Über den Ausbau der Kreisstraße 1618 zwischen Kleiningersheim und Hessigheim, vor allem vom Ortsausgang Kleiningersheim aus bis zum Landgasthaus Schreyerhof, wird schon seit Jahren gesprochen. Im neuen Entwurf zur Fortschreibung des Straßenprogramms von 2027 bis 2031 des Landkreises, das in der nächsten Sitzung dem Ausschuss für Umwelt und Technik vorgelegt wird, steht das Projekt von insgesamt elf Maßnahmen auf Platz 3 und ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Kreis Ludwigsburg Holperstrecke soll ausgebaut werden
Das Kreisstraßenprogramm ist in der Vorbereitung. Die Straße zwischen Kleiningersheim und Schreyerhof ist enthalten.
Der Ausbau der Kreisstraße ist nötig. Die Holperstrecke muss an den Rändern wegen tiefer Löcher immer wieder mit Asphalt geflickt werden, eine enge Kurve führt durch den Saalenwald, an vielen Stellen ist Gegenverkehr sehr schwierig.
Noch keine Detailplanung
Im Detail ist noch nichts geplant, über Einzelheiten des Ausbaus als auch der Streckenführung finden noch Gespräche statt, so die Ingersheimer Bürgermeisterin und Kreisrätin Simone Lehnert. Eines sei jedoch sicher. Für den Ausbau wäre ein großer Eingriff in den Wald notwendig und eine deutliche Begradigung der Kurve im Wald vorgesehen, wie schon vor gut zehn Jahren geplant. „Aus meiner Sicht muss geprüft werden, ob es eine Sanierung wird, bei der die bestehende Fahrbahnbreite bestehen bleibt, oder ein wirklicher Ausbau notwendig ist“, so Bürgermeisterin Simone Lehnert. Sollte es zum Ausbau kommen, was für den Verkehr sicher begrüßenswert wäre, müsse klar sein, dass der Eingriff in den Wald so gering wie möglich gehalten werden müsse. Lehnert: „Wir brauchen nicht eine Straße, auf der schneller gefahren werden kann, als es jetzt möglich ist. Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen.“ Dass der Ausbau nun ganz konkret im Programm der Kreisstraßen bis 2031 aufgeführt werde, sei zu begrüßen.
Der Ausbau zwischen Kleiningersheim und Hessigheim, so die Planungen, soll aus Sicht des Landkreises vorgezogen werden, da es in direktem Zusammenhang mit der geplanten Erneuerung der Neckarbrücke in Hessigheim steht. Während einer dazu nötigen Brückensperrung von rund zwei Jahren wäre das Gewerbegebiet mit den Betrieben Rosen-Hammer, Weingut Faschian, Kachelofenbau Wilfing und Gasthaus Schreyerhof für den Lkw-Verkehr sonst nicht erreichbar. Aktuell ist die Strecke vom Schreyerhof bis Kleiningersheim aufgrund ihrer geringen Breite von teilweise nur 4,5 Metern ohnehin für Lastwagen gesperrt.
4,5 Millionen Euro für die Straße
Ausgebaut müssten auf der freien Strecke rund 2,2 Kilometer, die reinen Straßenbaukosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro. Die Erneuerung der Hessigheimer Neckarbrücke schlägt mit acht Millionen Euro zu Buche, abzüglich vier Millionen Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes zur Förderung kommunaler ÖPNV-Infrastruktur.
Konkrete Entscheidungen über den Bau, Zeitpunkt und Umsetzung einzelner Projekte trifft das zuständige Kreisgremium – aber erst nach Vorlage detaillierter Entwurfsplanungen. Parallel wird derzeit das neue Investitionsprogramm für den Zeitraum 2026 bis 2030 in der Haushaltskommission des Landkreises überarbeitet. Dabei spielen auch Fördermittel aus dem Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen eine wichtige Rolle.
Die Kreisverwaltung betont, dass es sich bei dem vorliegenden Entwurf des Straßenprogramms um eine erste Arbeitsgrundlage handelt, die weder vollständig ist noch bereits mit der Finanzplanung abgestimmt wurde. Insbesondere vorgeschlagene Streichungen und zeitliche Verschiebungen einzelner Maßnahmen sollen gemeinsam mit den Kommunen sowie dem Ausschuss für Umwelt und Technik diskutiert werden. Wobei der Ausbau der Landesstraße Kleiningersheim – Hessigheim ein Überhang aus dem vergangenen Programm für die Jahre 2022 bis 2026 ist.
In einem nächsten Schritt wird der Entwurf des Straßenprogramms von 2027 bis 20 den Städten und Gemeinden im Landkreis zur Stellungnahme übermittelt. Eingehende Rückmeldungen sollen geprüft und gegebenenfalls in die weitere Planung aufgenommen werden. Eine endgültige Beratung und Beschlussfassung durch die Kreisgremien sollen im Laufe des Jahres erfolgen.
Jörg Palitzsch
