Die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL) und die gesamte Abfallwirtschaft im Landkreis Ludwigsburg sind gut aufgestellt und entwickeln sich seit Jahren gut, erfuhren die Mitglieder des Ausschuss für Umwelt und Technik in ihrer Sitzung am vergangenen Freitag.
Kreis Ludwigsburg Papierpreis trägt zu gutem Ergebnis bei
Die AVL schreibt im Jahresabschluss 2024 schwarze Zahlen – und unterstützt den Landkreis.
Die AVL hat drei Leistungsbereiche: Zum ersten gehören die die Deponien Burghof und am Froschgraben. Hier liegen die Deponieerlöse auf beiden Deponien mit 10,744 Millionen Euro um 1,799 Millionen Euro unter dem Vorjahresergebnis.
Zweiter Leistungsbereich sind die gebührenfähigen Leistungen, bei denen ein Plus vorliegt: Das gute Ergebnis ist vor allem auf den gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Papierpreis zurückzuführen.
Nachsorgemaßnahmen
verschieben sich
Im dritten Bereich, der Nachsorge, werden sich die geplanten Nachsorgemaßnahmen auf der Deponie Am Lemberg zum Teil auf die Folgejahre verschieben. Zwar wurde dort mit dem Bau der Oberflächenabdichtung begonnen, dennoch sind die Kosten nicht in der geplanten Höhe angefallen. Im Ergebnis lag der erforderliche Zuweisungsbetrag bei 4,82 Millionen Euro netto und damit um 2,9 Millionen Euro netto unter dem Planansatz. Damit muss der Landkreis deutlich weniger Mittel aus seinen Nachsorgerückstellungen entnehmen. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine echte Kosteneinsparung, die Kosten werden lediglich in die Zukunft verschoben.
Die AVL traf daraufhin folgende Entscheidung: Da sie bereits 15,2 Millionen Euro an Gewinnvorträgen hat und diese Beträge erst im Verlauf der Nachsorgephase, also nach der endgültigen Verfüllung der beiden Deponien, benötigt, und auch die Nachsorgerückstellungen vollständig gebildet sind, will man – insbesondere unter Berücksichtigung der aktuell schwierigen finanziellen Situation des Landkreises – dem Kreistag empfehlen, den Jahresgewinn 2024 an den Landkreis auszuschütten. Das Ergebnis beziehungsweise der Bilanzgewinn soll damit so verwendet werden, dass keine Rücklagen gebildet werden, dafür aber 1,887 Millionen Euro an den Landkreis ausgeschüttet werden.
Der Bericht des Aufsichtsrats im Ausschuss machte auch die Herausforderungen für die Zukunft deutlich: Um zukünftig die vorhandenen Deponiekapazitäten zu schonen, sollen Abfälle mit Recyclingpotenzial der Verwertung zugeführt werden, und nur der tatsächlich zu beseitigende Restanteil soll deponiert werden. Dies entspricht auch dem Pflichtenkonzept des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Deponieverordnung.
Hierzu hatte die AVL im April 2024 eine Markterkundung samt Interessenbekundung durchgeführt, um insbesondere private Entsorgungsfirmen auf eine im Anschluss durchzuführende Ausschreibung von Mengen zur Verwertung aufmerksam zu machen.
Ausschüttung soll nicht
zur Regel werden
Die Zahlen stimmten „freudig, weil es schwarze Zahlen sind“, erklärte Landrat Dietmar Allgaier. Auch im Ausschuss herrschte gute Stimmung: Man freute sich, dass die Abfallwirtschaft in Landkreis gut aufgestellt war – und nicht zuletzt über die Ausschüttung an den Landkreis, angesichts der klammen Situation.
Grundsätzlich ist man aber parteiübergreifend dafür, dass zukünftig die Gewinne wieder zur Rücklagenbildung genutzt werden und die Auszahlung nicht zur Regel wird. Jonathan Lung
