Kreis Ludwigsburg Die personifizierte Bodenständigkeit

Von Jürgen Kunz
Der 62 Jahre alte Konrad Epple gehört seit 2011 für die CDU dem baden-württembergischen Landtag an und seither Mitglied des Petitionsausschusses. Foto: /Oliver Bürkle

Seit dem 11. April 2011 gehört der inzwischen 62-jährige Konrad Epple dem Landtag von Baden-Württemberg an. Als Ein-Mann-Unternehmen in Politik und Beruf bewirbt er sich erneut für CDU.

Im Gespräch gewinnt man den Eindruck, der CDU-Landtagsabgeordnete Konrad Epple hat gern das Heft des Handels in der eigenen Hand und macht deshalb (fast) alles selbst. In seiner Funktion als Abgeordneter für den Wahlkreis 13 (Vaihingen) wird er nur von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter und einer Büroleiterin – beide als Halbtagskräfte – unterstützt. In seiner beruflichen Tätigkeit, seit 2004 als selbstständiger Schlossermeister in Ditzingen, macht er alles alleine. Beruflich und politisch ist der inzwischen 62-Jährige seit seinem ersten Einzug ins Landesparlament am 11. April 2011 ein Ein-Mann-Unternehmen – und er hat von der Politik noch lange nicht genug. Wenn man alleine verantwortlich sei, gehe man an die gestellten Aufgaben „ganz anders heran“.

Christdemokrat seit 1977

Seine politische Heimat hat er schon lange bei der CDU: Seit 1977 als Mitglied der Jungen Union. 1979 wurde er Mitglied der CDU, seit 1997 ist er Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Ditzingen, seit 1988 Gemeinderat der Stadt Ditzingen. Er war Vorsitzender der Jungen Union Ditzingen und ist seit 1995 Mitglied des Vorstands des CDU-Kreisverbands Ludwigsburg. Dem Kreistags Ludwigsburg gehört er seit 1996 an. 2004 bis 2009 war er Mitglied der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart.

Seine Antwort auf die Frage, warum er sich nach drei Legislaturperioden nochmals um ein Landtagsmandat im Wahlkreis 13 (Vaihingen), zu dem unter anderem Bönnigheim, Markgröningen, Oberriexingen, Sachsenheim, Schwieberdingen und Sersheim gehören, bewirbt, ist pragmatisch: „Wenn man politisch eine längere Lebensarbeitszeit fordert, dann kann ich mich doch nicht einfach zurückziehen.“ Hinzu komme, dass die Perspektiven für eine neue Regierung für seine CDU deutlich besser seien, „das heißt man wird nicht mehr Juniorpartner sein“.

Für Epple persönlich war jede der drei Wahlen, bisher die wichtigste: „Aber dieses Mal mit dem geänderten Wahlrecht, da habe ich den Anspruch, das Mandat direkt zu gewinnen.“ Mit einer Prognose ist er zurückhaltend, denn es könne durchaus sein, „dass sich die Wähler noch zurückhalten“, dennoch, die aktuelle Stimmung sei für seine Partei recht positiv. Der alleinstehende 62-Jährige stellt heraus, dass er in der nächsten Legislaturperiode in seinen Arbeitsfeldern weiter etwas bewegen könne.

Seit 2011 im Petitionsausschuss

Besonders seine Arbeit als Obmann des 22-köpfigen Petitionsausschusses betont er, denn dort befasse man sich mit Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern, die sich durch eine Behörde des Land ungerecht behandelt fühlen. „Da kann man manche Dinge für die Bürger wieder aufs Gleis bringen“, sagt Epple. Schon jetzt sei klar, wenn er nach der Wahl wieder in den Petitionsausschuss gewählt würde, wäre er der einzige Abgeordnete, der dort schon einmal tätig war.

Nach seinem Selbstverständnis, „sollte man als Landespolitiker ein wenig ein Generalist sein“. So erklärt er auch seinen Wechsel vom Umweltausschuss nach der 2016er-Wahl in den Ausschuss für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (LandwA), und damit auch zum Sprecher der CDU-Fraktion für Verbraucherschutz, der im Land zudem „ einen sehr hohen Stellenwert hat“. Für Epple ist es „nicht falsch, wenn jemand aus dem Großraum Stuttgart sich um die Landwirtschaft kümmert“. Als aktiver Feuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr Ditzingen im Rang eines Oberbandmeisters hat Epple die praktischen Erfahrungen, um die Funktion des feuerwehrpolitischen Sprechers seiner Fraktion zu übernehmen.

Die zunehmende Bürokratie mache ihm Sorgen – auch als Handwerksmeister, der im Übrigen seine berufliche Tätigkeit nur in zeitlichen Nischen, wenn keine Landtagssitzungen sind, ausüben kann. Als Landpolitiker bekennt er freimütig: „Bei der Bürokratie stehen wir uns selbst im Weg.“ Für Epple sei es Zeit, diese „abzumildern oder ihr ganz den Garaus zu machen.“

Bekennender Schwabe

Bekannt ist Epple auch als bekennender Schwabe, der seinen Dialekt nicht verleugnet. Nach der Bedeutung der schwäbischen Mundart gefragt, kommt prompt die Antwort: „Mit ist sie nicht im Weg.“ Als Abgeordneter ist ihm wichtig, „dass ich meinen Wahlkreis ganz genau kenne“.

Info

Meike Günter (Die Grünen)

Helena Herzig (FDP)

Nikolaos Boutakoglou (AfD)

Torsten Liebig (SPD)

Steve Burgstett (Die Linke)

 
 
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