Kreis Ludwigsburg Diese Kleinparteien stehen am 8. März zur Wahl

Von Yannik Schuster
21 Parteien werden am 8. März voraussichtlich auf dem Wahlzettel stehen. Foto: /Martin Kalb

Bei der Landtagswahl bewerben sich auch wieder zahlreiche, weniger bekannte Parteien um Stimmen. Ein Überblick.

Neben den fünf bereits im Landtag vertretenen Parteien und der Linken, die sich nach ihrem Erfolg bei der Bundestagswahl Hoffnungen auf einen Einzug in den Landtag machen kann, bewerben sich am 8. März auch zahlreiche Kleinparteien, die nur geringe Chancen auf ein Landtagsmandat haben dürften, um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Aufgrund des neuen Wahlsystems mit Erst- und Zweitstimme können diese nun auch in Wahlkreisen gewählt werden, in denen kein Direktkandidat auf dem Wahlzettel steht. Ein Überblick – vorbehaltlich einer möglichen Nichtzulassungen durch den Landes- oder Kreiswahlausschuss an diesem Freitag.

Freie Wähler

Die Partei, die nicht zu verwechseln ist mit den Freien Wählern, die in zahlreichen kommunalen Gremien vertreten sind, holte 2021 3,0 Prozent der Stimmen. Auf ihrer Landesliste stehen 19 Kandidatinnen und Kandidaten, angeführt von Sylvia Rolke, die vor fünf Jahren noch im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen angetreten war. Dieses Mal stellt die Partei keinen Direktkandidaten in den Wahlkreisen Bietigheim-Bissingen (14), Vaihingen (13) oder Ludwigsburg (12).

Die Partei

Für die Satirepartei, die mit Martin Sonneborn bereits seit 2014 einen Europaabgeordneten stellt, tritt Daniel Gehring im Wahlkreis Ludwigsburg an. 2021 konnte die Partei landesweit 1,2 Prozent auf sich verbuchen.

„die Basis“

Die „Basisdemokratische Partei Deutschlands“, die während der Covid-19-Pandemie aus der Querdenken-Bewegung hervorging, stellt in allen drei Wahlkreisen Direktkandidaten: Im Wahlkreis 14 den Löchgauer Ulrich Kappl, im Wahlkreis Vaihingen Sven Kerzel aus Lauffen und im Wahlkreis 12 tritt Stephan Johne aus Bietigheim-Bissingen an. 2021 kam die Partei auf 1,0 Prozent.

Klimaliste Baden-Württemberg

Die Klimaliste, die nach eigenen Angaben einen Fokus auf sozialgerechten und wissenschaftsbasierten Klimaschutz legt, erreichte 2021 0,9 Prozent der Stimmen. Direktkandidaten schickt die Partei nichts ins Rennen.

ÖDP

Mit Guido Klamt und Mathias Rady stellt die Ökologisch-demokratische Partei bereits zwei Regionalräte in der Regionalversammlung Stuttgart. Nun wollen beide in den Landtag. Klamt kandidiert dabei im Wahlkreis 13, während der 35-jährige Sascha Fröhlich aus Tamm im Wahlkreis 12, und der Marbacher Gerd Bogisch im Wahlkreis 14 ihr Glück versuchen. 2021 kam die Partei auf 0,8 Prozent der Stimmen.

Volt

Die paneuropäische Partei Volt, die eine Vertiefung der europäischen Integration fordert, erzielte 2021 0,5 Prozent. In diesem Jahr tritt die Partei mit einer Landesliste und Direktkandidaten in nahezu allen Wahlkreisen an. Für den Wahlkreis 12 ist dies der 30-jährige Henrik Metje aus Ludwigsburg, den Wahlkreis 13 will der Vaihinger Martin Rudolf im Landtag vertreten. Der 35-jährige Benninger Cal Engelhardt tritt im Wahlkreis 14 für Volt an.

Bündnis C

Die „Christen für Deutschland“, die sich unter anderem gegen Abtreibungen oder die Ehe für Alle aussprechen, holten 2021 0,1 Prozent der Stimmen. In der BZ-Region ist nur die Landesliste wählbar.

Partei der Humanisten

Die Partei, die sich als rational, liberal und fortschrittlich versteht, hat ebenfalls eine Landesliste eingereicht. Bei der Landtagswahl 2021 erhielt die Partei 976 Stimmen (0,0 Prozent).

Partei für Verjüngungsforschung

Bei der Ein-Themen-Partei steht die Bekämpfung von Alterskrankheiten durch die schulmedizinische Forschung im Mittelpunkt. Als „Partei für Gesundheitsforschung“ erhielt sie 2021 468 Stimmen (0,0 Prozent).

Bündnis Sahra Wagenknecht

Zwar soll BSW künftig für „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“ stehen. Am 8. März wird die Partei jedoch noch unter ihrem alten Namen antreten. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr kam das BSW im Südwesten auf 4,1 Prozent, auf Landesebene tritt die Partei zum ersten Mal an – jedoch ohne Direktkandidaten in den hiesigen Wahlkreisen.

Die Gerechtigkeitspartei

Auch bekannt unter dem Namen „Team Todenhöfer“ nach Gründungsmitglied Jürgen Todenhöfer, tritt die Partei, die sich eigenen Angaben zufolge an den Werten des Humanismus orientiert, zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg an. In der BZ-Region wird allerdings nur die Landesliste auf dem Wahlzettel stehen.

Partei der Rentner

Themen wir die Stabilisierung der Rente und mehr direkte Demokratie stehen im Fokus der Rentnerpartei. 2021 war die Partei nicht angetreten. Nun wird eine Landesliste wählbar sein.

Partei des Fortschritts

Die 2020 gegründete Partei, deren Positionen aus politikwissenschaftlicher Perspektive als (links-)liberal eingeordnet werden, tritt zum ersten Mal bei einer Wahl in Baden-Württemberg mit einer Landesliste an.

Tierschutzpartei

„Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz“, wie sie offiziell heißt, trat zuletzt bei der Landtagswahl 2016 im Südwesten an. Damals holte sie 0,3 Prozent. In den Wahlkreisen 12, 13 und 14 treten jedoch keine Direktkandidaten an.

Werte Union

Die rechtskonservative Partei, die 2024 aus einem CDU-nahen Verein hervorging, tritt zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Walter Müller, der für die AfD bereits im Ludwigsburger Kreistag saß und aktuell in der Regionalversammlung sitzt, versucht im Wahlkreis Vaihingen sein Glück.

 
 
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