Seit dem 1. Januar des Jahres gibt es eine neue Förderung für E-Autos, die beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BAFA) beantragt werden kann. Seit dem 19. Mai ist das Portal für die Anträge freigeschaltet, einreichen kann man Autokäufe rückwirkend bis zum 1. Januar.
Kreis Ludwigsburg Stößt die Förderung für E-Autos auf Interesse?
Im Mai wurde das Portal zur Beantragung der Förderung für alternative Antriebe freigeschaltet. Macht sich das in den Autohäusern bemerkbar?
Eine Förderung in Form des Umweltbonus trat erstmals 2016 in Kraft. Auch damals gab es bei E-Autos und Plug-in-Hybriden einen Zuschuss von mehreren tausend Euro. 2023 wurden die Zuschüsse dann reduziert, bevor sie 2024 gänzlich gestoppt wurden. Grund waren 60 Milliarden Euro, die im Klima- und Transformationsfond fehlten; durch das Ende der Förderung sollte Geld gespart werden. Die KFZ-Innung sowie einzelne Autohäuser im Kreis Ludwigsburg meldeten damals einen Rückgang beim Interesse an E-Autos.
Schon im Januar mehr Anfragen
Mit Bekanntgabe der neuen Förderung Anfang des Jahres bemerkten einige Autohäuser im Kreis ein gesteigertes Interesse der Kunden an E-Autos (die BZ berichtete), andere stellten keine Veränderungen fest. Hat der Start der Beantragung im Mai für mehr Anfragen gesorgt? In Baden-Württemberg zumindest hat sich die Anzahl der zugelassenen Autos mit alternativen Antrieben zum 1. Januar 2026 um 18 Prozent im Vergleich zum 1. Januar 2025 gesteigert. Für den Kreis Ludwigsburg liegen noch keine aktuellen Zahlen vor.
Zu wenig Aufklärung
Massi Ciccarese, Verkaufsberater beim Autohaus Sevo Automobile in Vaihingen, berichtet, dass die Kunden zwar größeres Interesse an förderfähigen Autos zeigen, jedoch nicht genügend über die Prämie aufgeklärt seien. Speziell seit dem Start der Beantragung im Mai habe es marginal mehr Anfragen gegeben, die Anzahl an Aufträgen habe sich jedoch nicht verändert.
Markus Kohfink, Geschäftsführer des Autohauses Otto Kohfink in Bietigheim-Bissingen, teilt auf Anfrage mit: „Seit Verkündung der Prämie sind die Verkaufszahlen bei den Elektrofahrzeugen stark gestiegen.“ Vor allem die günstigeren Elektromodelle würden von der Förderung profitieren, eine wichtige Preisschwelle seien dabei Angebote unter 20.000 Euro. Besonders ein Fahrzeug, das als einziges der günstigeren Modelle in Europa produziert wird, habe viel Kaufinteresse erhalten – aufgrund der geopolitischen Spannungen spiele das neben der Prämie für viele Kunden eine Rolle. Bei höherpreisigen Elektromodellen habe sich die Nachfrage seit Januar nicht erhöht. Die Öffnung des Antragsportals war im Autohaus Kohfink nicht spürbar: Es habe keine spür- oder messbaren Steigerungen gegenüber den vorherigen Monaten gegeben.
Nicole Hahn von Hahn Automobile, die unter anderem Sitze in Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen hat, sagt, dass es seit Jahresbeginn verstärkt Anfragen zu E-Autos gab, das habe jetzt noch weiter zugenommen. Auch die Reichweiten der E-Autos, die sich denen der Verbrenner annähern, sowie Herstelleraktionen und gute Preis-Leistungsverhältnisse würden für insgesamt steigende Verkaufszahlen sorgen, so Hahn weiter. Für die Förderung sind drei Milliarden Euro eingeplant, die bis 2029 für 800.000 geförderte Fahrzeuge reichen sollen.
