Kreis Ludwigsburg Diebes-Trio verursachte einen Schaden von 300.000 Euro

Von Bernd Winckler
Am Landgericht Heilbronn sind hat der Prozess gegen drei Männer begonnen, die angeklagt sind Einbrüche in 20 Fällen im Kreis Ludwigsburg verübt zu haben. Foto: /Helmut Pangerl

Drei Männer stehen vor dem Heilbronner Landgericht, sie sind angeklagt 20 Einbrüche im Kreis Ludwigsburg verübt zu haben. 

Drei junge Männer im Alter von 28 bis 29 Jahren, alle aus Albanien stammend, sollen bei Haus- und Wohnungseinbrüchen in Ludwigsburg, Bietigheim, Tamm und Leonberg einen Schaden von rund 300.000 Euro verursacht haben. Das Trio sitzt seit gestern auf der Anklagebank des Landgerichts Heilbronn.

Sie sind gefesselt an Händen und den Beinen. Die Heilbronner Staatsanwaltschaft stuft die drei Männer als besonders gefährliche Einbruchs-Diebe ein, die teilweise in einer Unterkunft in der Talstraße in Ludwigsburg untergebracht waren. Von dort aus sollen sie sich ab Juli vergangenen Jahres zusammengeschlossen haben, um ihren Lebensunterhalt durch nächtliche Diebstähle zu bestreiten. Dazu habe man ein Fahrzeug angemietet, um mobil zu sein und sei damit auf Diebestour unterwegs gewesen, bis die Polizei dann am 13. März dieses Jahres die Bande fasste. Einer der Angeklagten soll sich jeweils zuvor im Internet über lohnende Objekte informiert und diese vorher besichtigt haben, um sicher zu gehen, dass die Bewohner nicht anwesend sind.

Weit mehr als 20 Diebstähle

20 Einzelfälle hat die Staatsanwaltschaft angeklagt, wobei offensichtlich weitaus mehr Diebstähle auf das Konto dieses Trios gehen sollen. Begonnen hat die Serie am 30. Juli letzten Jahres und ging bis zum 22. August, es gab vier Einbrüche in Einfamilienhäuser in Lorch, Leonberg und Tamm. Allein hier sollen die Angeklagten nicht nur einen erklecklichen Sachschaden angerichtet, sondern Bargeldbeute in Höhe mehrerer zehntausend Euro eingeheimst haben. Die Serie der nächtlichen Einbrüche soll danach hauptsächlich in Ludwigsburger und Bietigheimer Wohngegenden stattgefunden haben und zwar ab 3. September vergangenen Jahres.

71.000 Euro sollen sie laut Anklage am 6. November in einem Haus in Leonberg erbeutet haben. Bei neun Einbrüchen zwischen 7. November und 31. Dezember in Ludwigsburg beträgt die Bargeldbeute allein 170.000 Euro. Am 18. November wurde in einem Einfamilienhaus in Ludwigsburg eine Metalltür gewaltsam geöffnet, dann ein Tresor mit 20.200 Euro Inhalt mitgenommen und ein Sachschaden von 24.000 Euro hinterlassen.

Bei einem Einbruch am 3. Februar ebenfalls in Ludwigsburg soll das Trio einen mit Schrauben am Boden befestigten Tresor gewaltsam herausgerissen haben und dabei einen Sachschaden von 1000 Euro verursacht, sowie den Inhalt des Tresors in Höhe von 20.000 Euro erbeutet haben.

Schmuck und Goldwaren gestohlen

Bei weiteren nächtlichen Beutezügen in Bietigheim-Bissingen und Tamm in der Zeit zwischen 31. Dezember 2023 und der Festnahme am 13. März erbeuteten die drei Männer laut Anklage Goldwaren, Schmuckstücke und vor allem Bargeld im Wert von mehr als 100.000 Euro. Drei Einbrüche sollen sie in der Silvesternacht 2023 allein in Bietigheim und in Tamm verübt und dabei 31.000 Euro erbeutet haben.

Unter dem Strich lautet die Anklage gegen die drei Männer auf 20-fachen gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahl und gemeinschaftlichen Wohnungseinbruch mit großem Schaden. Den Schaden von rund 300.000 Euro will die Heilbronner Anklagevertretung als „Wertersatz“ bei den drei Angeklagten abschöpfen. Und die Vorsitzende Richterin der 9. Großen Strafkammer richtete an die drei Beschuldigten nach der Anklageverlesung deutliche Worte, in denen sie den Rat erteilt, dass die Möglichkeit bestehe, dass bei frühen Geständnissen das Gericht Strafmilde üben könnte. So könne man eine Strafe unter zehn Jahre in Betracht ziehen. „Es liegt an Ihnen, wie es nun läuft“, sagt die Richterin.

Neun Prozesstage hat die Strafkammer angesetzt. Sollten die Angeklagten geständig sein, so die Vorsitzende Richterin, könnte man diesen Terminplan abkürzen. Nach derzeitigem Plan sollen am 13. Januar die Urteile gesprochen werden.  Bernd Winckler

 
 
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