Kreis Ludwigsburg „Überholen ist immer teuer“

Von Claudia Mocek
Sprit-Spar-Trainer Hans Seibold von der Verkehrswacht gibt Tipps, wie man beim Autofahren Kraftstoff sparen kann. Foto: /Oliver Bürkle

Noch nie war Tanken so teuer wie im vergangenen April. Der Sprit-Spar-Trainer Hans Seibold von der Landesverkehrswacht gibt Tipps, wie man möglichst wenig Benzin oder Diesel verbraucht.

Der April 2026 war der teuerste Tankmonat aller Zeiten. Das hat der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) herausgefunden. Noch nie waren die Kraftstoffpreise im Durchschnitt so hoch wie im vergangenen Monat. Für einen Liter Super E10 mussten Autofahrer im Schnitt 2,109 Euro bezahlen, für die gleiche Menge Diesel 2,263 Euro. Was können Autofahrer tun, um Sprit zu sparen? Die BZ hat bei der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg in Asperg nachgefragt.

„Am meisten spart, wer gar nicht fährt“, sagt Sprit-Spar-Trainer Hans Seibold. Das gelte vor allem für kurze Strecken, die man auch bequem zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen kann. Wer mit dem Auto fahren muss, sollte es machen wie beim Fahrradfahren: Langsam anfahren, Bergab und an der Ampel gar nicht treten beziehungsweise Gas geben. „Und wer schon mal mit einem Reifen geradelt ist, der wenig Luft hat, weiß, dass der Reifendruck auch entscheidend ist“, sagt er.

Bremsen vergeudet Energie

Auch möglichst langsam beziehungsweise orientiert am Verkehrsfluss zu fahren, spare bares Geld, sagt der Sprit-Spar-Trainer. Das meiste Einsparpotenzial habe man in der Regel auf den Strecken, die man besonders gut kennt. „Da weiß man, wo man langsam fahren muss oder wo es bergab geht, auch wann die nächste Ampel kommt, um das Auto ohne Gas ‚ausfahren’ zu lassen“, sagt Seibold. Denn Bremsen vergeude Energie. Deshalb sollte man so lange wie möglich die Wirkung der Motorbremse nutzen. „Es ist sinnvoll, frühzeitig vom Gas zu gehen und das Auto die letzten paar hundert Meter zum Beispiel vor einem Ortseingangsschild rollen zu lassen, statt unmittelbar davor abrupt abzubremsen“, sagt Seibold. Außerdem rät der Sprit-Spar-Trainer bei niedrigen Drehzahlen zu schalten und zu fahren. Viele Autofahrer würden nur nach dem Gehör fahren und erst hochschalten, wenn der Motor brummt. Stattdessen sollte man bei langsamen Geschwindigkeiten frühzeitig hochschalten. „Man sollte erst herunterschalten, wenn der Motor ruckelt“, sagt er.

Gelassen und vorausschauend fahren, das gehe besonders gut auf Hausstrecken, bei denen man weiß, wo Beschleunigen oder Bremsen nötig ist.

Hans Seibold empfiehlt außerdem, die Start-Stop-Automatik zu nutzen oder den Motor dort abzuschalten, wo es sinnvoll ist.

Außerdem sollte man auf den richtigen Reifendruck achten. Dies könnten etwa 0,2 bar mehr sein, als der Fahrzeughersteller empfiehlt. Auch so lasse sich Sprit sparen.

Ballast am Fahrzeug entfernen

Leichtere Fahrzeuge verbrauchen weniger Sprit. Daher gilt: „Ballast entfernen, also nur das im Fahrzeug transportieren, was wirklich gebraucht wird“, sagt Seibold. Das gelte auch vor allem für Dachboxen, die man nach dem Urlaub sonst teuer spazieren fahre.

Die Elektrik sollte man nur dann einschalten, wenn man sie wirklich braucht. „Jedes eingeschaltete elektrische Gerät schlägt sich im Spritverbrauch nieder“, weißt der Trainer.

Und was ist der größte Spritfresser? „Das Überholen“, sagt Seibold, „das ist immer teuer.“

Für ein E-Auto
 gelten laut Sprit-Spar-Trainer Hans Seibold von der Landesverkehrswacht die gleichen Tipps wie beim Verbrenner. Wichtigster Unterschied: Das Schalten übernimmt im E-Auto die Automatik. „Aber das Beschleunigen kann man selbst dosieren“, sagt er. Darauf komme es an, um eine Akkuladung besonders effektiv auszunutzen: Bei der Anzeige darauf achten, dass diese beim Anfahren nicht die volle Leistung benötigt. „Deswegen gilt, immer entspannt anfahren. Denn wer entspannt fährt, kommt weiter“, sagt Hans Seibold.

 
 
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