehen acht betreute Wohnungen eines Bauträgers. „Für uns ist es ein unheimlicher Mehrwert, der damit einher geht“, sagte Feil auf der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag. Anwesend war Kleeblatt-Geschäftsführer Stefan Ebert, der im Gremium die Notwendigkeit des betreuten Wohnens und der Tagespflege erläuterte. Die Senioren werden morgens abgeholt und abends heimgebracht, es gibt ein gemeinsames Frühstück, Zeitungslektüre, Beschäftigung am Vormittag, Mittagessen und Spaziergänge am Nachmittag.

Wichtige soziale Kontakte

Wichtig sei für die Menschen, soziale Kontakte zu haben, in der Gemeinschaft zu sein und sich auszutauschen, machte Ebert deutlich. Inzwischen habe die gemeinnützige Kleeblatt GmbH 26 Pflegeheime und 725 Pflegeplätze, wobei es im Kreis immer weniger kommunale Träger gebe. Die Kosten der Tagespflege-Einrichtung im Erdgeschoss liegen bei rund einer Million Euro und werden zu 30 Prozent von der Gemeinde mitfinanziert.

Über der Tagespflege wird es acht Wohnungen für betreutes Wohnen geben. Jede Wohnung wird einen Stellplatz oder einen Tiefgaragenparkplatz bekommen, vor dem Gebäude gibt es auch eine Zufahrt, an der gehalten werden kann. Die Wohnungen werden zwischen 45 und 65 Quadratmeter haben, später verkauft und von der Kleeblatt betreut. Und sie werden wohl auf hohes Interesse stoßen. Hier wie auch bei dem Anbau für die Wohngruppe wurde die Wohnbau Stein als Bauträger tätig.

30 Demenz-Pflegeplätze mehr

Fast fertig ist die Erweiterung des Pflegeheims im Norden, wo die Demenz-Wohngruppe mehr Platz bekommen wird. Dann wird es dort 30 Pflegeplätze für Demenzkranke geben. Rund 1,8 Millionen Euro kostete der Bau, an dem die Gemeinde 30 Prozent der Kosten trägt. Nach dem Heim in Oberstenfeld und dem Kompetenzzentrum in Freudental ist Löchgau der dritte Standort für eine Demenz-Wohngruppe der gemeinnützigen Kleeblatt GmbH.

Dass nun der neue Platz gebraucht wird, hat auch gesetzliche Gründe. „Auslöser war die Landesheimbauverordnung“, so Ebert, die nun Einzelzimmer statt Doppelzimmer vorschreibt. Man musste die Doppelplätze abbauen und durch Einzelzimmer ersetzen. Durch den Anbau kann das Kleeblatt die Zahl der Plätze von derzeit 27 auf 30 Plätze anheben.

Zur neuen Tagespflege im Neubau fielen die Reaktionen durchweg positiv aus. „Es ist gut für die Gemeinde, wenn wir so etwas anbieten können“, sagte Heinz Schneider von den Freien Wählern. Die Pflege zuhause sei heute nicht mehr so möglich, wie es früher einmal war. „Es ist ein Glücksfall, dass wir diese Fläche erwerben konnten“, blickt Otto Weible (CDU) auf die Anfänge, „ich denke wir sind auf dem richtigen Weg“. An wen die neuen Wohnungen gingen und ob Löchgauer den Vorzug hätten, wollte Oliver Siegel (FWL) wissen. Dies sei die freie Entscheidung des Bauträgers, stellte Bürgermeister Feil klar.

Seniorengerechte Wohnungen werden auch in der direkten Nachbarschaft entstehen. Der Kirchplatz 2, das denkmalgeschützte früheren Schulgebäude, wird gerade saniert und später barrierefreie Wohnungen für Ältere bieten.

Der Gemeinderat nahm die Baugesuchpläne zustimmend zur Kenntnis. Gleichzeitig stimmte er einstimmig für die Übernahme einer Bürgschaft über 630 000 Euro zur Finanzierung der Tagespflege in Löchgau.

 
 
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