Konzert der Stadtkapelle Bönnigheim Die Musik kehrt zurück

Von Susanne Yvette Walter
Endlich wieder zusammen vor Publikum musizieren konnte die Stadtkapelle Bönnigheim am Sonntagabend.⇥ Foto: Oliver Bürkle

Die Stadtkapelle musiziert zum ersten Mal wieder vor Publikum in der voll besetzten Sporthalle. Präsentiert wurde eine musikalische Reise.

Endlich kann es weitergehen. Das ist das Credo der Stadtkapelle Bönnigheim unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Rainer Falk. Am Sonntagabend standen Pauker, Fagottisten, Klarinettisten, Querflötisten, Percussionisten und andere Bläser zum ersten Mal wieder vor ihrem Publikum. Die Sporthalle 2 ist voll bis auf den letzten Platz.

Zusammen Musizieren ist
ein Stück Heimat

Die Musiker auf der Bühne schauen endlich wieder in einen Saal voller Menschen. Das ist plötzlich wie vor der Pandemie, und viele sind sprachlos. „Diese Zeit hat uns alle im Umgang mit unseren Mitmenschen und im Umgang mit der Kultur hart getroffen und geprägt. Wir konnten nur unter sehr erschwerten Bedingungen proben, wenn überhaupt. Abgesehen davon waren Konzerte nicht möglich“, beschreibt Ulrike Staudenrausch, die Vorsitzende des Vereins Stadtkapelle Bönnigheim, was gerade hinter den Musikern liegt und noch nachklingt. „Zusammen zu musizieren ist ein Stück Heimat, in einer Gemeinschaft, in der man sich aufgehoben fühlt. Wir, die Stadtkapelle, identifizieren uns so stark mit unserer Heimatgemeinde Bönnigheim, dass wir regelmäßig offizielle Anlässe musikalisch begleiten“, sagt die Vorsitzende. In diesem Jahr fährt der Musikverein Stadtkapelle Bönnigheim zur 800-Jahr-Feier der Partnerstadt Neukirch. 30 Jahre Städtepartnerschaft verbindet Bönnigheim mit Neukirch. In den Reihen der Stadtkapelle mauserte sich in der Pandemiezeit ein junger Musiker zum Moderator. Justin Schulz führt geschmeidig durch das Programm. Er gibt Einblicke in Hintergründe zum jeweiligen Stück. Das Orchester feiert zunächst mit der „Egmont“-Ouvertüre den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven nach, der eigentlich im Dezember 2020 gewesen wäre. Ein in sehr ernsten Tönen gehaltenes Heimspiel ist Türöffner zum Publikum und Hommage an den Helden in der europäischen Musikgeschichte. 

Weiter reisen Rainer Falk und die Seinen nach Griechenland und nach Japan, in eine eigene Bläserwelt, die sich losgelöst von der europäischen entwickelt hat. In neue Klangwelten vorzudringen und dabei den eigenen Horizont und den des Publikums zu erweitern, ist das Ziel der Konzertreihe „Bläserwelten“ in Bönnigheim. Später am Abend geht die Reihe ins sagenumwitterte Schottland und zu Bryan Adams, dem kanadischen Rocksänger, der so legendäre Nummern wie „Summer of 69“ geschrieben hat.

Weil die Stadtkapelle Bönnigheim jedem Geschmack etwas bieten möchte, kommt die Musik der Rockröhre Bryan Adams als Bläsermedley auf die Bühne. Lange rauscht der Beifall auch hier. Am Ende in der Zugabe erst setzt Rainer Falk den Punkt auf das i und erweitert die „Bläserwelten“ um einen neuen Hauptdarsteller: Saskia Tabler hat ihre musikalische Laufbahn als Kind in der Bläserklasse begonnen und ist jetzt seit 1. April Gesangslehrerin an der Bönnigheimer Musikschule.

Ihr Debüt gibt die Sängerin am Sonntagabend, begleitet vom Orchester der Stadtkapelle. Sie spannt den Bogen noch einmal zur weiten Welt der Musik und singt Michael Jacksons „We are the world“. Minutenlang rauscht der Applaus für ihren klangstarken Einstand in Bönnigheim und für all das, was die Stadtkapelle auf hohem Niveau hat hören lassen.

 
 
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