Kleinsachsenheimer Kirchenchor 82-jährige Ära geht zu Ende

Von Michaela Glemser
Der Kleinsachsenheimer Kirchenchor bei seinem letzten Auftritt. Foto: /Martin Kalb

Die Mitglieder zeigten bei ihrem letzten Auftritt am Sonntag nochmals ihre musikalische Bandbreite. 

„Jesus bleibet meine Freude“, tönten die bekannten Zeilen des Chorals von Johann Sebastian Bach durch die Kleinsachsenheimer Kirche, und Ruth Rapp sang aus voller Kehle mit. Der Sprecherin des Kleinsachsenheimer Kirchenchors war in diesem Sonntagsgottesdienst sehr wehmütig ums Herz, denn die acht Frauen und drei Männer unter der Leitung von Ruth Rißler hatten ihren letzten Auftritt. „Uns hat der Nachwuchs gefehlt. Unsere Sängerinnen und Sänger sind inzwischen in einem Alter, in dem viele mit dem Singen im Chor aufhören möchten“, berichtete Rapp.

Im Jahr 1944 entstanden

Die Ursprünge des Kleinsachsenheimer Kirchenchors reichen bis in das Jahr 1944 zurück, als der damalige Großsachsenheimer Pfarrer Otto Remppis, der auch für Kleinsachsenheim zuständig war, gemeinsam mit dem Musiklehrer Erwin Wieland einen Chor aus der Taufe hob. Die singfreudige Gemeinschaft hatte zur damaligen Zeit vor allem die Aufgabe, den Sarg eines Verstorbenen auf dem Weg von dessen Wohnhaus bis zum Friedhof musikalisch zu begleiten. Musiklehrer Wieland war auch der erste Dirigent des Kleinsachsenheimer Kirchenchors.

Sangen anfangs nur Frauen mit, hat sich die Gruppe später zu einem Gemischten Chor weiterentwickelt. Seit dem Jahr 1989 hat Ruth Rißler, Lehrerin für Musik am Evangelischen Lichtenstern Gymnasium in Großsachsenheim, die musikalische Leitung inne. „Neben dem Liedgut aus dem Gesangbuch haben wir viele Werke von Johann Sebastian Bach, von Wolfgang Amadeus Mozart oder Felix Mendelssohn Bartholdy gesungen. Wir haben Passions-, Erntedank-, Advents- und Weihnachtsgottesdienste gestaltet“, schilderte Chorsprecherin Rapp. Auch im Kleinsachsenheimer Kleeblatt-Pflegeheim waren die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors regelmäßig zu Gast.

Auflösung schweren Herzens

Gemeinsame Konzerte mit dem Männergesangverein „Eintracht“ aus dem Sachsenheimer Stadtteil sowie außergewöhnliche Auftritte mit Alphornbegleitung standen ebenfalls auf dem Programm des Kirchenchors. Nachdem nun auch Dirigentin Rißler im Sommer dieses Jahres in den Ruhestand eintritt, haben sich die Chormitglieder schweren Herzens dazu entschlossen, die Singgemeinschaft aufzulösen.

Doch bei ihrem letzten Auftritt zeigten die Frauen und Männer noch einmal ihre gesamte Bandbreite. Die Kantate von Bach „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ war dabei ebenso zu hören wie das Kirchenlied „Der Herr ist mein Hirte“. „Es war mir immer wichtig, Gott auch mit meinem Gesang Ehre und Dank zu erweisen. Dies hat mich all die Jahre motiviert“, erzählt Sprecherin Rapp, deren Lieblingslied „Großer Gott wir loben dich“ ist. Auch der Kleinsachsenheimer Pfarrer Christian Treiber zeigte sich dankbar für das langjährige Engagement des Kirchenchors, das viele Gemeindemitglieder in Kleinsachsenheim künftig vermissen werden.   Michaela Glemser

 
 
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