Seit einigen Tagen zieren wieder zahlreiche Gesichter und Plakate die hiesigen Innenstädte, Straßen und öffentlichen Plätze. Die Landtagswahl am 8. März steht vor der Tür, das kann selbst der unpolitischste Bürger nicht mehr übersehen.
Kreis Ludwigsburg Spagat zwischen Mensch und Inhalt
Im Vorfeld der Landtagswahl ist es am Straßenrand wieder farbenfroh geworden durch eine große Anzahl an Wahlplakaten.
Wie schon zur Europa- und Kommunalwahl 2024 und der Bundestagswahl 2025 präsentiert sich die CDU wieder in einem Türkis-Blau, nachdem man dem Orange der Ära Merkel abgeschworen hat. Farblich gibt es auch bei den anderen Parteien wenig Experimente: Die Grünen sind grün, die SPD rot, die AfD blau, die FDP gelb. Die Plakate der Linken sind dagegen weniger auffällig in Weiß-Rot gestaltet. Und zwischendurch finden sich Farbtupfer der ÖDP in Orange. Anders als in den vergangenen Jahren sind die violetten Volt-Plakate in Bietigheim-Bissingen dagegen noch kaum zu sehen.
Inhaltlichen Aussagen bemessen die Parteien dabei unterschiedlichen Wert zu. So verzichtet der CDU-Kandidat im Wahlkreis 14, Tobias Vogt, komplett auf inhaltliche Versprechen auf seinen Plakaten. Dort heißt es lediglich: „Familienvater. Handwerksmeister. Landtagsabgeordneter.“ Die Strategie, mit drei prägnanten Wörtern zu werben, zieht die Partei auch auf anderen Plakaten durch. Dann heißt es etwa: „Stadt. Land. Sicher.“ oder „Lesen. Schreiben. Rechnen.“ Spitzenkandidat Manuel Hagel wirbt hingegen mit „Neue Kraft fürs Land“.
Anders sein Kontrahent Cem Özdemir von den Grünen. Hier finden sich gleich eine Reihe an Aussagen. Darunter etwa „Bildung kostet. Keine Bildung kostet mehr.“ oder aber „Wirtschaft und Klima schützen“. Der Leitspruch seines Wahlkampfs jedoch lautet „Der kann es.“ Wahlkreiskandidat Tayfun Tok setzt neben seinem Gesicht auf die Worte „Einer von uns“.
Die SPD und ihr Direktkandidat Daniel Haas argumentieren auf ihren Wahlplakaten „Weil es um dich geht!“. Inhaltliche Positionen finden sich unter anderem auf den großformatigen Plakaten. Dort heißt es etwa: „Weil es um faire Mieten geht, wenn es um Wohnen geht.“
Der FDP-Wahlkampf steht unter dem Motto „Zurück auf Vorwärts“. Was das konkret bedeuten soll, obliegt dabei der Fantasie des Betrachters. Neben Spitzenkandidat Hans-Ulrich-Rülke prangen Aussagen wie „Verbrenner verbessern. Nicht verbieten“. Aufgrund der Positionierung des Parteilogos könnte man allerdings auch „Verbrenner verbessern. Nicht FDP verbieten“, lesen.
Bei der AfD wiederum fällt auf, das sie komplett auf Personen verzichtet. Stattdessen stehen Sätze wie „Unsere Heimat ist kein Windpark.“ auf den Plakaten.
Eine Mischung aus Inhalt und Person findet sich dagegen auf den Plakaten der Linken. Direktkandidatin Ingrid Petri aus dem Wahlkreis 14 etwa, präsentiert sich mit der Aussage „Pflege braucht Respekt – nicht Profit.“ Auch andere Forderungen werden deutlich. Auf einem Plakat fordert die Partei kostenfreie Kitas, auf einem weiteren ein Krankenhaus für jeden Ort.
