Kreis Ludwigsburg Kirchenwahlen in einer Zeit des Umbruchs

Von Gabriele Szczegulski
In allen evangelischen Gemeinden wird der Kirchengemeinderat gewählt, auch in Besigheim. Foto: /Martin Kalb

Am Sonntag, 30. November, wählen die evangelischen Kirchenmitglieder ihre Kirchengemeinderäte und die Bezirkssynode.

Unsere Kandidaten wissen genau, was auf sie zukommt“, sagt die Dekanin des Kirchenbezirks Besigheim, Susanne Digel. Wenn am Sonntag, 30. November, die evangelischen Gemeindemitglieder in allen evangelischen Kirchengemeinden ihre Kirchengemeinderäte neu wählen, ist das der erste Schritt in eine Zeit des Umbruchs. Denn die neuen Abgeordneten haben eine Menge zu tun: Sie müssen den Wandel der Kirche mitgestalten, der im Pfarrplan 2030 der württembergischen Landeskirche vorgeschrieben ist.

Für den Kirchenbezirk Besigheim beispielsweise heißt das, dass in den nächsten Jahren entschieden wird, wie eine geplante Kooperation oder Fusion mit dem Kirchenbezirk Marbach aussehen soll. Die neuen Kirchengemeinderäte werden aus ihrer Mitte Abgesandte in die Bezirkssynode senden und diese werden dann gemeinsam mit den Pfarrern und Pfarrerinnen sowie der Dekanin Susanne Digel über die Zukunft beratschlagen und entscheiden sowie in den Gesprächen mit dem Nachbardekanat dabei sein.

Planung von zukünftigen Kooperationen

Aber auch auf Gemeindeebene gibt es einiges, was die Kirchengemeinderäte nach ihrer Wahl zusätzlich zum üblichen Tagesgeschäft in den Gemeinden mitgestalten müssen: Künftige Kooperationen wollen geplant werden, auch Fusionen von Kirchengemeinden, die schon feststehen, müssen organisiert werden. Zudem sollen, so sagt Dekanin Digel, Synergieeffekte besser genutzt werden. „Nicht an jedem Ort soll es Kinderkirchen geben“, sagt sie. Dann soll zum Beispiel eine Gemeinde die Kinderkirche für mehrere Nachbargemeinden gestalten, eventuell im Wechsel.

Pfarrer Bernhard Ritter von der Gesamtkirchengemeinde Bietigheim-Bissingen und Digels Stellvertreter nennt Beispiele: Die Kirchengemeinde Besigheim-Ottmarsheim wird künftig die Kinderbibelwochen auch für Gemmrigheim und Walheim gestalten. Die Jugendarbeit soll zentralisiert werden. „Die einzelnen Gemeinden werden in Gespräche gehen und schauen, wo kann man effektiver zusammenarbeiten kann und da sind die Kirchengemeinderäte wichtige Personen“, so Ritter. Kooperationen, um effektiv Personal zu sparen, aber Angebote weiterhin aufrecht zu erhalten, sind das eine. Aber die Landeskirche will auch ungefähr 30 Prozent ihrer Immobilien abstoßen. Und nur die sollen erhalten bleiben, die energetisch und klimaneutral saniert werden können, erklärt Pfarrer Ritter. Der Oberkirchenrat hat im Kirchenbezirk Besigheim schon alle Immobilien dokumentiert und begutachtet. Nun sollen sie auf ihre Sanierungsfähigkeit und auf ihre Notwendigkeit für die Gemeinden überprüft werden. Dann werden sich die Gemeinden, die Bezirkssynode und die Kirchenbezirksleitung in den nächsten Jahren entscheiden müssen, welche Immobilien tatsächlich verkauft werden.

Gebäude sollen energetisch und klimaneutral saniert werden

Die Sanierungen werden viel Geld verschlingen und auch das, so Digel, ist eine Aufgabe für die Gemeinden und ihre Räte. „Kreative Lösungen“, so Digel, seien gefragt. „Wir wissen, was unseren Kirchengemeinderäten abverlangt wird“, sagt die Dekanin. Umso erstaunlicher findet sie es, dass für alle Gemeinden die jeweils benötigen Kandidaten für die Wahl der Kirchengemeinderäte zur Verfügung stehen. Nur in wenigen Gemeinden musste die Anzahl der Kirchengemeinderäte um einen Sitz verkleinert werden, was die Leitung des Kirchenbezirks tun kann, wenn sich nicht genügend Kandidaten finden.

Die Zahl der Kirchengemeinderäte berechnet sich nach der Zahl der Gemeindemitglieder. Pro 2000 Mitglieder gibt es einen Kirchengemeinderat. Die Gesamtkirchengemeinde Bietigheim hat laut Ritter 7000 Mitglieder und wählt drei Räte.

 
 
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