Kreis Ludwigsburg: Gelbes Band Gelbes Band: Zum Pflücken verführt

Von Helena Hadzic
Die gelben Bänder werden um die Baumstämme oder um die Äste gebunden. Das Signal: Hier darf gepflückt werden. Foto: /Oliver Bürkle

Viele Gemeinden und Städte nehmen an der Aktion „Gelbes Band“ teil. Das übrig gebliebene Obst soll so nicht mehr in der Tonne landen.

Wertvolle Ernte davor zu bewahren, in der Mülltonne zu landen – das bezweckt die „Pflück mich“-Ernte-Aktion „Gelbes Band“, an der sich nun einige Städte und Gemeinden, viele bereits zum zweiten Mal, beteiligen. Die Aktion ist schnell erklärt: Die Obstbaumbesitzer binden gelbe Bänder um ihre Bäume, womit sie das Fallobst und das hängende Obst zu Freiobst machen – solange das Obst für den Eigenbedarf mitgenommen wird. Jede Verbraucherin und jeder Verbraucher darf nun ernten und das Obst somit verwerten.

Alles begann in Esslingen

Ihren Anfang hat die Aktion im Jahr 2019 in Esslingen genommen. Der Landkreis startete das Ernteprojekt „Gelbes Band“ und gewann den Bundespreis in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion, den sogenannten „Zu gut für die Tonne!“-Preis. Zum Landkreis Esslingen gehört auch Kirchheim unter Teck. Robert Bernt, Sachgebietsleiter für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt, findet die Aktion sinnvoll: „Die Obstbaum-Besitzer verbrauchen nur einen kleinen Teil der Ernte“, sagt er, „So kann man den Rest verbrauchen und an die Bevölkerung bringen“. Die Aktion hat Eindruck gemacht, sodass viele Gemeinden und Städte in ganz Deutschland dem Vorbild Esslingens nacheiferten.

Kreis Ludwigsburg macht mit

Auch in diesem Jahr haben sich viele Kommunen beteiligt – auch im Landkreis Ludwigsburg, Die Stadt Tamm hat sich bereits im letzten Jahr an der Ernte-Aktion beteiligt. Ein Jahr später ist die wertvolle Verwertung des Obstes noch immer angesagt. Die Stadtverwaltung ruft die Streuobstbesitzer dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Die gelben Bänder können an der Infothek am Rathaus-Eingang abgeholt werden.

Auch Bönnigheim nimmt zum zweiten Mal in Folge an der Aktion teil. Seit dem 22. August darf entlang den städtischen Flurstücken 4847 und 4846, die über den Feldweg westlich des Freibades in Richtung Florianshütte erreichbar sind, Obst mitgenommen werden. Zudem kommt das Grundstück südlich des Glascontainers in der Forststraße hinzu – auch dort kann gepflückt und gesammelt werden.

Löchgau ist dieses Jahr auch wieder am Start. Bereits Mitte Juni wurde im Mitteilungsblatt angekündigt, dass die gelben Bänder im Bürgerbüro erhältlich sind. „Im ganzen Ort sind die Bäume verteilt“, erklärt Sabine Fischer von der Gemeinde Löchgau. Die aktuellen Standorte können über eine Karte auf der Internetseite der Gemeinde abgerufen werden. Vor allem aber halten sich die Löchgauer dabei an das schwäbische Motto: „No nix verkomma lassa“.

An der Aktion beteiligt sich auch die Stadt Besigheim. Die Bänder können dort von den Obstbaumbesitzern beim Obst- , Garten- und Weinbauverein Besigheim abgeholt werden.

Kirchheim am Neckar beteiligt sich das erste Mal an der Aktion, wie Andrea Fritz, Leiterin des Ordnungs- und Kulturamtes, berichtet. Ab kommender Woche sind kommunale Bäume im Bereich der Kläranlage mit gelben Bändern versehen.

Auch die Sachsenheimer machen wieder mit. Ab dieser Woche sind die Bänder im Rathaus erhältlich. Diese seien, so Kämmerer Lars Roller, regenfest und aus Papier, damit kein Plastikmüll entsteht. Eine 2000 Meter-Rolle haben sie bestellt, einige 100 Meter seien bereits abgeholt worden. Bis November wird die Aktion laufen.

 
 
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