Kreis Ludwigsburg Blutspenden reichen bislang noch aus

Von Bigna Fink
Am Blutspendetag des DRK in der Kirbachtalhalle in Sachsenheim-Hohenhaslach spendete Lothar Makkens am vergangenen Freitag bereits zum 155. Mal. Sein Motto lautet: „Weil ich gerne anderen Menschen helfe“. Mit im Bild: Jutta Ziegler von der DRK-Ortsgruppe. Foto: Martin Kalb

Das Deutsche Rote Kreuz meldet im Land einen Notstand an Blutkonserven. In der Region geben ein DRK-Referent und ein Kliniken-Sprecher vorerst Entwarnung.

Bei uns sind die Auswirkungen der Grippewelle noch nicht spürbar“, gibt Rudi Feix vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg Entwarnung. Er geht aber von mehr Blutspendeausfällen wegen Infekten in den kommenden Wochen aus. Was ihn beruhigt: „Hier im Kreis ist die Blutspendebereitschaft sehr hoch.“ Feix ist seit 33 Jahren und noch bis März Blutspendereferent und koordiniert seit 15 Jahren im Kreis Ludwigsburg die Ehrenamtlichen der Ortsvereine des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) und die Gemeinden bezüglich der Spendetermine.

Deutschlandweit meldet derzeit die Wohlfahrtsorganisation einen Mangel beziehungsweise einen drohenden Notstand an Blutkonserven. Auch die Stuttgarter Kliniken schlagen laut Medienberichten Alarm. Gründe dafür seien hauptsächlich die zurückliegenden Feiertage in Kombination mit dem Wintereinbruch und saisonbedingter Infektionskrankheiten.

„Stabile Versorgungsstruktur“

Wie die Spendedienste im Kreis, sind auch die RKH-Kliniken in Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg offenbar nicht von einer Blutknappheit betroffen. „Die RKH- Kliniken und ihre Blutdepots sind derzeit insgesamt gut mit Blutpräparaten versorgt“, meldet Alexander Tsongas. Die RKH-Kliniken im Kreis werden laut dem Kliniksprecher über die Blutbank im Klinikum Stuttgart, die RKH-Enzkreis-Kliniken über die Blutbank des Klinikums Pforzheim und die RKH-Kliniken des Landkreises Karlsruhe über die Blutbank des Städtischen Klinikums Karlsruhe versorgt. „Durch die Belieferung über diese Blutbanken verfügen wir über eine stabile Versorgungsstruktur, so dass die medizinische Versorgung unserer Patienten nicht eingeschränkt ist.“ Zusätzlich könnten sich die Blutdepots in dem Klinikverbund gegenseitig unterstützen, sagt Tsongas.

Blut ist nicht künstlich herstellbar und ist auch nur begrenzt haltbar, teilweise nur ein paar Tage. Deshalb sind Kranke und Verletzte auf Menschen angewiesen, die Blut spenden. In Deutschland wird die Blutversorgung hauptsächlich durch das Rote Kreuz sichergestellt. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das DRK per Gesetz dazu beauftragt, die Blutspenden durchzuführen“, weiß Jutta Berkemer-Ziegler von der DRK-Ortsgruppe Sachsenheim. Vergangenen Freitag war Blutspendeaktion in der Gemeindehalle Hohenhaslach (Foto). Alle online buchbaren Termine waren schnell vergeben. „Eigentlich sind unsere Termine in Sachsenheim immer ausgebucht“, zeigt sich Berkemer-Ziegler zufrieden.

Rund 15 Ehrenamtliche der Ortsgruppe sind im Einsatz. Dazu komme laut der Sachsenheimerin ein hauptamtliches, medizinisches Team, aus Baden-Baden, Ulm oder Mannheim mit einem LKW. Es hat alles Equipment wie die Entnahme- und Ruhebetten, und die Blutentnahmematerialien wie Blutbeutel, Kanüle und Pflaster dabei. Rudi Feix zufolge dauert ein Termin für die Spender rund 35 Minuten. Zuerst füllen sie einen Fragebogen zur Gesundheit aus. Nur gesunde Menschen dürfen Blut spenden. Es folgt eine Laboruntersuchung mit dem Messen der Temperatur, des Blutdrucks, des Pulses und des Eisenwertes. Anschließend folgt ein Gespräch mit dem Arzt. Das Blut-Check-Up und das Arztgespräch seien wie eine Art Vorsorge, sagt Feix. Auffälligkeiten in den Werten werde den Spendern und dem Hausarzt übermittelt.

Altersgrenze ist aufgehoben

Die Altersgrenze für Spender sei mittlerweile aufgehoben, sagt Berkemer-Ziegler. Einigen Menschen mit Bluthochdruck tue die regelmäßige Blutspende gut: „Sie benötigen dadurch wenige oder keine Tabletten mehr.“ Nach dem ärztlichen Okay geht es zur Entnahme von rund 500 Milliliter Blut, die laut Feix etwa fünf Minuten in Anspruch nimmt. Dann ruhen sich die Spender ein paar Minuten auf dem Ruhebett aus. „Erstspender sollten dafür etwa 15 Minuten einplanen, Vielfachspender lassen den Schritt auch oft weg.“ Als Dankeschön und Stärkung nach dem Aderlass gibt es beim DRK stets einen Imbiss, in Hohenhalslach gab es am Freitag Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle vom Caterer.

Die nächsten Blutspendetermine in der Region

Wer im Februar etwas Blut abgeben möchte, hat in der Region vom DRK folgende Termine und Orte zur Auswahl: Am 4. Februar in Bietigheim in der Halle am Viadukt, am 6. Februar in der Vaihinger Stadthalle, am 16. Februar in Bönnigheim in der Sporthalle 1 des Schulzentrums, am 18. Februar in der Mundelsheimer Käsberghalle und am 19. Februar in Eglosheimer Erich-Lillich-Halle. Die Aktionen finden jeweils von 14.30 bis 19.30 Uhr statt.

Im Januar gibt es im Landkreis Ludwigsburg noch in Korntal-Münchingen, Kornwestheim und Heimerdingen Termine,die auf der Webseite wwww.blutspende.de ersichtlich sind.

Bedingung ist, dass man gesund ist und einen Termin zuvor online unter www.terminreservierung.blutspende.de ausmacht.

 
 
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