Einen fabelhaften Abschluss des Bönnigheimer Kulturwochenendes spielten die Musiker des Freundeskreises der Musikschule am Sonntagabend bei ihren „Streichereien im Schloss“. Hautnah konnten die Gäste im voll besetzten Schlosssaal die klassischen Stücke erleben und zu Beginn und Ende die Waldfeen bei zwei Sätzen aus Georg Dysons „Woodland Suite“ durch die zauberhafte Kulisse entschwinden sehen.
Konzert in Bönnigheim Hautnahes Konzerterlebnis
„Streicheleien im Schloss“ beenden am Sonntagabend das Bönnigheimer Kulturwochenende.
Brandender Applaus für das 18-köpfige Ensemble
Nach dem brandenden Applaus gab das 18-köpfige Ensemble gern noch eine Zugabe und setzte damit den Schlussakkord nach dem viertägigen Musik-Kultur-Wochenende in Bönnigheim. „Es ist eine Freude für alle, diesem Genuss zu lauschen“, so bedankte sich Stadtmusikdirektor Rainer Falk am Ende der „Streichereien“.
Mehr als 300 teilnehmende Musizierende von klein bis groß haben an diesem Wochenende gemeinsam Freude an den Melodien empfunden und verbreitet. „Das war ein schönes Erlebnis für alle“, so Musikschuldirektor Falk. Für seine Kollegin Angelika Wollasch, die seit dem Jahr 2002 an der Bönigheimer Musikschule unterrichtet und sich seit drei Jahren der Streicherklasse widmet, hatte er besonders lobende Worte. Für ihr Ensemble für die „Streichereien“ hatte sie nicht nur Kollegen der Nachbarmusikschulen aus Besigheim und Bietigheim-Bissingen geladen, sondern auch einstige Schülerinnen gewinnen können, die noch immer der Leidenschaft der Streichinstrumente frönen.
Vier Mal hatten die 18 Musiker für das Konzert geprobt, in das sie auch zwei Nachwuchstalente geholt hatten. Die jüngste Mitspielerin war die 15-jährige Maike Unger, die mit ihrer Klarinette zum ersten Mal die Streicher unterstützt hat: „Man muss sich erst hineinfühlen, aber es ist eine tolle Erfahrung.“ Mit acht Jahren hat die Erligheimerin, die in Bönnigheim zur Schule geht, mit dem Klarinettenspiel in der Bläserklasse begonnen und spielt inzwischen in der Stadtkapelle mit. Das gemeinschaftliche Zusammenspiel mit anderen Musikern macht ihr besondere Freude.
Etwas Familiäres hatte das Streichkonzert
Etwas Familiäres hatte auch das Streichkonzert am Sonntagabend. Das Publikum in der ersten Reihe hätte nur einen Arm ausstrecken müssen, um einen der Musiker zu berühren. Ein so hautnahes Konzerterlebnis ist selten.
Souverän begleitete Angelika Wollasch nicht nur ihre Musikerfamilie durch den Abend, sondern auch das Publikum. Vor jedem Stück wusste sie etwas aus dem Leben des Komponisten zu erzählen und berichtete, was gerade das von ihr ausgewählte Stück ausmacht. So spannte sie den Bogen zu einer kleinen musikalischen Reise durch verschiedene Länder.
Von den elfenhaften Waldnymphen des englischen Komponisten George Dyson mit seinem Stimmungswechseln von lebendig bis ruhig ging es weiter nach Deutschland zur Streichersinfonie Nr. 10 in h-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy, die er im zarten Alter von zwölf Jahren komponiert hat und die aus einem zweigeteilten Satz besteht. Mit seinem Klangsinn und der Lust an flirrenden Bewegungen passte es gut in die schöne Sommernacht im Schloss.
Von Finnland musikalisch über Deutschland nach Österreich
Weiter ging die Reise in den Norden mit dem finnischen Komponisten Jean Sibelius und dessen Impromptu für Streichorchester, das an Wasserfälle erinnerte und im Gegensatz dazu dem traurigen Walzer Valse triste op. 44. Nach der Pause gab es eine Kostprobe der ganzen Fülle der schönen Klänge der Viola in dem 1. Satz largo von Georg Philipp Telemann. Damit streifte die Reisegruppe wieder Deutschland, um nach Österreich zu Oscar Straus’ Serenade op. 35 g-Moll zu gelangen, aus der drei der fünf Sätze zu hören waren, bevor das Publikum noch einmal musikalisch zu den Waldfeen entführt wurde.
