Kreis Ludwigsburg Neuer Polizeichef: „Die Strafe muss auf dem Fuße folgen“

Von Frank Ruppert
Thomas Wild ist der neue Polizeipräsident in Ludwigsburg. Er folgte auf Burkhard Metzger. Foto: /Martin Kalb

Seit einer Woche ist Thomas Wild im Dienst als Polizeipräsident von Ludwigsburg. Der 59-Jährige gibt der BZ einen Einblick in seine Pläne und erklärt wie er zu Jugendkriminalität, Angriffe auf Rettungskräfte und Rassismus in den eigenen Reihen steht.

Am Mittwoch vergangener Woche hat der neue Polizeipräsident des Präsidiums Ludwigsburg seinen Dienst angetreten. Mit Thomas Wild kommt ein erfahrener Polizist nach Ludwigsburg, der sich bislang vor allem bei der Kriminalpolizei, dem Spezialeinsatzkommando, dem Landeskriminalamt und als Berater bei besonderen Einsatzlagen einen Namen gemacht hat. Mit der BZ sprach Wild über seine neue Aufgabe, seine Verbindung zur Barockstadt und seine Ziele mit dem Polizeipräsidium.

Thomas Wild über...

... seine Vergangenheit und seine bisherige Karriere:

„Ich wollte schon immer Polizist werden, Kriminalpolizist um genau zu sein“, sagt Wild. Das Ziel hätte er auf jeden Fall erreicht. Auf der Karriereleiter erklimmt er nun eine der höchsten Stufen, die es in Baden-Württemberg gibt. Festes Ziel, irgendwann Polizeipräsident zu werden, hatte er aber nicht. Vielmehr ergebe sich vieles, wenn man eine Sache mit vollem Einsatz angehe und sich für die Aufgabe einsetze.

...seine Beweggründe, nach Ludwigsburg zu kommen:

Wild ist ehrlich und erklärt, dass ihn bislang nicht viel mit den Kreisen Ludwigsburg und Böblingen verbunden hat. Klar kenne er Ludwigsburg und sei bei Einsätzen schon vor Ort gewesen, aber mehr auch nicht. Der gebürtige Geislinger lebt in seiner Heimatstadt und pendelt nun täglich nach Ludwigsburg. „Ich habe mich nur auf diese Stelle in Ludwigsburg beworben“, sagt er. Das Polizeipräsidium genieße einen sehr guten Ruf und sei durch die Lage im Speckgürtel der Landeshauptstadt für ihn attraktiv. Es sei eine große Herausforderung, dieses nun zu leiten.

...das Kennenlernen:

„Das sind tatsächlich die Aufgaben, die nun anstehen“, sagt Wild. Er will schnell alle Organisationen und seine Führungskräfte in seinem Bereich kennenlernen. Zudem wird er beim Neujahrsempfang des Landkreises viele Persönlichkeiten der Region zum ersten Mal treffen. Wichtig ist ihm ein gutes Verhältnis zu Stadt und Kreis. „Ich bin recht kommunikativ und möchte mit den Leuten und unseren Mitarbeitern ins Gespräch kommen“, sagt Wild von sich.

...strukturelle Veränderungen im Polizeipräsidium:

„Die nächste Zeit wird sicher nichts an den Revierstrukturen geändert werden“, sagt der neue Ludwigsburger Polizei-Chef. Er erinnert an die große Strukturreform 2014 und das Nachsteuern mit zwei weiteren Polizeipräsidien. Hausintern möchte er sich zunächst einen Überblick verschaffen und dann schauen, ob es Möglichkeiten zu Optmierungen gibt.

... das geplante Haus des Jugendrechts in Ludwigsburg:

„Während meiner Zeit in Ulm haben wir dort eine solche Einrichtung auch geschaffen. Ich finde das sehr sinnvoll“, sagt Wild. Durch das Zusammenwirken auch räumlich von Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe könne man viel schneller und zielgerichteter Verfahren bearbeiten, noch früher auf Jugendliche erzieherisch einwirken und damit auch dem Hineinwachsen in kriminelle Karrieren entgegentreten

...Angriffe auf Angehörige der Blaulichtorganisationen:

„Ich finde es schlimm, dass es offensichtlich eine gesellschaftliche Entwicklung in die Richtung gibt. Helfer anzugreifen geht gar nicht“, sagt Wild. Er wünsche sich, dass es bei den Verfahren gegen die Täter schnell Urteile gibt. „Die Strafe muss auf dem Fuße folgen und auch generalpräventive Wirkung entfalten“, so der 59-Jährige.

...Sexismus und Rassismus bei der Polizei:

„Das hat in der Gesellschaft und insbesondere bei der Polizei nichts zu suchen.“ Den Generalverdacht, es gebe sexistische oder rassistische Strukturen bei der Polizei, könne er nicht nachvollziehen. „Natürlich gibt es auch bei uns schwarze Schafe, aber strukturell sind das keine Probleme“, erklärt Wild.

 
 
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