Kreis Ludwigsburg Freibäder sind gut besucht

Von Bigna Fink
Im Badepark Ellental in Bietigheim-Bissingen ist die Freibadsaison bisher gut verlaufen. Foto: /Martin Kalb

Die Halbzeit der Freibadsaison fällt positiv aus, auch Personalmangel ist kaum ein Thema. Ein Bad hat allerdings große Probleme mit Regelverstößen.

Der Juli schreitet voran, die Freibäder haben schon die eine Hälfte ihrer Saison überschritten. Zeit für ein Zwischenfazit: Wie lief es mit Blick auf Personalmangel, der in einigen deutschen Freibädern zu verkürzten Öffnungszeiten führte, oder Regelverstößen, die immer wieder beklagt werden?

„Eigentlich haben wir keine Probleme mit dem Personal“, sagt der Betriebsleiter der Bäder bei den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen, Thilo Dittmann. Insgesamt seien 14 Bademeister beziehungsweise Fachangestellte für Bäderaufsicht angestellt, die jeweils zu zweit in Schichten im Badepark Ellental in Bietigheim-Bissingen für die Sicherheit der Badegäste sorgen. Dazu kommen Techniker, Kassenpersonal, Reinigungskräfte. Es gebe seit einigen Jahren keine Saisonkräfte mehr, die Mitarbeiter seien ganzjährig beschäftigt, sowohl im Freibad, in den Hallenbädern und vor allem im Winter in der Eishalle, erklärt Dittmann. Das würde die Personalgewinnung und -erhaltung erleichtern. Sehr gut würden die seit diesem Jahr neuen Kaltgetränke-, Kaffee- und Eisautomaten im Freibad bei den Gästen ankommen.

Fast 90.000 Besucher

Dieses Jahr hatte der Badepark Ellental erst am 17. Mai, zwei Wochen später als sonst eröffnet, „da der Mai seit vielen Jahren sehr verregnet ist“, sagt Dittmann. Die Freibadsaison sei bisher für die Bäderbetriebe mit fast 90.000 Besuchern „eigentlich gut verlaufen“, vor allem auch im Gegensatz zum Vorjahr, das von den Besucherzahlen her eines der schlechtesten gewesen sei. Wie in allen Kommunen ist das Freibad auch in Bietigheim-Bissingen ein großer Kostenfaktor. So koste ein einziger Öffnungstag im Freibad die Stadtwerke um die 10.000 Euro, verrät Dittmann.

Anzahl der Gäste ist hoch

Axel Griesbaum, Vorsitzender des Trägervereins Schlossfreibad Sachsenheim, ist mit der Freibadsaison in seiner Stadt bisher „sehr zufrieden“. „Wir liegen mit den Besucherzahlen von aktuell 38.000 Badegästen in der Halbzeit über dem Durchschnitt.“ Es gebe kein Personalproblem. Das liege auch an der besonderen Organisation des Bads: Seit 2004 betreibt der Trägerverein mit Unterstützung der Stadt das Bad mit großem Erfolg und rettete es so vor dem drohenden Aus. Mittlerweile habe der Verein 2500 Mitglieder. Zwei Schwimmeister und vier Kassenkräfte für das Freibad sind bei der Stadt angestellt. „Vor allem in Spitzenzeiten unterstützen uns Vereinsmitglieder, die durch eine Ausbildung zur Badeaufsicht berechtigt sind,“ so Griesbaum.

„Die Personalsituation ist wie in anderen Bädern immer knapp, aber wir können die Öffnungszeiten noch halten“, sagt Nicole Schellenbauer von der Bönnigheimer Verwaltung. Im Mineralfreibad Bönnigheim seien zusätzlich zum angestellten Personal bei Bedarf mehrere Rettungsschwimmer auf Stundenbasis im Einsatz, die DLRG unterstütze am Wochenende. Bisweilen gebe es auch externe Unterstützung von Fachpersonal der Dienstleistungsfirma Bäderlife.

Neue Sonnenheizung

Derzeit ist die Freibadkasse wegen eines krankheitsbedingten Personalausfalls nur eingeschränkt besetzt, für die Tickets gibt es auch den Online-Shop und einen Kassenautomaten. Die Freibadsaison sei bisher mit 62.000 Besuchern ganz gut verlaufen, so Schellenbauer. Außerdem klappe es super mit der neuen Sonnenheizung durch die Wärmepumpe.

In Besigheim wurden die Öffnungszeiten des Mineralparkfreibads diese Saison morgens verkürzt. Seit Juni hat das Bad statt ab 8 ab 9.30 Uhr geöffnet. Denn die neue energiekostensparende Beckenabdeckung brauche zusätzlich Zeit, so Kämmerer Roland Hauber. Und das dafür notwendige Personal fehle während der Betriebszeiten. Auch im Freibad Besigheim gibt es seit diesem Jahr eine neue Wärmepumpe. Das Wasser in den Becken würde immer angenehme 24 bis 25 Grad erreichen, heißt es von Luca Watzer, dem technischen Leiter des Freibads.

„Momentan sind wir mit dem Personal, zumindest auf dem Papier gut aufgestellt“, sagt Roland Hauber, „sodass wir die Schichten sehr gut abdecken können.“ Es gibt vier Fachangestellte für die Aufsicht in Bäderbetrieben, zwei Rettungsschwimmer in Teilzeit, und auch die DLRG unterstütze. Nebenjobbler mit Rettungsschwimmerabzeichen, meist Schüler, helfen ebenfalls ehrenamtlich aus. Mit der Anzahl der Badegäste, rund 58.000 Besucher, ist Hauber zufrieden.

Steffis Biergärtle kommt gut an

Im kleinen Freibad in Löchgau kümmern sich zwei Vollzeitbeschäftigte und zwei Personen in Teilzeit beziehungsweise als ehrenamtlich Beschäftigte um alle Belange rund um den betrieblichen Ablauf, die Sicherheit und Sauberkeit, weiß Karina Gaiser von der Finanzverwaltung der Gemeinde. Das Bädle hat seit 2024 keine Kassenkraft mehr, die Tickets müssen online, im Rathaus oder am Kassenautomaten (allerdings ist dort nur Kartenzahlung möglich) gekauft werden. „Am Anfang war es sicher für manche eine Umstellung ohne Kassenpersonal, aber die Leute haben sich daran gewöhnt“, so Gaiser. Trotz durchwachsenem Wetter sei das Freibad gut besucht und die Besucherzahlen lägen im Durchschnitt höher als im Vorjahr.

Der neue Biergarten am Freibad, „Steffis Biergärtle“, werde sehr gut angenommen, so die Pächterin Stefanie Degering.

An einem Tag über 1800 Gäste

Auch im kleinen Freibad in Mundelsheim gibt es einen neuen Pächter für den dortigen Biergarten, der „gut ankommt bei den Gästen“, sagt Verena Huttelmaier von der Verwaltung und Leiterin des Bades. „Wir haben das Glück, drei Fachkräfte für die Bäderaufsicht zu habem“, sagt Huttelmaier. Das sei ausreichend Personal.

„Die Saison läuft bisher eigentlich sehr gut“, sagt Huttelmaier, „wir sind sehr zufrieden mit der Anzahl der Gäste“. An einem heißen Sommertag waren es gar 1800 Besucher, die das Bädle zwischen Weinbergen und Neckar besucht haben.

Randale und Vandalismus in Besigheim

Große Sorgen bereiten Kämmerer Roland Hauber und dem ganzen Team des Besigheimer Mineralfreibads die diesjährigen Probleme mit einigen Badegästen. „Das Bad und die Gäste sind mit Diebstahl, Vandalismus, Randale und sexueller Belästigung konfrontiert“, sagt der Kämmerer und Badbetriebsleiter und spricht dabei das Thema Integrationsprobleme an. Das Klientel habe sich geändert. „Ein neuer Föhn ist am zweiten Tag nach der Öffnung des Freibads zerstört worden. Seither haben wir ihn zehnmal reparieren müssen“, gibt Hauber ein Beispiel.

Immer mehr der Badegäste könnten zudem nicht schwimmen. Auch Baderegeln würden von einigen Besuchern nicht eingehalten, die etwa von der Seite ins Becken springen oder an Schwimmleinen turnen. Die Arbeit des Freibadpersonals werde mit Füßen getreten, so Hauber. Seit zwei Wochen setzt die Stadt deshalb an Starkbadetagen mit Erfolg Security ein und hofft damit auf Besserung der Lage.

Keine Zunahme an Regelverstößen gebe es bislang im Badepark Ellental, heißt es von den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen. An stärker besuchten Badetagen werden routinemäßig seit ein paar Jahren auch Sicherheitsleute eingesetzt.

In den Freibädern Bönnigheim, Sachsenheim, Löchgau und Mundelsheim sind bislang keine Vorkommnissemit störenden Badegästen bekannt.

 
 
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