Kreis Ludwigsburg Ein Foodsharing-Café für den Kreis

Von Petra Neset-Ruppert
Der Vorstand des Vereins Foodsharing Ludwigsburg (von links) Jacqueline Reichert, Anna Fehring und Marissa Poley hoffen auf Spenden aus der Crowdfunding-Aktion, um ein mobiles Foodsharing-Café für den Kreis anbieten zu können. Foto: /privat

Der Verein Foodsharing Ludwigsburg hat eine Crowdfunding-Aktion gestartet mit der ein Container für ein mobiles Café angeschafft werden soll. 20.000 Euro Startkapital werden benötigt.

Fair gehandelte Getränke, zu Preisen, die die Gäste selbst bestimmen, Lebensmittel, die vor der Mülltonne gerettet wurden und nun kostenlos genossen werden können – das ist die Idee eines Foodsharing-Cafés. Auch für den Kreis scheint sich nun ein solches Angebot anzubahnen. Der Verein Foodsharing Ludwigsburg hat gerade eine Crowdfunding-Aktion dazu gestartet.

Doch dieses Café soll sich von den anderen Foodsharing-Cafés unterscheiden, denn es soll nicht fest an einem Standort stehen, sondern im Kreis umziehen können. „Wir möchten mit unserer Arbeit möglichst viele Menschen im Kreis erreichen“, erklärt Jacqueline Reichert, Vorsitzende des Vereins Foodsharing Ludwigsburg, die Idee hinter dem mobilen Konzept.

Geringere Mietkosten für mobiles Café

Als sich der Verein mit der Thematik beschäftigt hatte und bei bereits bestehenden Cafés nachfragte, fiel auf, dass der Kostenpunkt Miete häufig einen Großteil der Einnahmen beansprucht. Bei einem mobilen Café sind diese Kosten deutlich geringer.

„Wir möchten mit den Einnahmen des Cafés nicht bewirtschaftete Waldflächen in Baden-Württemberg kaufen“, sagt die Vorsitzende. Die Idee einen Gemeinschaftswald zu erwerben, der nicht bewirtschaftet wird und damit der Natur zurückgegeben wird, kam von einem Mitglied aus dem Verein. „Die Idee ein Café zu eröffnen gab es schon länger und so kam es, dass wir den Gemeinschaftswald mit dem mobilen Foodsharing-Café kombiniert haben“, sagt Reichert. Der Container, den der Verein für das Café nutzen möchte, soll 15 Innenplätze bieten, eine Dachterrasse haben und eben auch einen Fairteilerschrank beinhalten.

Die Fassade soll begrünt werden, womit das Café optisch in einen kleinen Wald verwandelt wird. Nun werden also über die Baden-Württemberg Stiftung Spenden gesammelt. Man kann sowohl einen freien Betrag spenden als auch das Projekt mit einem Prämienkauf unterstützen. So sollen bis zum 20. November 20.000 Euro zusammenkommen mit denen der Container und die Grundausstattung gekauft werden kann. „Wir sind bereits mit der Stadt Ludwigsburg im Austausch. Dort kommt das Konzept gut an und die Stadt prüft bereits erste Standorte“, erklärt Reichert.

Wenn die Spendensumme erreicht ist und der Verein in die konkrete Planung gehen kann, werden weitere Städte im Kreis angeschrieben, um so an möglichst vielen Standorten das Thema Foodsharing bekannt zu machen und Menschen einen Treffpunkt bieten zu können, der offen für alle ist. Denn die Preise für die Getränke sollen ja selbst gewählt werden, um so wirklich allen die Möglichkeit zu bieten ins Café gehen zu können.

Ehrenamtliche Mitarbeit im Foodsharing-Café

Kommt das mobile Foodsharing-Café zustande, will der Verein es erst einmal mit den Vereinsmitgliedern betreiben. Bei rund 600 ehrenamtlichen Foodsharern sieht die Vorsitzende da ein großes Potenzial. „Falls wir es tatsächlich dann nicht mehr über die ehrenamtlichen Helfer abdecken könnten, würden wir auch extern nach Mitarbeitern suchen, natürlich mit einer fairen Bezahlung“, so Reichert.

Das mobile Foodsharing-Café soll keine Konkurrenz zu bestehenden Gastronomien sein. Dem Verein geht es viel mehr darum, so das Thema Lebensmittelrettung noch weiter im Kreis zu thematisieren und die Menschen damit leichter in Kontakt zu bringen. Denn wer im Café vielleicht mal ein süßes Stückchen gerettet hat, probiert zum Beispiel auch einen Fairteiler-Standort in der Nähe aus.

Nun hoffen die Initiatorinnen, dass sie die Crowdfunding-Summe erreichen und dann mit der konkreten Planung beginnen können.

Crowdfunding

Wer das mobile Foodsharing-Café unterstützen möchte, kann über die Seite der Baden-Württemberg Stiftung unter www.crowdfunding-bwstiftung.de/blaetterteigwald noch bis zum 20. November spenden.

 
 
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