Einen erneuten Anstieg der Verkehrsunfallzahlen verzeichnet das Polizeipräsidium Ludwigsburg, das auch für den Landkreis Böblingen zuständig ist, für das Jahr 2025. Das geht aus der Verkehrsunfallbilanz hervor, die als Teil des Sicherheitsberichts in Kürze um die polizeiliche Kriminalstatistik ergänzt wird. Die BZ wirft einen Blick auf die wichtigsten Punkte der Verkehrsunfallbilanz 2025.
Kreis Ludwigsburg Mehr Unfälle und Tote im Verkehr
Das Polizeipräsidium präsentiert die Verkehrsunfallbilanz 2025: Erneut steigt die Anzahl an Verkehrsunfällen an. Es gab weniger Schwerverletzte aber mehr Todesfälle auf den Straßen.
Bereits seit einigen Jahren steigt die Anzahl der Verkehrsunfälle stetig an. Verzeichnete die Polizei auf den Straßen im Kreis Ludwigsburg 2024 noch 15.880 Unfälle, waren es 2025 15.973. Einen leichten Rückgang stellt die Polizei hingegen auf den Autobahnen fest, die durch das hiesige Präsidium betreut werden: Von 3725 Unfällen im Jahr 2024 sank die Zahl nunmehr auf 3691.
Mehr Leichtverletzte, weniger Schwerverletzte
Die Anzahl der Unfälle mit Verletzten stieg im Kreis Ludwigsburg um 21 (plus 0,9 Prozent). Anders das Bild auf den Autobahnen: Hier stellt die Polizei einen Rückgang um 38 Unfälle (minus 9,2 Prozent) fest. Bei den leicht Verletzten ergibt sich demnach eine Zunahme um 99 auf 1584 Fälle, während bei den Schwerverletzten ein Rückgang von 62 Fällen auf 364 zu verzeichnen war.
Getrübt wird die Statistik jedoch dadurch, die Anzahl der getöteten Personen im Straßenverkehr von 14 auf 20 zunahm. Für den gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizei stellt die Anzahl der Verkehrstoten den dritthöchsten Wert im Zehnjahresvergleich dar. Nichtsdestotrotz heißt es in der Statistik: „Bei Betrachtung der schweren Unfallfolgen im Sinne der Initiative Vision Zero, fällt die Bilanz für das Jahr 2025 im Gegensatz zum Vorjahr grundsätzlich positiv aus.“ Die Initiative Vision Zero ist ein im aktuellen Koalitionsvertrag festgeschriebenes Verkehrssicherheitsprogramm, das die Reduzierung von Todesopfern und Schwerverletzten zum Ziel hat. Insgesamt sank demnach die Anzahl der Personen, die von schweren Unfallfolgen betroffen waren um 71 auf 395 (minus 15,2 Prozent).
Unfallursachen bleiben im Vergleich zum Vorjahr konstant
Die Unfallursachen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wenig verändert. Am häufigsten führten auch 2025 Vorfahrtsverstöße (14,3 Prozent) und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (13,1 Prozent) zu Unfällen. Auf Platz drei folgt sowohl nicht eingehaltener Sicherheitsabstand als auch überhöhte Geschwindigkeit (je 6,3 Prozent). Dahinter rangieren fehlende Verkehrstüchtigkeit durch Alkoholeinfluss, Drogen, Übermüdung oder körperliche Mängel (4,4 Prozent), Fehler beim Überholen (3,0 Prozent) und Ablenkung (2,3 Prozent).
Anders auf den Autobahnen: Hier ist nahezu jeder vierte Unfall (22,7 Prozent) auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Die am zweithäufigsten festgestellte Unfallursache war hier der nicht eingehaltene Sicherheitsabstand (17,5 Prozent) gefolgt von Vorfahrtsfehlern (14,9 Prozent) und Fehlern beim Überholen (11,2 Prozent).
Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit führte – wie bereits im Jahr 2024 – auch 2025 zu den meisten Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden. Dies gilt laut der Unfallstatistik sowohl für Unfälle mit Schwerverletzten als auch Toten.
Weniger Unfälle durch Alkohol und Drogen
Verkehrsunfälle, die sich im Zusammenhang mit Alkoholkonsum ereigneten, gingen nach einem Anstieg im Jahr 2024 im vergangenen Jahr wieder um 17,8 Prozent zurück. Auf den Autobahnen wurde eine Abnahme von 20,0 Prozent verzeichnet. In 98,5 Prozent aller Unfälle waren dabei die alkoholisierten Fahrer Unfallverursacher. Im Gebiet des Polizeipräsidiums wurden hierdurch 117 Personen verletzt, glücklicherweise aber niemand getötet.
Im Kreis Ludwigsburg wurden im Jahr 2025 acht Unfälle weniger registriert, die sich unter Drogeneinfluss ereigneten. Das bedeutet eine Verringerung von 31 auf 23. Im gesamten Präsidiumsgebiet wurden auf diese Weise bei 69 Unfällen 30 Personen verletzt. Auch in dieser Kategorie gab es keinen Unfall mit tödlichen Folgen.
