Kreis Ludwigsburg Provisorium für Kfz-Zulassung

Von Jörg Palitzsch
Die Kfz-Zulassungsstelle ist in die Jahre gekommen. Bei einer Sanierung wäre ein Umzug in das Gebäude Königsallee 59/1 nötig, doch dieses Gebäude muss ebenfalls saniert werden. Foto: /artin Kalb

Die Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge im Kreishaus muss grundlegend saniert werden. Die 60 Arbeitsplätze sollen dann in der Königsallee untergebracht werden.

Mit einer einstimmigen Empfehlung hat der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) dem Kreistag für dessen Sitzung am 9. Dezember empfohlen, eine Generalsanierung des Gebäudes Königsallee 59/1 in Ludwigsburg im Grundsatz zu bewilligen. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund vier Millionen Euro. Das sanierte Gebäude soll dann ab Mai 2025 als Provisorium für die Kfz-Zulassungsstelle dienen, die ebenfalls grundlegend saniert werden muss.

Mängel der Zulassungsstelle

In der jüngsten Sitzung des AUT wurde auf die Mängel der Zulassungsstelle im Kreishaus hingewiesen, die inzwischen in die Jahre gekommen ist. So mussten die abgehängten Decken bereits mehrfach provisorisch gesichert werden, weil sich immer wieder Teile lösten und herunterfielen. Die offene Deckenstruktur ist ein Staubfänger, die Lüftungsanlage macht seit Jahren Probleme und auch die elektrotechnischen Installationen und die Haustechnik sind nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik. Fazit: Die Arbeitsprozesse müssen neuen Anforderungen angepasst und der Großraum neu strukturiert werden. Um eine grundlegende Sanierung komme man nicht herum, die in den Jahren 2025/2026 erfolgen soll.

Für die über ein Jahr andauernde Sanierung, als Kostenrahmen wurden zwei Millionen Euro genannt, müssen die rund 60 Arbeitsplätze ausgelagert werden und damit rückt der Mittelbau des denkmalgeschützten Gebäudes in der Königsallee 59/1 in den Fokus. Dort war bislang die Psycho Soziale Netzwerk gGmbH untergebracht, die eine neue Bleibe in Asperg gefunden hat. Durch diesen Auszug ergibt sich nun die Möglichkeit, den erforderlichen Raumbedarf, sowohl für das Dezernat Gesundheit und Verbraucherschutz als auch für die anderen Bereiche des Landratsamtes zu decken – und eben auch als Provisorium für die Kfz-Zulassungsstelle.

Die Vorplanung sieht vor, das Gebäude für die Anforderungen einer modernen Verwaltung nach aktuellem Standard zu sanieren. Dies betrifft neben dem Brandschutz, den Denkmalschutz, die Barrierefreiheit als auch die Berücksichtigung energetischer und technischer Belange. Eine neue IT-Infrastruktur sichert die Anbindung an das Kreishaus, die Anforderungen einer Interimsnutzung durch die Kfz-Zulassungsstelle und die geplante spätere Nutzung durch das Gesundheitsamt in der Königsallee sind berücksichtigt. Offene Fragen über einen Aufzug und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach müssen mit dem Denkmalamt noch geklärt werden.

Im Ausschuss für Umwelt und Technik sah man die Möglichkeiten eines Provisoriums und die Sanierung weitgehend als Glücksgriff an, wenn auch die Kosten von vier Millionen Euro „kein Pappenstiel“ seien, so Günter Pfersich (FW). Man hoffe dies bleibe so. Edda Bühler (Grüne) sagte, man müsse für genügend Sonnenschutz an den Arbeitsplätzen sorgen und eine Zisterne könne das Gebäude mit Wasser versorgen. Volker Godel (FDP) nannte die Planungen durchdacht, wies aber auf das künftige Parkproblem in der Königsallee hin, was nicht so einfach zu lösen sei.

Dauerhafter Umzug?

Hans Schmid von der CDU sagte, es sei richtig, dass sich die öffentliche Hand ein solches Gebäude zu Nutzen mache, gleichzeitig stelle er die Frage, ob man die Kfz-Zulassungsstelle nicht dauerhaft in der Königsallee unterbringen könne. Landrat Dietmar Allgaier sicherte eine Prüfung zu. Ernst Morlock (SPD) ging noch einen Schritt weiter und stellte die Frage nach einer Generalsanierung für das ganze Kreishaus. Allgaier sah dazu keine Notwendigkeit, auch wenn man in einigen Bereichen grundlegend sanieren müsse. Dazu gibt es einen „Sanierungsfahrplan“, um den Umbauten im Kreishaus eine „einheitliche Handschrift“ zu geben.

Der Fahrplan für die Sanierung der Königsallee 59/1 ist bereits abgesteckt. Nach dem Grundsatzbeschluss des Kreisstags soll im Mai des kommenden Jahres die europaweite Auftragsvergabe an einen Architekten erfolgen. Nach weiteren Vergaben ist die Fertigstellung des Mittelbaus und der Umzug der Kfz-Zulassungsstelle im Mai 2025 vorgesehen.

 
 
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