Kongress zur Plastikverhütung in Ludwigsburg Agentur Pulsmacher setzt auf Nachhaltigkeit

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Schon seit mehr als 15 Jahren und mit innovativen Ideen ist die Agentur Pulsmacher auf dem Weg zum nachhaltigen Unternehmen, dafür setzt sich Geschäftsführer Jan Kenserski ein.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Beim Kongress gegen Plastikverhütung wird Jan Kenserski von der Agentur Pulsmacher von den Maßnahmen zur Nachhaltigkeit berichten.

Neues Arbeiten“ nennt Jan Kenserski das, was nicht nur seine Agentur Pulsmacher in die Realität umsetzt, sondern worin die Agentur auch andere Firmen berät. Die Ludwigsburger Kommunikationsagentur, die es seit 1999 gibt, setzt auf neue Formen der Arbeit und vor allem auf nachhaltige Konzepte.

„Unternehmer müssen Verantwortung für die Umwelt und die Mitarbeiter übernehmen. Immer so weitermachen wie bisher geht einfach nicht mehr, ist ineffektiv“, sagt Jan Kensersky, der gemeinsam mit Jochen Schroda und Thorsten Weh die Agentur gründete und bis heute leitet. 30 Mitarbeiter hat Pulsmacher, die in den Prozess involviert sind, mit eigenen Ideen und Vorschlägen. „Man muss die Mitarbeiter in fast alles einbeziehen und sie motivieren, sonst gehen sie, das kann nicht im Interesse eines Unternehmers sein.“

Um eine zukunftsfähige, nachhaltige, wettbewerbsfähige Firmenstruktur zu entwickeln, wagte Pulsmacher 2017 den Neuanfang mit einem Experiment zum Thema Neues Arbeiten. Die ganze Agentur zog für eineinhalb Jahre in ein Pop-up-Office auf Zeit, in dem mit dem Arbeiten, dem Raum und den Ideen experimentiert wurde. Alles wurde auf das Nötigste reduziert.  „Die Mitarbeiter wünschten sich vor allem funktionierende Technik auf dem neuesten Stand, optimales Licht, gutes Raumklima, Platz für Inspirationen, ungewöhnliche Ecken für den Rückzug“, sagt Thorsten Weh. Diese Ideen wurde dann in dem jetzigen Büro in der Kammererstraße umgesetzt.

Die Einrichtung des Großraumbüros besteht aus nachhaltigen, flexiblen Second-Hand-Möbeln, vielen Grünpflanzen für das Raumklima, ein Haus im Haus als Rückzugsort, eine Dachterrasse und ein Loft. „Wir bauen alles auf gebrauchten Bäckerkörben auf“, sagt Kenserski. Die mobilen Möbel  können je nach Bedarf verkleinert oder vergrößert werden. Plastikgeschirr und andere Dinge, die Mikroplastik enthalten, beispielsweise Putzmittel, wurden durch umweltschonende Materialien ersetzt.

Pulsmacher hat einen eigenen Koch, der täglich für die Mitarbeiter vegetarisch mit Bio-Lebensmitteln kocht. Zwei Arbeitstage im Monat hat jeder Angestellte Zeit, um nachhaltige Ideen zu Materialbeschaffung, Energieverbrauch, Essen, Mobilität in der Gruppe zu entwickeln. „Wir haben unsere Ausgaben dadurch verringert“, so Kenserski.

Im Sommer gibt es Hitzefrei

Aus Umwelt- und Energiespargründen gibt es im Büro keine Klimaanlage. Im Sommer, so Kenserski, gebe es Tage, in denen man es kaum vor Hitze aushalte im Büro. „Dann arbeiten alle eben nur vier Stunden.“ Das „Achtstundenabarbeiten“, so Kenserski, sei sowieso überholt, wenn die Mitarbeiter motiviert seien, würden sie auch in weniger Zeit viel schaffen. Zweimal die Woche können die Mitarbeiter Homeoffice machen.

Auch an der umweltschonenden Mobilität ihrer Mitarbeiter nimmt die Geschäftsleitung Anteil: Zum Ticket für den öffentlichen Nahverkehr steuert die Firma 50 Prozent  der Kosten bei, da diese bei einer Mitarbeiterumfrage der Grund waren, warum sie mit dem Auto zur Arbeit kommen. Zudem übernimmt die Firma die Leasingkosten für das E-Bike oder den E-Roller. Transporter werden tageweise gemietet anstatt gekauft. „Bei jeder Entscheidung, die wir machen, prüfen wir nachhaltige Alternativen“, so Jan Kenserski.

Am Freitag wird er auf dem Kongress für Plastikverhütung in Ludwigsburg über sein nachhaltiges Unternehmen berichten: „In dieser Hinsicht ist Pulsmacher gerne ein Vorzeige-Unternehmen. Ich kann nur jedem Unternehmer zu einem nachhaltigen Konzept raten, da es Kosten spart und die Mitarbeiter mitnimmt.“

 
 
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