Klimaaktivisten "Letzte Generation" kündigt weitere Klimaproteste an

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Demonstranten der Gruppe "Letzte Generation" haben Mitte Juli eine Ausfahrt der Berliner Stadtautobahn im Stadtteil Schöneberg blockiert. Foto: Paul Zinken/dpa

Mal kleben sie sich auf der Fahrbahn fest, mal an Kunstwerken in Museen, die Rede ist von den Aktivisten der «Letzten Generation». Schon bald will die Gruppe wieder mit neuen Aktionen starten.

Berlin - Die Klimaaktivisten der "Letzten Generation" planen eine neue Protestwelle in diesem Herbst. "Wir werden Anfang Oktober wieder in die nächste Aktionsphase starten und wieder diese Blockadeaktionen machen", kündigte die Aktivistin Lina Eichler im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. "Wir mobilisieren darauf hin, bis wir die kritische Masse erreichen, diese Tausenden von Menschen."

Die Gruppe war nach einem Klima-Hungerstreik in Berlin vor genau einem Jahr entstanden und organisiert seit Monaten unter anderem Autobahnblockaden. Aktivisten kleben sich dabei auf der Fahrbahn fest, was lange Staus und Ärger bei Autofahrern ausgelöst hat. Zudem wurden an Öl- und Gasleitungen Ventile zugedreht. Am Wochenende störten sie das Topspiel der Fußball-Bundesliga. Zuletzt klebten sich Protestierende auch an Kunstwerke in Museen. Ziel der Aktionen ist einen sofortige Abkehr von Öl, Kohle und Gas, bei deren Verbrennung viel klimaschädliches Kohlendioxid frei wird.

Rahmen von Rubens-Gemälde beschädigt

In München ist bei einer Aktion nach Museumsangaben der historische Rahmen eines Rubens-Werkes in der Alten Pinakothek beschädigt worden. "Es ist nicht legitim, einmalige kulturelle Menschheitszeugnisse zu beschädigen, um auf die faktisch gegebenen klimatischen Probleme hinzuweisen", sagte der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz.

Zwei Aktivisten der Bewegung "Letzte Generation" hatten sich den Angaben zufolge am Freitag am Rahmen des Gemäldes "Der bethlehemitische Kindermord" von Peter Paul Rubens aus dem 17. Jahrhundert festgeklebt. Mitarbeiter des Museums und Polizisten hätten die beiden Männer dann mit Lösungsmitteln vom dem historischen Rahmen trennen können, der allerdings beschädigt wurde. Auch an der Wandbespannung entstanden nach Angaben des Museums Schäden.

Finanzielle Unterstützung bekommt die Gruppe vom Climate Emergency Fund in Kalifornien. Der Fonds tätige "strategische Investitionen in neue Organisationen wie die Letzte Generation, die das tägliche Leben stören wollen, um massiven Druck auf Regierungen aufzubauen", erklärte Stiftungschefin Margaret Klein Salamon auf Anfrage.

Wie viel Geld die Gruppe bekommt, blieb offen. Insgesamt seien vergangenes Jahr fast drei Millionen Dollar an 33 Organisationen geflossen. Geld für die Stiftung spendete unter anderen Aileen Getty, Enkelin des Ölmagnaten J. Paul Getty.

 
 
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