Kreis Ludwigsburg Lockerungen mit vielen Fragezeichen

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Der Lockdown geht weiter, einzelne Lockerungen sollen aber ab Montag möglich sein. Foto: imago

Obwohl Öffnung von Bund und Ländern beschlossen wurden, wird sich ab Montag wohl erst mal nicht viel ändern im Kreis. Zu viel ist unklar.

Die Bund-Länder-Beschlüsse von Mittwochnacht läuten vorsichtige Öffnungen in verschiedenen Sparten des öffentlichen Lebens ein. Die BZ hat nachgefragt, wie Verantwortliche im Kreis damit umgehen und wann sie planen, wieder zu öffnen.

Einzelhandel und Gastronomie

Sven Schaller ist Vorsitzender der Aktiven Unternehmer in Bietigheim-Bissingen und hat in dieser Funktion seiner Verärgerung über die Corona-Beschränkungen für den Einzelhandel  in Briefen an Ministerpräsident und Bundeskanzerin Luft gemacht. „Es war klar, dass wir darauf keine Antwort erhalten, gleichzeitig wollten wir signalisieren, dass wir nicht einverstanden sind mit den Beschränkungen“, so Schaller.

Bei den neuen Beschlüssen scheint er zwiegespalten. Einerseits nennt er sie einen Silberstreif am Horizont, weil wenigstens ein wenig möglich wäre – bleibt die Inzidenz zwischen 50 und 100 kann der Einzelhandel am Montag öffnen mit der Vorgabe, dass man Termine ausmachen muss und begrenzt auf einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche. Andererseits seien die Händler verärgert, weil mit einem anderen Maß als bei Supermärkten und Drogerien gemessen werde.

„Shopping nach Termin ist realitätsfern“, sagt Schaller auch. Auch rentabel zu wirtschaften sei mit den Vorgaben immer noch kaum möglich. Ähnlich sei es bei der Gastronmie, die theoretisch ab 22. März außen bewirtschaften darf. „Es stellt sich die Frage, ob sich das rentiert und wie viele Plätze man außen überhaupt hat“, so Schaller.

Er hätte sich mehr erhofft von den Beschlüssen und wartet nun auf die Umsetzung im Land. „Wir haben jedes Wochenende 50 000 Menschen, die durch die Innenstadt spazieren. Die Menschen sehnen sich nach Normalität“, sagt Schaller und bezieht sich dabei auf neueste Messungen in der Stadt.

Museen und Galerien

Museen dürfen laut den Bund-Länder-Beschlüssen ab Montag öffnen, wenn die Inzidenz unter 100 bleibt. „Da die neuen Verordnungen vermutlich wieder einige Tage auf sich warten lassen, kann eine Öffnung am Montag nicht realisiert werden“, sagt Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen zur Perspektive für das Stadtmuseum Hornmoldhaus und die Städtische Galerie. Die beiden Einrichtungen seien zwar grundsätzlich bereit für Öffnungen, aber einige Vorbereitungen müssten getroffen werden. „Es wird also nicht Anfang nächster Woche, frühestens gegen Ende oder dann in der Folgewoche“, sagt Hochmuth.

Zoos und Erlebnisparks

„Wir hoffen, das Wildparadies sehr bald öffnen zu dürfen“, erklärt Birger Meierjohann, Pressesprecher von Tripsdrill. Laut den Bund-Länder-Beschlüssen von Mittwochnacht dürften Zoos bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 mit Terminbuchung öffnen. Genaueres könne man erst sagen, wenn die neue Corona-Verordnung des Landes erlassen ist. „Diese muss nicht zwangsläufig in allen Punkten den Bund-Länder-Beschlüssen entsprechen. Daher müssen wir uns weiterhin gedulden“, so Meierjohann weiter. Geduld sei auch im Hinblick auf die Öffnung des Erlebnisparks gefragt.

Freizeitsport im Verein

„Wir sind gerade dabei unsere Mitglieder zu informieren, dass wir am Montag noch nicht aufmachen“, sagt Jan Bodmer, Geschäftsführer des TSV Bietigheim. Ab 22. März könnte kontaktfreier Sport innen wieder möglich sein, wahrscheinlich mit einem negativen Test als Voraussetzung. „Wir werden natürlich unser Möglichstes dafür tun, dass unsere Mitglieder bald wieder bei uns Sport treiben können“, so Bodmer. Genaueres wolle man in den kommenden Tagen noch erörtern.

 
 
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