Kreis Ludwigsburg Ein emotionsreicher Auftakt der Tour Ginkgo

Von Lisa Lorenz
Von links: Jochen Meyburg, Christiane Eichenhofer, Amelie Hallmann, Michael Gaedt, Beate Müller (Vorstand Christiane-Eichenhofer-Stiftung), Markus Stammberger (Schirmherr Aufwind). Foto: /Oliver Bürkle

Die diesjährige Radtour der Tour Gingko führt drei Tage lang durch den Landkreis Ludwigsburg. Begünstigte Organisation ist der Verein Aufwind.

Die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Tour Ginkgo war emotionaler als gedacht, auch für die Veranstalter. Moderator Klaus-Dieter Mayer führte durch die Gespräche, ließ zuerst den Leiter des Nestor Hotels, indem die Veranstaltung stattfand, Michael Steinbrück, die Gäste begrüßen und verlas dann das Grußwort des Schirmherrn Landrat Dietmar Allgaier, der nicht vor Ort sein konnte.

Im Gespräch mit der Gründerin der Tour Ginkgo, Christiane Eichenhofer, deren gleichnamige Stiftung die Tour ausrichtet, erzählte Eichenhofer von der Stiftungsgründung 1992. Es sei ihr ein Bedürfnis gewesen, sich zu engagieren, nachdem sie selbst als Kind Leukämie hatte. Bei der Tour Ginkgo radeln nun jedes Jahr prominente Persönlichkeiten drei Tage lang durch einen ausgewählten Landkreis – dieses Jahr Ludwigsburg –, um Spenden zugunsten schwerkranker Kinder zu sammeln. Nun wurde die Entscheidung getroffen, auch in den nächsten Jahren im Raum Stuttgart zu bleiben und nicht wieder in entferntere Städte wie Augsburg und Nürnberg zu gehen: „Solange hier noch Hilfe benötigt wird, bleiben wir hier“, sagte Eichenhofer. Stolz ist die Tour Ginkgo vor allem darauf, dass sie 100 Prozent der Spenden an die Begünstigten weitergibt.

Dankbarkeit bei der Gründerin

Das schafft sie durch Sponsoren und Paten, die auch aushelfen, wenn mal ein neuer Drucker benötigt wird. „Ich habe ein unglaubliches Team hinter mir“, erzählt Eichenhofer mit Tränen in den Augen. Unter den Promis, die vom 9. bis 11. Juli durch den Landkreis rollen, ist auch Michael „Schrotti“ Gaedt, bekannt aus der Fernsehserie Soko Stuttgart. Er, der sich selbst als „Rädlefahrer“ bezeichnet, nahm auf Einladung von Eichenhofer das erste Mal an der Tour teil. Er habe eine gesunde Tochter – und der Gedanke daran, dass das auch anders sein könnte, reiche ihm als Motivation völlig aus.

Für die drei Tage der Tour gibt es drei Strecken: An Tag eins geht es über Marbach und Remseck bis nach Bad Cannstatt. Am zweiten Tag wird durch Bietigheim und Freudental geradelt, und am letzten Tag führt die Tour unter anderem über Korntal-Münchingen, Gerlingen und Vaihingen. Die begünstigte Organisation ist diesmal erneut der Ludwigsburger Verein Aufwind, der Familien mit schwerkranken Kindern zu Hause mit Nachsorge unterstützt. „Aufwind sorgt dafür, dass die Familien nicht in ein Loch fallen, wenn sie aus der Klinik entlassen werden“, fasst der Ärztliche Direktor der Kinderklinik Ludwigsburg, Prof. Dr. Jochen Meyburg, zusammen. Ohne Aufwind hätte es intensive Hilfe für die anwesenden Elternteile, die ehemals Unterstützung erhielten, nicht gegeben, erklärte die Leiterin der Nachsorge, Amelie Hallmann.

Bei Benno, der mit seinem Vater da war, ist das schon länger her: Mittlerweile geht er in die Schule. Dass sie hier zusammen stehen, habe damals niemand gedacht, sagte Hallmann, die Tränen unterdrückend. „Man weiß nicht, wo oben und unten ist, dann kommt Aufwind und sagt: Da ist oben, da ist unten“, beschrieb der Vater. Was Benno am liebsten spielt, wurde er von Hallmann gefragt, und er antwortete prompt: „Schlagzeug.“ Hallmann versprach: Bei der Nachsorge werde nicht so viel geweint wie hier.

 
 
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