Kreis Ludwigsburg Kliniken sollen zurück auf die Erfolgsspur

Von Jörg Palitzsch
Die Ausgangslage für die Kliniken ist, laut Bericht, stabilisiert. Nun müssen weitere Anpassungen folgen, hieß es im Kreistag. Foto:  

2025 zeigt erste Fortschritte. Konsolidierungsmaßnahmen, Investitionen und Reformen sollen die wirtschaftliche Lage der RKH-Kliniken im Kreis Ludwigburg langfristig verbessern. 

Die RKH-Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim haben ihr Jahresergebnis 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Dennoch schließt die Klinikgesellschaft das Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag von rund 43,1 Millionen Euro ab, der Kreis gleicht diesen Verlust aus. Der Jahresabschluss sowie die Entlastung der Geschäftsführung und der Aufsichtsräte wurden im Kreistag nun beschlossen.

Neben Axel Hechenberger, Kaufmännischer Geschäftsführer, war auch Dr. Marc Nickel, medizinischer Geschäftsführer der RKH-Gesundheit, im Kreistag, um die schwierige Situation zu erläutern. Nickel sagte, mit dem vom Bundestag beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, mit dem das Milliardendefizit der gesetzlichen Krankenkassen geschlossen werden soll, bleibe die „Schärfe aus Berlin“ bestehen. Auch, weil gleichzeitig durch eine gezielte Unterdeckung der Kosten ein verschärfter Wettbewerb zur Marktbereinigung vorangetrieben werde.

Schere geht weiter auseinander

Hinzu kommt: Der Fachkräftemangel führt dazu, dass zur Sicherstellung des Betriebs zeitweise Leiharbeit eingesetzt wird. Diese Kosten werden im Finanzierungssystem jedoch nicht in jedem Fall vollständig ausgeglichen. Die Folge: Die Schere zwischen Erlösen und Kosten geht immer weiter auseinander und die wirtschaftliche Belastung der Krankenhäuser nimmt deutlich zu.

Landrat Dietmar Allgaier hatte in einer Sitzung des Verwaltungsausschusses bereits darauf aufmerksam gemacht, dass das GKV-Gesetz sich im RKH-Kliniken-Verbund mit 76 Millionen Euro niederschlage. So stehe der Krankenhausmarkt vor tiefgreifenden Veränderungen und sei von einer bereits begonnenen Marktbereinigung geprägt, erläuterte Nickel. Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen deshalb die Dringlichkeit struktureller Anpassungen. Vor diesem Hintergrund setzen die Kliniken und der Landkreis auf eine konsequente Konsolidierungsstrategie.

Mit einem erweiterten Sparprogramm will man die finanziellen Auswirkungen der gesetzlichen Veränderungen wirksam auffangen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Kliniken langfristig zu sichern. Das soll durch eine klare Profilierung der einzelnen Standorte, die Konzentration auf besondere Stärken und die konsequente Umsetzung notwendiger Strukturmaßnahmen erreicht werden.

Diese Bemühungen wurden im Kreistag durchaus honoriert. Ralf Trettner (CDU), vor der Ära von Hechenberger und Nickel einer der schärfsten Kritiker der Kliniken-Leitung, wollte den Begriff „Zeitenwende“ nicht bemühen, sondern sprach von einem „Wendepunkt“ – mit einem gelungenen Jahresabschluss. Das jetzige Führungsduo habe die Probleme lokalisiert und benannt, und würde sich der Diskussion stellen.

Konsolidierung als Chance

Dr. Uwe Stoll (Grüne) meinte, positiv seien die Ergebnisse nicht, es sei nur nicht schlimmer geworden. Die Konsolidierung berge einige Chancen, die Kliniken in kommunaler Trägerschaft zu halten. Egon Beck (SPD) sagte, man stehe nun nicht mehr wie das Kaninchen vor der Schlange, man müsse Vertrauen in die Patienten und das Personal schaffen. Weniger euphorisch klang es bei der AfD. Die Hauptprobleme für die Kliniken würden aus Berlin kommen, das sei auf Kreiseben nicht abzufangen, so Ralph Flöter. Auch Jan Trost (FW) monierte, der Landkreis könne nicht dauerhaft Versäumnisse übernehmen. Und Jochen Eisele von der FDP kam zu dem Schluss, bei den Kliniken müssten Reform und Finanzierung zusammenpassen.

Im Fazit des Geschäftsjahres 2025 heißt es, die RKH-Gesellschaften hätten ihre gesetzten Ziele im Berichtsjahr erreicht und damit die Ausgangslage stabilisiert. Auf dieser Basis könne die weitere Entwicklung des Verbundes mit Fokus auf die anstehenden Struktur- und Reformanforderungen planvoll vorangetrieben werden. Die Reformen im Gesundheitswesen seien zwar komplex, aber nicht bedrohlich.

 
 
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