Kreis Ludwigsburg Bei Blackouts baut der Kreis auf „Leuchttürme“

Von Frank Ruppert
Die Feuerwehren geben im Fall eines großflächigen Stromausfalls Informationen an die Bevölkerung weiter. Foto: imago/Eibner

Ein größerer Stromausfall im Winter scheint im Bereich des Möglichen. Der Kreis sieht sich dafür gewappnet. Das Konzept sei schon vor der aktuellen Krise entstanden und beinhaltet Feuerwehrhäuser als „Leuchttürme“, an die sich die Bürger wenden können.

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutsche Städte- und Gemeindebunds, warnte in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ vor Stromausfällen im Winter: „Die Gefahr eines Blackouts ist gegeben“.  Die Überlastung der Stromnetze sei ein realistisches Szenario angesichts der in diesem Jahr verkauften 650 000 Heizlüfter, sollte die Gasversorgung ausfallen.

Die BZ hat beim Katastrophenschutz im Landratsamt angefragt, wie gut der Landkreis auf ein solches Szenario vorbereitet ist. Laut Dr. Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts, sei die Behörde auch auf einen größeren Stromausfall vorbereitet. Weil ein flächendeckender Stromausfall Auswirkungen auf alle Bereiche der Gesellschaft habe, beschäftige sich ein großer Teil des Konzept des Landkreises mit der Frage: Wer und was ist von einem Stromausfall betroffen und wie kann dem begegnet werden? Und das nicht erst seit dem Ukraine-Krieg, allerdings habe dieser die „Notwendigkeit einer Vorsorge innerhalb der Kommunen sicherlich geschärft“, so Fritz.

Anlaufstellen haben Notstromaggregate

Oberster Katastrophenschützer im Kreis ist Andy Dorroch. Er ist Kreisbrandmeister und Leiter des Fachbereichs Bevölkerungsschutz beim Landratsamt. Er und sein Team verantworten das sogenannte Leuchtturmkonzept, das im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls auch in diesem Winter greift. In einem solchen Fall seien die Feuerwehrhäuser besetzt. Diese dienten den Bürgerinnen und Bürgern dann als „Infopoint“.

„Die Feuerwehrhäuser sind in der Regel notstromversorgt und haben eine direkte Anbindung über redundante Funkverbindungen zum Führungsstab des Landkreises“, teilt das Landratsamt weiter mit.

Die in den Feuerwehrhäusern eingerichteten Fernmeldebetriebsstellen seien Bestandteil des kommunalen Krisenstabs. Dort erhielten die Bürger Informationen, was man tun könne und wo man Hilfe erhalte. Vor allem aber auch, wo es Unterbringungsstellen gibt.

Mobile Tankstellen dank Sammelbestellung

Für die Unterbringung, etwa in Hallen, haben nach Auskunft des Landratsamts bereits viele Gemeinden Notstromaggregate angeschafft oder „führen aktuell Beschaffungen durch“. Ergänzend haben der Kreis auch gemeinsam mit den Kommunen in Form einer Sammelbestellung mobile Tankstellen beschafft, die für den Betrieb der Notstromaggregate, aber auch für den Betrieb von Einsatzfahrzeugen notwendig sind. Welche Hallen oder kommunalen Gebäude dafür vorgesehen sind, stehe schon fest, um welche es sich konkret handele wollte Fritz aber nicht sagen.

Für die Unterbringung und zeitweilige Verpflegung hält das Landratsamt Betten, Stühle, Schränke, Lebensmittel (Erstversorgung), Hygieneartikel und Schlafsäcke in einem riesigen Lager vor. Klar sei aber auch, dass man weder Unterkunft noch Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises zur Verfügung stellen könne.

Zielmarke sei die Versorgung von einem Prozent der Bevölkerung, also etwa 5000 Menschen. Dieser Wert sei auch in der Fachliteratur benannt, argumentiert das Landratsamt. Ein großer Teil der Bevölkerung können sich auch im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls selbst versorgen oder bei Freunden und Verwandten unterkommen. Deshalb rechnet man beim Landratsamt auch nicht mit einem großen Ansturm auf die Feuerwehrhäuser.

 
 
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